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Corona: Stammtisch im Internet

Der Radeberger Wikipedia-Autor Klaus Schönfuß und seine Kollegen treffen sich regelmäßig in einer Kneipe. Jetzt saßen sie auf ungewöhnliche Art zusammen.

Klaus Schönfuß aus Radeberg und 22 weitere Wikipedia-Autoren haben erstmals Erfahrungen per Videoschaltung ausgetauscht.
Klaus Schönfuß aus Radeberg und 22 weitere Wikipedia-Autoren haben erstmals Erfahrungen per Videoschaltung ausgetauscht. © privat

Ein Treffen von mehr als zwei Personen ist derzeit unmöglich, ausgenommen ist bekanntlich die eigene Familie. Denkbar schlechte Voraussetzungen für den Stammtisch der Wikipedia-Autoren in Radeberg und Dresden.Eine neue Form der Zusammenarbeit musste her. „Wikipedianer“ Stefan Kühn organisierte deshalb als Moderator eine digitale Konferenz. Per Video-Software „Zoom“ waren jetzt 23 Autoren und Interessierte live verbunden. „Wir haben miteinander diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht“, sagt Wikipedia-Autor Klaus Schönfuß aus Radeberg. Und das lief erstaunlich gut. Die Teilnehmer gaben sich Anregungen, und es war sogar eine gewisse Gemütlichkeit zu spüren: Durch die Videoschaltung gab es dazu Einblick in ihre Wohnung. Man habe sich mit Bier, Tee und anderen Getränken zugeprostet, sagt der Radeberger. „Wenn Corona mit seinen Auswirkungen nicht so tragisch wäre, könnte man solche Entwicklungen mit ihren Möglichkeiten, aus der Not heraus entstanden, als positiv sehen.“

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Auch deshalb, weil sich noch zusätzlich Autoren zugeschaltet hatten, die sonst durch die weite Entfernung nicht in nach Dresden dabei sein konnten. Sie waren aus Österreich, Ostfriesland, Sachsen-Anhalt und Mittelsachsen zugeschaltet. Weil alles so gut klappte, ließ die nächste „Konferenz“ nicht lange auf sich warten. Normalerweise treffen sich die Autoren nur einmal im Monat, per Internet kamen sie schon wenige Tage nach dem ersten Treff erneut zusammen.Der nächste virtuelle Dresdner Stammtisch soll dann entsprechend der Jahresplanung am 28. April 2020 stattfinden, wozu alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Für konkrete Informationen einfach nur auf der Wikipedia-Startseite im Suchfenster „Wikipedia:Dresden“ eingeben.

Klaus Schönfuß hat 2006 mit der Arbeit an der Internet-Enzyklopädie Wikipedia begonnen. Damals gab der Diplom-Ingenieur für Feingerätebau, der unter anderem bei Robotron, Bosch und der Firma Prettl gearbeitet hatte, seinen Beruf auf und ging in Rente. Er schloss sich der Arbeitsgruppe Radeberger Stadtgeschichte an und forschte über das Leben bedeutender aber vergessener Radeberger: Theodor Arldt, Max Hintsche, Georg Naumann, Heinz W. Muche, Johannes Conrad und andere. Seine Beschäftigung mit Arldt war dann für ihn Anlass, seinen ersten Wikipedia-Eintrag zu schreiben. „Das war der Beginn einer Leidenschaft“, wie er sagt. Inzwischen ist er in der Wikipedia-Hierarchie ein ganzes Stück nach oben geklettert. Das gelingt nur denjenigen, die eine bestimmte Anzahl Artikel veröffentlicht haben und darin nur wenige Korrekturen vorgenommen werden mussten. Der Radeberger ist inzwischen Editor. Er kann beispielsweise selbst Fehler in anderen Texten wieder rückgängig machen.

Knapp 1.000 Änderungen kann Klaus Schönfuß inzwischen vorweisen. Warum er für Wikipedia Beträge schreibt? „Weil sie weltweit gelesen werden, wie die Mails aus Kanada, den USA oder Australien zeigen.“ Zusammen mit seiner Frau Renate Schönfuß-Krause betreibt er auch eine Internetseite. Dort sind ihre Texte zu lesen, es gibt einen Veranstaltungskalender und zahlreiche weitere Informationen.

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