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Schloss Königshain ist in neuen Händen

Der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund betreibt jetzt das Schloss. Es ist nicht sein erstes.

Veranstaltungsort und Ausflugsziel: So ist das Schloss Königshain in der Region bekannt.
Veranstaltungsort und Ausflugsziel: So ist das Schloss Königshain in der Region bekannt. © SZ-Archiv / Steffen Gerhart

Der Heimatverein ist aus dem Betreibervertrag für Schloss Königshain raus – der Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund drin. Der Gemeinderat hat sich darauf verständigt, dass rückwirkend zum 1. Januar 2020 ein Mietvertrag über die Nutzung des Barockschlosses zwischen Kommune und Verbund abgeschlossen und im gleichen Zuge der Überlassungsvertrag mit dem Heimatverein aufgehoben wird. Das passierte im gegenseitigen Einvernehmen, heißt es vonseiten der Gemeinde.

Mit den Corona-Beschränkungen habe das nichts zu tun, wenngleich „die Corona-Krise für den Museumsverbund ebenso wie für alle anderen Museen des Landkreises einen tiefen Einschnitt bedeutete“, bekräftigt Sven Mimus. Der Verbund-Geschäftsführer sagt, dass die museumspädagogischen Angebote während der Corona-Zeit abgesagt werden mussten. Im Schloss Königshain wurden drei Ausstellungen in das Jahr 2021 verschoben. „Dementsprechend ist ein starker Besuchereinbruch zu verzeichnen“, so Mimus.

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Zwei kleine Museen bleiben geschlossen

Auch die Trödelmärkte und der Kunsthandwerkermarkt im Schlossgelände, die jedes Jahr mehrere Tausend Besucher anlocken, fielen flach. Diese organisieren Gemeinde und Heimatverein. Ähnlich ist die Situation im Krobnitzer Schloss, das ebenfalls zum Verbund gehört. Für das Gartenfest als Großveranstaltung, das für das letzte Septemberwochenende geplant ist, laufen coronabedingt Gespräche zu einer möglichen Terminverschiebung mit dem Veranstalter. Die kleinen Häuser im Verbund – das Granitabbaumuseum Königshain und das Ackerbürgermuseum Reichenbach – sind weiter geschlossen, während das Dorfmuseum Markersdorf und die beiden Schlösser unter Auflagen wieder öffnen.

Trotz der nicht leichten Situation hat nun der Museumsverbund auch Schloss Königshain unter seine Fittiche genommen. Ungewohntes Terrain ist das nicht. Bis Ende 2004 befand sich der Sitz der Museumsverbund gGmbH in Königshain. Aus dem Verbund nahm die Gemeinde ihr Schloss wieder heraus und bewirtschaftete das Objekt in Eigenregie. Nun gibt es die erneute Annäherung, die Sven Mimus damit begründet: „Einer Ergänzung unserer Angebote mit dem Schloss in Königshain stand ich immer sehr positiv gegenüber – ich denke wir sind damit wieder ein Stück attraktiver und können das Schloss auch im Sinne der Gemeinde im Verbund mit betreuen.“

Die Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH ist durch die Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz mit der Geschäftsbesorgung für das Schloss Königshain betraut. Die Stiftung wollte ursprünglich Werke von Künstlern in einem Depot auf dem Schlossgelände unterbringen. Dafür sollte ein Kuhstall saniert werden. Das hat nicht funktioniert, weil Geld fehlte. Auch andere Träume der Vergangenheit platzen: Von der Idee, ein Museum für Tafelkultur einzurichten, ist schon längst nicht mehr die Rede. 

Für Besucher soll sich nichts ändern

Nun will der Verbund „administrative Aufgaben“ übernehmen, heißt es. „Dazu zählen die Vorbereitung und Durchführung von Sonderausstellungen sowie damit verbundener Rahmenprogramme“, erklärt Sven Mimus. Für die Besucher werde sich nach außen hin nichts ändern. „Wir wollen versuchen das Programm zu sichern und weiter auszubauen“, sagt er. Die Finanzierung sei so aufgebaut, „dass hier auf beiden Seiten kein finanzieller Schaden entsteht.“

Die Stiftung für Kunst und Kultur der Oberlausitz, die bisher die Belange des Schlosses in Bezug auf Ausstellungen steuerte, hat für ihre Arbeit Mittel beim Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien beantragt. Die Gemeinde erbringt einen Eigenanteil von rund 12.000 Euro. Die Übernahme der Geschäftsbesorgung im Schloss Königshain habe keine Auswirkungen auf die anderen Museen des Museumsverbundes. Im Schloss Krobnitz werden weiter Ausstellungen geplant und Trauungen durchgeführt.

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Derzeit wird an einer Neukonzeption für die Dauerausstellung in Krobnitz gearbeitet, die 2023 eröffnen soll. „Wir haben auch personell aufgestockt“, sagt Sven Mimus. Durch die Aufnahme des Schlosses Königshain sei der Verbund regional und überregional stärker geworden. „Beide Schlösser besitzen ein großes Potential, das noch besser genutzt werden muss“, so der Geschäftsführer.

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