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Bischofswerda

Wie weiter mit  den Schiebocker Kindertagesstätten?

Am 26. Mai wird der neue Stadtrat von Bischofswerda gewählt. Die SZ stellt die Positionen der Parteien und Wählervereinigung vor.

Die Jüngsten werden in Bischofswerda gut betreut. Qualität in den Kitas und bei Tageseltern hat aber auch ihren Preis.
Die Jüngsten werden in Bischofswerda gut betreut. Qualität in den Kitas und bei Tageseltern hat aber auch ihren Preis. © dpa/Waltraud Grubitzsch

Bischofswerda. Bischofswerda ist familien- und und kinderfreundlich. Für die Betreuung der Jüngsten gibt es in der Stadt und den Ortsteilen eine Krippe, acht weitere Kindertagesstätten, zwei Schulhorte und vier Tagespflegestellen. Die Stadt beschäftigt in ihren Einrichtungen 77 Erzieherinnen und Erzieher. Hinzu kommt das Personal der beiden Kitas in freier Trägerschaft Märchenland (Volkssolidarität) und Herrmannstift (Diakonie). Vor welchen Herausforderungen steht der neue Stadtrat, um das Niveau zu halten und auszubauen?

Kita-Bau: Schwerpunkte sind die Innenstadt und Schönbrunn

Für rund fünf Millionen Euro baut die Stadt in Bischofswerda Süd ein Kinderzentrum für die Kitas Regenbogenvilla und Sonnenschein. Der jetzige Stadtrat beschloss diese Investition. Es ist die größte in der Stadt Bischofswerda seit vielen Jahren.

Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint

Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Nach Fertigstellung des Rundbaus in der Südstadt wird sich der Investitionsschwerpunkt wieder auf die Innenstadt konzentrieren müssen. Der künftige Stadtrat muss wichtige Entscheidungen zum Schulhort der Innenstadt treffen. Auf der Agenda der kommenden Jahre steht darüber hinaus eine Entscheidung zum Kinderhaus in Schönbrunn. Dort gibt es einen Investitionsstau, weshalb das Landesjugendamt Anfang 2018 vorübergehend einen Aufnahmestopp verfügte. Die gravierendsten Mängel wurden zwar beseitigt. Doch es gibt Handlungs- und Entscheidungsbedarf: Sanierung oder Neubau? Und wie ordnet sich die Kita ins Dorfentwicklungskonzept ein, das zurzeit erarbeitet wird? Das sind nur zwei Fragen an den neuen Stadtrat.

Elternbeiträge: Bischofswerda braucht eine Kostenbremse

Eltern sind durch Beiträge an den Kosten der Kinderbetreuung finanziell zu beteiligen. So schreibt es der Gesetzgeber in Sachsen vor. Der Handlungsraum der Kommunen ist dabei begrenzt. Stadt- und Gemeinderäte können nur im Bereich festgesetzter Prozent-Spannen entscheiden, wie stark sie Eltern belasten wollen. Bischofswerdas Stadtrat entschied sich für Prozentsätze im mittleren Bereich. Seit dem Jahr 2014, dem Jahr der letzten Stadtratswahl, sind die Betreuungskosten und in der Folge die monatlichen Elternbeiträge immens gestiegen: in der Krippe von 166 auf 230 Euro, im Kindergarten von 95 auf 127 Euro und im Ganztagshort von 55 auf 76 Euro. Eine Kostenbremse bedarf zuallererst politischer Entscheidungen seitens der Landespolitik. Aber auch der Stadtrat muss auf Kostenmanagement drängen und (sich) fragen, warum die durchschnittlichen Kosten für einen Platz in Bischofswerda höher als in allen anderen Umland-Gemeinden sind.

Freie Träger: Neuer Anlauf nach der Stadtratswahl?

Mit den Stimmen von BfB, Linke und SPD lehnte es der Stadtrat ab, eine Übergabe weiterer Kitas an freie Träger zu prüfen. Ob diese Frage in den kommenden fünf Jahren erneut auf die Agenda kommt, dürfte maßgeblich von den Mehrheitsverhältnissen im neuen Stadtrat abhängen.

Das sagen die Spitzenkandidaten

Dr. Bernd Grüber, Stadtratskandidat der CDU: Mit dem Neubau des Kinderzentrums wird ein erster Meilenstein bei der Neuordnung der Kita- und Krippenlandschaft erreicht. Jetzt muss die Hortbetreuung im Innenstadtbereich stärker in den Blick gerückt und zeitgemäße Betreuungsplätze bereitgestellt werden. Konkret ist der Neubau eines Hortgebäudes nahe der Grundschule zeitnah in Angriff zu nehmen. Weiterhin dürfen die Elternbeiträge nicht ungebremst steigen, ein Qualitätsmanagementsystem muss eingeführt und die sächliche und personelle Ausstattung muss stetig an neue Herausforderungen und gesetzliche Regulierungen angepasst werden.

Marcus Katzer, Stadtratskandidat von Bürger für Bischofswerda: Zukünftig muss das Augenmerk auf die Kindereinrichtungen im Stadtzentrum und in Schönbrunn gerichtet werden. Soweit die Oberschule nicht im Kulturhaus angesiedelt werden kann, bedarf es zwingend des Neubaus eines Innenstadthortes. Auch in Schönbrunn ist zeitnah ein Neubau zu planen. Wie bisher treten wir auch weiterhin für den Erhalt der vielfältigen Kita-Landschaft in Bischofswerda ein. Das beinhaltet sowohl den Erhalt und Verbleib der in städtischer Trägerschaft befindlichen Einrichtungen, als auch die Unterstützung der in freier Trägerschaft befindlichen Kindereinrichtungen.

Simone Keimel, Stadtratskandidatin von Die Linke: Neben der Fertigstellung des Kinderzentrums im Stadtteil Süd ist der Bau eines Innenstadthortes sowie der Kindertagesstätte in Schönbrunn und der Erhalt der anderen Einrichtungen wichtig. Den Wechsel der Kindereinrichtungen in freie Trägerschaft lehnen wir nach wie vor ab, da die gewünschten Einsparungen größtenteils mit Gehaltsreduzierungen einhergehen würden. Vielmehr legen wir Wert darauf, dass das Personal in den Bischofswerdaer Kindereinrichtungen qualitativ weiter gestärkt wird und unsere Kinder beste Entwicklungsmöglichkeiten in unseren Einrichtungen erhalten.

Sven Urban, Stadtratskandidat der SPD: Gute Kitas sind das Fundament für ein gutes Leben. Die Schaffung und dauerhafte Sicherung eines modernen, qualitativ hochwertigen und in den pädagogischen Konzepten vielfältigen Kita-Angebots war und ist schon immer ein Kernthema unserer Stadtratsfraktion. Mit dem von der Bundes-SPD initiierten „Gute-Kita-Gesetz“ ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur kostenfreien Kita erfolgt. Nach wie vor treten wir über unsere Landespolitiker für eine Dynamisierung der Kita-Pauschale zur finanziellen Entlastung unserer Kommune ein. Unser perspektivisches Ziel: Eltern vollständig von den Kita-Beiträgen befreien.

Sabine Ronge, Stadtratskandidatin der FDP: Mit Fertigstellung des Kinderzentrums in Süd werden zwei Kitas mit unterschiedlichen pädagogischen Ausrichtungen unter einem Dach vereint. Das seit Langem in unserer Stadt etablierte Montessori-Konzept wird dort weiter praktiziert. Wichtig ist für uns die Weiterführung dieser Konzeptvielfalt in der innerstädtischen Hortbetreuung. Dort muss schnell eine Lösung für die beiden jetzigen Standorte gefunden werden. Eine familienfreundliche Kita-Landschaft im Stadtkern, zu der auch längere Betreuungszeiten gehören, trägt maßgeblich zur Belebung der Innenstadt bei. Freie Trägerschaften werden von uns befürwortet.

Torsten Müller, Stadtratskandidat der AfD: Die AfD hat im Sächsischen Landtag gefordert, die Kosten der Kinderbetreuung aus Landesmitteln zu begleichen und somit die Familien zu entlasten. Dies wurde von der CDU/SPD geführten Landesregierung abgelehnt. Somit müssen wir in den Kommunen versuchen, die Belastung der Eltern auf ein Minimum zu beschränken. Wir sind dafür, die Diskussion über eine mögliche Übergabe der Kitas in freie Trägerschaft nicht wieder zu eröffnen . Die Stadt muss sich zu ihren Kindern bekennen. Dazu gehört eine ständige bauliche Kontrolle der Häuser. So etwas wie in der Kita Schönbrunn sollte künftig vermieden werden.

Dirk Hladik, Stadtratskandidat von Bündnis 90/Die Grünen: Der wertvollen Arbeit in unseren Kitas muss der Rücken gestärkt werden. Gute Arbeitsbedingungen und ein hohes Maß an Selbstbestimmung für jede Einrichtung sind dafür wichtig. Unsere Stadt sollte als Träger ihren Gestaltungsfreiraum bestmöglich nutzen. Ob eine freie Trägerschaft im Einzelfall sinnvoll ist, z.B. durch Flexibilisierung der 30-Stunden-Arbeitswoche, passende Fachberatung, vor-Ort- Entscheidungen zu Veranstaltungen & Personal etc., muss jede Einrichtung für sich prüfen. Dabei muss gelten: keine Verschlechterungen, insbesondere für die Mitarbeiter! Dann kann es eine positive Weiterentwicklung geben.

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