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Wie zwei Schülerinnen ihre Corona-Ferien nutzen

Schule fällt derzeit aus. Gottesdienst auch. Zwei Schülerinnen haben sich einen cleveren Weg überlegt, damit ihr Görlitzer Hilfsangebot ankommt.

Von Constanze Junghanß
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„Wir haben aktuell die Zeit dafür, wollen uns gern engagieren“, sagen Johanna Kesicka (li.) und Sena Barhoum.
„Wir haben aktuell die Zeit dafür, wollen uns gern engagieren“, sagen Johanna Kesicka (li.) und Sena Barhoum. ©  privat

Johanna Kesicka und Sena Barhoum sind Schülerinnen am Löbauer Gymnasium. Die beiden 18-Jährigen wollen in der Corona-Krise gern helfen und haben sich deshalb mit ihrer Idee an Pfarrer Albrecht Bönisch von der evangelischen Kreuzkirchengemeinde Görlitz gewandt. „In Görlitz möchten wir Senioren bei einigen Alltagsaufgaben unterstützen“, sagt Johanna Kesicka.

Corona-Hilfe - Helfen oder helfen lassen: Vom Einkauf bis zum Mundschutznähen gibt es viele Möglichkeiten. Eine Auswahl.

Dazu zählen die Hilfe beim Einkauf, Post wegbringen oder bei Bedarf mit dem Hund eine Runde Gassi zu gehen. Damit ihr Ansinnen bekannt wird und die richtigen Leute erreicht, wendeten sie sich an den Pfarrer. „In Kirchgemeinden sind auch viele ältere Menschen, die nun nicht mehr zum Gottesdienst gehen können und dadurch vielleicht kaum noch Kontakte zur Außenwelt haben“, sagt die Gymnasiastin.

Gemeinde verteilt Handzettel

Sie selbst sind keine Mitglieder der Kirchgemeinde. Dass sie sich an die Gemeinde wandten, sei der Überlegung geschuldet, damit besonders viele Senioren zu erreichen und auf das Angebot aufmerksam zu machen. Pfarrer Bönisch habe sich jedenfalls über das Angebot gefreut. Handzettel wurden von der Kirchgemeinde gefertigt und verteilt, auf denen die Telefonnummer steht, an die sich Senioren wenden können.

„Wir sind zu zweit und denken, dass wir es schaffen, etwa 20 Haushalte während dieser Zeit zu unterstützen“, schätzt Johanna Kesicka ein. Die ersten drei Haushalte meldeten sich bereits. Gemüse, Obst, Brot wurden benötigt. Briefmarken ebenso. Und Toilettenpapier. Letzteres sei allerdings nur schwer aufzutreiben.

Bestellungen werden telefonisch angenommen

Für die Besorgungen haben sich die jungen Frauen ein System ausgedacht, bei dem möglichst geringer Kontakt mit den Hilfsbedürftigen zustande kommt. Die Bestellungen für den Einkauf werden telefonisch angenommen und notiert. Was benötigt wird, wird gebündelt. Damit gibt es eine Gesamteinkaufsliste, die an einem Tag abgearbeitet werden kann. Johanna Kesicka und Sena Barhoum gehen dafür in finanzielle Vorleistung.

Der Einkauf wird von ihnen erst einmal bezahlt. Ein Vertrauensvorschuss in besonderen Zeiten, den die Frauen da geben. Zum Schluss bringen sie den Rentnern die Einkäufe nach Hause.

Gummihandschuhe haben sie sich in Eigeninitiative besorgt, um das Risiko einer möglichen Übertragung so klein wie möglich zu halten. Nur in einem Punkt kommt es zum kurzen Kontakt: Wenn die Senioren die Waren an der Haus- oder Wohnungstür bezahlen.

Hilfe für den Einkauf: 0176/73808150

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