merken
PLUS

Wie weiter mit den Prinzen-Pagoden?

Die Familie zur Lippe will in Proschwitz eine Hotelanlage errichten, den Weg dazu gibt das Baugesetzbuch vor.

Die geplanten Pagoden – hier das Gerüst, das die Dimensionen der größten veranschaulichen soll – würden im Landschaftsschutzgebiet „Riesaer Elbtal und Seußlitzer Elbhügelland“ liegen. Um sie zu bauen, müsste das entsprechende Flurstück aus dem Schutzgebie
Die geplanten Pagoden – hier das Gerüst, das die Dimensionen der größten veranschaulichen soll – würden im Landschaftsschutzgebiet „Riesaer Elbtal und Seußlitzer Elbhügelland“ liegen. Um sie zu bauen, müsste das entsprechende Flurstück aus dem Schutzgebie © Claudia Hübschmann

Meißen. Sowohl vor dem Bauausschuss als auch vor dem Stadtrat stellten Georg Prinz zur Lippe bzw. Alexandra Prinzessin zur Lippe ihr Projekt einer Hotelanlage am Proschwitzer Elbhang vor. Die SZ schildert den Sachstand.

Wo genau will Prinz zur Lippe seine Hotelanlage bauen lassen?

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Das vorgesehene Areal, das teilweise im Außenbereich liegt, wie Alexandra Prinzessin zur Lippe der SZ bestätigte, befindet sich in der Gemarkung Proschwitz am Ende der Proschwitzer Straße, von der die Katzenstufen Richtung Elbe abgehen. 

Für den Hotelkomplex selbst mit der großen Mittelpagode und den vier um diese angeordneten kleineren Pagoden ist der obere Teil des Flurstückes 199 vorgesehen. Das Flurstück 180/1 hat eine rechteckige Form und wäre für die Errichtung eines Parkplatzes geeignet.

 Für die Hotelanlage müssten 15 Parkplätze für die Appartements und 30 für das Restaurant in der Mittelpagode vorgehalten werden. Weitere würden hinzukommen, etwa um den traditionell stark besuchten Weihnachtsmarkt abzusichern, sodass insgesamt zwischen 150 und 180 Parkplätze entstehen könnten. 

Schließlich gehört zum Areal noch das kleinere Flurstück 183/3, das direkt gegenüber den letzten Häusern an der Proschwitzer Straße liegt. Über die Grenzen und Zuschnitte von Flurstücken kann sich jeder Bürger Sachsens im Internet unter www.landesvermessung.sachsen.de informieren.

Befindet sich das vorgesehene Gelände in einem Schutzgebiet?

Die Flurstücke Nummer 199 und 180/1 liegen im Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes „Riesaer Elbtal und Seußlitzer Elbhügelland, die Nummer 183/3 ist nicht Bestandteil.“ Das teilte der Leiter des Kreisumweltamtes, Peter Jönsson, auf SZ-Nachfrage mit. 

Die bezeichneten Flurstücke liegen nicht in einem Natura-2000-Gebiet – also einem europäischen Schutzgebiet – grenzen jedoch mittel- oder unmittelbar an ein solches an: „Bosel und Elbhänge nördlich Meißen“. Nachschlagbar ist dies unter www.umwelt.sachsen.de.

Kann das Baugelände aus dem Schutzgebiet ausgegliedert werden?

„Solche Ausgliederungen sind grundsätzlich möglich. Das Landratsamt prüft im Einzelfall“, erklärte dazu Katharina Reso, die Sprecherin der Meißner Stadtverwaltung. „Der Naturschutzbund Deutschland müsste in jedem Fall gehört werden“, sagte Joachim Schruth, beim Nabu-Landesverband Sachsen für Umwelt- und Naturschutzrecht zuständig. 

Es habe zum Thema Proschwitz im August vergangenen Jahres eine Anfrage eines Planungsbüros beim Nabu gegeben, mit der geklärt werden sollte, was in einem Umweltbericht stehen muss, der ja Teil eines möglichen Bebauungsplanes sein muss.

Liegen bei der Stadt Meißen Bauanfragen vor?

„Seitens des Weinguts Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe ist am 8. Februar ein Antrag auf Einleitung eines Bauleitplanverfahrens eingegangen“, erklärte Stadtsprecherin Reso. Alexandra Prinzessin zur Lippe sagt: „Es gibt noch keinen Bauantrag.“

 Dazu sei das Projekt noch in einem zu frühen Stadium. Ein Bauantrag hingegen sei für den Umbau des ehemaligen Pferdestalls zur Vinothek auf dem Schlossgelände gestellt worden, ergänzte die Prinzessin.

Wie geht es nun weiter mit dem Projekt der Hotelanlage?

Dazu gebe es noch keinerlei Entscheidung des Stadtrats, wie Oberbürgermeister Olaf Raschke auf der Stadtratssitzung Ende Januar informierte. Um Baurecht zu schaffen, müsse zunächst in ein übliches Bauleitplanverfahren eingestiegen werden, was nun gegeben ist. 

Sollte es zu einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan kommen und alle notwendigen Genehmigungen vorliegen, werde der Stadtrat in die Entscheidungen einbezogen.

Lesen Sie dazu auch:  Die Pagoden des Prinzen /  Prinz spricht von Kampagne gegen ihn