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Wieder mehr Schüler in den Schulen

Nicht jedes Kind in der Region Döbeln wird jeden Tag Unterricht haben. Präsenztage wechseln mit häuslicher Lernarbeit.

Eine Schülerin rückt im Klassenzimmer ihren Mund-Nasen-Schutz zurecht. Auch in der Döbelner Region werden ab dieser Woche wieder mehr Kinder und Jugendliche die Schulen besuchen.
Eine Schülerin rückt im Klassenzimmer ihren Mund-Nasen-Schutz zurecht. Auch in der Döbelner Region werden ab dieser Woche wieder mehr Kinder und Jugendliche die Schulen besuchen. © Sven Hoppe/dpa

Von Dagmar Doms-Berger

Region Döbeln. Am 6. Mai beginnt für die sogenannten Vorabschlussklassen wieder die Schule. Die Landesregierung hat die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Damit starten an den Gymnasien die Schüler der Kursstufe 11, an den Oberschulen die Neuntklässler und Hauptschüler in den etwas normaleren Alltag. Auch die Viertklässler der Grundschulen dürfen wieder ihren Rucksack packen.

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Für alle anderen setzt sich die häusliche Lernarbeit fort. Das Staatsministerium für Kultus bereitet momentan die Stufe 3 vor. In dieser soll es dann auch für die anderen Schüler einen Wechsel zwischen Präsenzzeiten an der Schule und häuslichen Lernzeiten geben.

14-Tage-Takt am Gymnasium

„Das ist einerseits erfreulich, weil es ein erster Schritt in Richtung Normalität ist, andererseits natürlich eine Herausforderung, weil der Schulstart unter Einhaltung von restriktiven Infektionsschutzmaßnahmen stattfinden wird“, sagt Michael Höhme, Schulleiter des Lessing-Gymnasiums Döbeln. Vor jeder Schule steht daher die Aufgabe, die Vorgaben des Ministeriums den unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort anzupassen.

Am Lessing-Gymnasium werden die Elftklässler im 14-tägigen Takt die Schule besuchen. Eine normale Kursstruktur kann es wegen der Hygienemaßnahmen nicht geben. „In der Praxis ist das so geregelt, dass wir die Kurse teilen“, so Michael Höhme. So wird ein Teil der Schüler, maßgebend ist der erste Buchstabe des Nachnamens A bis K, in einer A-Woche (6. bis 8. Mai, 18. bis 20. Mai usw.), der andere Teil, L bis Z, in einer B-Woche (11. bis 15. Mai, 25. bis 29. Mai usw.) unterrichtet. Die Schüler lernen also im Wechsel eine Woche in der Schule und eine Woche Zuhause. Für die Lehrer bedeutet dies, dass der Stoff kompakt vermittelt werden muss. Die Schüler müssen dann Zuhause den vermittelten Stoff üben, wiederholen und vertiefen.

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Über die Zensuren müssten sich Schüler und Eltern keine Sorgen machen. Schulleitung und Lehrern sei bewusst, dass Schülern bei der Bewertung keine Nachteile entstehen sollen. Vorgesehen sei, die Anzahl der Noten im zweiten Kurshalbjahr zu reduzieren. Im Leistungskurs wird noch eine Klausur geschrieben und es sollten in der Regel zwei sonstige Noten erteilt werden. Im Grundkurs wird keine Klausur geschrieben, es werden mindestens zwei sonstige Noten erteilt.

Die Hygieneanforderungen sehen vor, dass sich die Schüler vor Beginn des Unterrichts und in der Mittagspause die Hände mit Seife waschen und desinfizieren müssen. Im Haupt- und im Kunstgebäude dürfe nur jeweils eine Person die Toilette betreten, im naturwissenschaftlichen Gebäude nur drei Personen. Zum Schutz vor einer möglichen Übertragung werden die Eingangstüren, die äußeren Türen der Toiletten und die Türen der Unterrichtsräume nicht geschlossen, damit keine Türklinken berührt werden müssen.

Zwei-Tages-Rhythmus an Oberschule

Das sei sehr sinnvoll und werde auch an der Leisniger Peter-Apian-Oberschule so praktiziert, sagt Schulleiterin Kristin Dorias-Thomas. Für die Leisniger Oberschüler wird es ab dieser Woche Präsenztage geben. „Unsere Neuntklässler kommen alle zwei Tage“, so Dorias-Thomas. Die beiden neunten Klassen sind in vier Gruppen geteilt. Die Organisation sei gut machbar. Tägliche Herausforderung wird die Einhaltung der Hygienemaßnahmen sein. Maskenpflicht besteht während der Pausenzeiten. Während des Unterrichts müssten die Schüler keine Maske tragen, so die Schulleiterin weiter. Eine Ausnahme bildeten die Situationen, in denen ein enger Lehrer-Schüler- oder Schüler-Schüler-Kontakt notwendig sei, etwa bei Experimenten. Während des Online-Lernens war die Bewertung ausgesetzt. Mit Beginn der Schule stehen wieder Klassenarbeiten, Leistungskontrollen und Vorträge an.

An der Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein kommen ab Mittwoch 44 Realschüler und fünf Hauptschüler hinzu. „Um alle Schutzmaßnahmen einhalten zu können, werden wir die Klassen teilen, die beiden neunten Klassen in vier Gruppen und die Hauptschüler bilden die fünfte Gruppe“, teilt Schulleiter Thomas Winter auf Anfrage mit. Die Jugendlichen werden täglich die Schule besuchen, aber zeitversetzt. Somit wird jeder Schüler in der Summe 15 Unterrichtsstunden in der Woche haben. Unterrichtet werden nur die Fächer, in denen die Schüler im nächsten Jahr auch geprüft werden.

Zwei Stühle pro Grundschüler

Auch die Viertklässler stehen in den Startlöchern. In Mochau werden die insgesamt 23 Schüler mit jeweils zwölf und elf Kindern in einer Gruppe unterrichtet. „Die Garderoben haben wir momentan aufgehoben, damit es dort nicht zu Begegnungen kommt“, sagt Schulleiterin Petra Seidel. Jedes Kind erhält an seinem Platz zwei Stühle, von denen einer für die Jacke vorgesehen ist. Die Grundschule hatte nach der ersten Lockerung bereits 15 Kinder täglich in der Notbetreuung.

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Bisher waren die Schulen im Freistaat nur für die Schüler der Abschlussklassen geöffnet. Einen uneingeschränkten regulären Schulbetrieb wird es vor den Sommerferien laut Kultusministerkonferenz aber nicht geben. Nach dem jetzigen Stand sei dies aufgrund des Abstandsgebots von mindestens 1,50 Meter nicht möglich.

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