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Wieder brennen Müllcontainer

An einer Stelle musste die Coswiger Feuerwehr schon häufig löschen. Bereits früher gab es solche Brandserien.

Als die Feuerwehr eintraf, stand die Tonne an der Dresdner Straße schon in Vollbrand. An dieser Stelle hat es im vergangenen Jahr schon häufiger gebrannt.
Als die Feuerwehr eintraf, stand die Tonne an der Dresdner Straße schon in Vollbrand. An dieser Stelle hat es im vergangenen Jahr schon häufiger gebrannt. © FFW Coswig

Coswig. Es ist wieder die Mülltonne, die brennt. Das war den Feuerwehrleuten schon klar, als sie am Donnerstagabend die Einsatzdepesche gelesen haben. Gerade hatten sie ihren Regeldienst beendet, als der Alarm einlief. Brand an der Dresdner Straße in der Nähe vom Sonderpostenmarkt Wreesmann. Schon im vergangenen Jahr musste dort mehrfach gelöscht werden. „Man könnte schon fast sagen‚ und täglich grüßt das Murmeltier‘“, heißt es im Einsatzbericht.

In der Statistik für 2019 finden sich 13 solcher Einsätze. In diesem Jahr waren es schon drei. Nicht immer sind es die Mülltonnen an der Dresdner Straße, aber dort brannte es zuletzt erst am 29. Dezember. Zuvor schon im Juni, April und Februar. „Komisch ist, dass es sich um einen abgeschlossenen Müllplatz handelt, der eigentlich nicht für jeden zugänglich ist“, sagt Wehrleiter Andreas Schorbogen. Die Mülltonne stand beim Eintreffen der Feuerwehr schon in Vollbrand. Nach dem Löschen wurde die Einsatzstelle noch mit Schaum abgedeckt, mit einer Wärmebildkamera überprüft und an die Polizei übergeben. Das Revier Meißen ermittelt wegen der Sachbeschädigungen. Ein Tatverdächtiger konnte bislang aber nicht ermittelt werden, wie die Polizeidirektion Dresden mitteilt.

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Der Schaden, der bei solchen Bränden entsteht, ist höher, als mancher denkt. „Diese Rollboxen sind nicht billig“, sagt Andreas Schorbogen. Im Internet liegt der Preis für sogenannte Großmüllbehälter bei mindestens 600 Euro. Was die Feuerwehr aber mehr sorgt, ist, dass so ein Brand auch schnell auf benachbarte Häuser oder daneben stehende Fahrzeuge übergreifen könnte.

Das hätte im September am Kaufland passieren können. Da brannte mitten in der Nacht in der Lieferanteneinfahrt eine Mülltonne, die hinter dem Gebäude direkt an der Wand stand. Die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern. Wenige Stunden später wieder so ein Einsatz an der Güterbahnhofstraße. In der Mittagszeit brannte auf der Rückseite eines Gebäudes eine Mülltonne, die direkt an der Hauswand stand. Die Flammen schlugen schon Richtung Dachkasten. Die Feuerwehr konnte größeren Schaden verhindern. Schon Anfang Juni hatte es an gleicher Stelle ein Feuer gegeben.

Auch an der Radebeuler und der Lindenauer Straße, an der Lößnitzstraße, und Am Ringpark standen im vergangenen Jahr Mülltonnen in Flammen. Manchmal brennt auch Sperrmüll. Oder Weihnachtsbäume, wie Anfang Januar. An der Radebeuler Straße hatte jemand an der Sammelstelle für den ausgedienten Weihnachtsschmuck gezündelt. Während ein Trupp das Feuer löschte, öffneten andere Feuerwehrleute den Müllplatz daneben, um die Tonnen in Sicherheit zu bringen.

Mülltonnen brennen in Coswig seit Jahren immer wieder. Manchmal gleich an mehreren Stellen in einer Nacht. Zwischen den Jahren 2009 und 2011 gab es eine regelrechte Brandserie im Wohngebiet an der Dresdner Straße. Immer waren die Plätze für die Tonnen nachts angesteckt worden. 2015 traf es dann vor allem die Müllplätze der WBV, die nicht nur neue Tonnen, sondern auch neue Holzumrahmungen für die Müllplätze besorgen musste. Das Unternehmen setzte damals eine Prämie für Hinweise zu den Tätern aus. Bei Bränden ist es allerdings fast immer nötig, den Täter in flagranti zu erwischen.

Genau 216 Einsätze zeigte die Statistik der Coswiger Wehr Ende des Jahres 2019. So viele gab es noch nie zuvor in der Geschichte der Wehr. 2019 endete mit einem brennenden Papierkorb und 2020 begann mit einem brennenden Haufen Pappe. Neben Müllplätzen gibt es aber einen weiteren Einsatzschwerpunkt: die Türöffnung, wenn sich der Bewohner dahinter in Not befindet. Am Freitag gab es laut Andreas Schorbogen den zehnten Einsatz dieser Art in nur einem Monat. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 40 solcher Einsätze.

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