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PLUS Meißen

Wie weiter mit Meißens wichtiger Geldquelle?

Die Grundsteuerreform bringt höhere Kosten für die Menschen. Meißens Immobilienprofis wünschen sich schnell Klarheit.

Wie Pilze sind die Eigenheimgebiete in den vergangenen Jahren in Meißen aus dem Boden geschossen. Die Stadt profitiert davon unter anderem, indem sie von den Hauseigentümern Grundsteuer kassiert. Diese könnte sich demnächst erhöhen.
Wie Pilze sind die Eigenheimgebiete in den vergangenen Jahren in Meißen aus dem Boden geschossen. Die Stadt profitiert davon unter anderem, indem sie von den Hauseigentümern Grundsteuer kassiert. Diese könnte sich demnächst erhöhen. © Claudia Hübschmann

Meißen. Meißen ist aktuell eine Boomstadt. Vor allem junge Familien, denen es in Dresden zu teuer geworden ist, kaufen sich in der Domstadt eine Wohnung oder ein Haus. Und gegenwärtig sieht es auch danach aus, dass es noch eine Weile so weitergeht. Trotzdem herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Der Grund: Die Kostenschraube dreht sich unaufhörlich.

Nachdem zuletzt bereits die Bau- und Grundstückspreise kräftig gestiegen sind, könnte bald noch ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen: die neue Grundsteuer. So hat Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU) angekündigt, dass der Freistaat die Öffnungsklausel des Bundes nutzen und seine eigene wertabhängige Grundsteuer auf den Weg bringen will. 

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Was das konkret bedeutet, weiß momentan noch niemand. Da sich jedoch die bisherige Steuer in Ostdeutschland auf Grundstücksbewertungen aus dem Jahr 1935 bezieht, dürfte es mit Sicherheit teurer werden.

„Bei uns in der Immobilienbranche gibt es zwar keine Verunsicherung, dennoch wüssten wir gern möglichst schnell, wie die Steuer in Zukunft berechnet wird und welche Kosten auf die Eigentümer dann zukommen“, sagt der Meißner Makler Winfried Banowski, der für das Unternehmen Lehmann Immobilien arbeitet.

Sollte die Steuer, die Meißen pro Jahr etwa zweieinhalb Millionen Euro einbringt, nach der Reform nach oben schießen, wäre es zwar denkbar, dass die Gemeinde den derzeitigen Hebesatz von 400 Prozent verringert, allerdings sieht Winfried Banowski auch diesen Punkt skeptisch. 

„Das Problem besteht ja darin, dass die Steigerung in der Innenstadt wahrscheinlich höher ist, als im Randgebiet. Diesem Unterschied kann die Gemeinde aber nicht gerecht werden. Sie hat lediglich die Option, die Steuer wie mit einer Gießkanne überall gleichmäßig zu senken oder zu erhöhen.“

Gegenwärtig spiele die Steuer aber nicht die Hauptrolle. „Da die Bauzinsen noch weiter nach unten gegangen sind, ist das derzeit kein Thema. Die Menschen werden von den günstigen Finanzierungsmöglichkeiten angelockt“, beschreibt Banowski die Lage.

Dass sich die Situation auch schnell ändern kann, glaubt Christa Maier von Dr. Maier Immobilien. „Auf lange Sicht summiert es sich. Die Baupreise sind schon deutlich gestiegen. Wenn jetzt noch die erhöhte Grundsteuer hinzukommt, könnte es irgendwann zu viel sein.“

 All das sei nicht hilfreich, damit neuer Wohnraum entstehe, sagt sie und bezweifelt, dass die Stadt im Fall des Falles mit einem abgesenkten Hebesatz der höheren Steuer entgegenwirken wird. „Die Gemeinde steckt da in einer Zwickmühle. Wenn sie öffentliche Fördergelder in Anspruch nehmen will, muss sie in der Regel vorher alle Quellen ausschöpfen. Von daher gibt es am Ende kaum Spielraum für Entlastungen“, denkt Christa Maier, die sich ebenfalls über eine anhaltend hohe Nachfrage auf dem Immobilienmarkt freuen kann: „Im Moment sieht es sehr gut aus. Es wird gekauft, was auf dem Markt ist“, sagt Maier.

Weil die Grundsteuer durch die Umlage auch Mieter betrifft, hat die SZ bei der Stadt nachgefragt, ob sie bei einem starken Anstieg der Steuer, der somit auch einen Mietanstieg zur Folge hätte, zu Hilfe eilen würde. Momentan will sich die Verwaltung aber nicht dazu äußern.

Eine klare Position bezieht unterdessen Stadtrat Martin Bahrmann (FDP). „Wir müssen zwar abwarten, wie die Steuer am Ende aussieht. Allerdings sollten die Bürger auf keinen Fall zusätzlich belastet werden.“

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