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Wie Wohnungen sicherer werden können

Ein Polizeihauptkommissar gibt Sicherheitstipps. Es geht um falsche Enkel, Tricks an der Haustür und Diebstahl.

© dpa

Von Sylvia Mende

Hilfsbereitschaft zahlt sich nicht immer aus. So verwenden schauspielerisch begabte Diebe und Betrüger an der Wohnungstür immer neue Varianten an Tricks, um in die Wohnung zu gelangen. Dabei setzen sie auf die Gutgläubigkeit der Leute. Sie bitten zum Beispiel um ein Glas Wasser, weil sie durstig oder schwanger sind. Oder, weil der Nachbar nicht da ist, um Papier und einen Stift. Haben sie es geschafft und sind in der Wohnung, halten sie nach Dingen Ausschau, die sie mitnehmen wollen.

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Auch über den sogenannten Enkeltrick sprach Polizeihauptkommissars Stefan Kuttig in der Begegnungsstätte der Wohnungsgenossenschaft. In seinem Vortrag zeigte er Möglichkeiten auf, wie Mieter ihre Wohnung sicherer machen können.

Profilzylindern und Stahlschutzbeschlägen einbauen

In Absprache mit den Vermietern, in dem Fall mit der Wohnungsgenossenschaft Hartha, können Mieter ihre Wohnung durch Fachleute besser vor Einbrüchen sichern. Die Kosten dafür müssen allerdings die Mieter bezahlen. Der Polizeihauptkommissar schlägt als erste Sicherungsmaßnahme den Austausch des Profilzylinders vor. „Es gibt VDS geprüfte Schlüssel der Klasse B, die es den Einbrechern schwermachen, das Schloss aufzubrechen“, so Stefan Kuttig. Ziehe der Mieter aus, könne das alte Schloss wieder eingebaut werden. Möglich ist auch die Nachrüstung einer Mehrfachverriegelung oder der Austausch des Beschlages.

Für Mieter in der unteren Etage empfiehlt der Polizist die Sicherung der Fenster. Auch hier geht es darum, Möglichkeiten zu finden, die nicht das Eigentum des Vermieters zerstören. Kuttig empfiehlt die Sicherung der Fenster durch sogenannte Pilzkopfzapfen, die sich an den Schließbändern befinden. Wichtig sei, so der Polizeihauptkommissar, dass Sicherungen eingebaut werden, die es den Einbrechern so schwer wie möglich machen, Türen und Fenster aufzubrechen. Da den Dieben nur ein kurzer Zeitraum zur Verfügung steht, lassen sie von ihrem Vorhaben ab, wenn sie merken, dass es schwierig wird, so Kuttig. Er empfiehlt auch abschließbare Griffe.

Betrüger setzten auf Menschen, die helfen wollen, ohne nachzudenken

Der sogenannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, bei dem die Betroffenen um ihre Ersparnisse gebracht werden sollen. „Mit diesem Trick wird um Bargeld gebeten, das kurzfristig zur Verfügung gestellt werden soll. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht“, so Stefan Kuttig. Mit diesem Trick hätten die Betrüger vor allem Chancen bei Leuten, die helfen, ohne zu überlegen. „Obwohl in den Medien immer wieder vor dem Enkeltrick gewarnt wird, fallen Leute darauf herein“, so der Polizeihauptkommissar. Einsame, ältere Leute haben den Wunsch zu helfen. Wenn dann auch noch Vermögen da ist, werde nicht lange überlegt, und versucht, das Geld abzuheben. „Häufig verhindern das Bankangestellte, die die Leute kennen und fragen, weshalb die hohe Summe abgehoben wird“, sagte der Polizeihauptkommissar. Grundsätzlich soll bei Hilfegesuchen erst einmal Zeit geschunden werden. „Man kann den Anrufenden bitten, in drei Stunden noch einmal anzurufen. Dann bleibt genügend Zeit, um sich in der Familie zu erkundigen, ob es wirklich so einen Notfall gibt“, sagte Stefan Kuttig.

Keine Hemmung, den Notruf 110 zu wählen

Sollte jemand trotz aller Hinweise und Warnungen Betrügern zum Opfer gefallen sein, verbal bedroht werden oder ihm etwas verdächtig vorkommen, sollte er keine Hemmungen haben, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen. Das ist unter der Notrufnummer 110 oder beim zuständigen Polizeirevier möglich. Diese Nummer sollte einen festen Platz im persönlichen Telefonbuch oder an einer Pinnwand haben. Das Döbelner Polizeirevier ist unter der Nummer 03431 6590 zu erreichen. „Die Kollegen kümmern sich dann. Allerdings sollte der Notruf nicht missbraucht werden“, sagte der Polizeihauptkommissar.

Taschendiebe lieben Menschenmengen und Unvorsichtigkeit

Viele Leute ängstigen sich vor Taschendieben. Die versuchen meist, die Person durch Gespräche oder Fragen abzulenken, um in einem unbeobachteten Moment zuzugreifen. Oft gehen die Leute sorglos mit ihrer Geldbörse um und lassen sie offen in einem Korb liegen. Stefan Kuttig empfiehlt, die Börse so nah wie möglich am Körper zu tragen oder die Handtasche so umzuhängen, dass die Öffnung nach innen zeigt.