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Wieder ohne Eibauer

Beim Bierzug ist die örtliche Brauerei auch dieses Jahr nicht dabei. Deren Chefin lobt aber das neue Konzept.

Von Carina Brestrich

Für Eibau ist es die Überraschung des Jahres gewesen. Zumindest sorgte die Entscheidung der Eibauer Brauerei, sich vom Bierzug zurückzuziehen, 2013 für allerhand Furore. Immerhin war die Brauerei bis dahin fester Partner der weit bekannten Veranstaltung. Gänzlich dahin war die Hoffnung damals nicht. Offen ließ die Brauerei, ob sie 2014 wieder bei dem traditionsreichen Event mitmischt. Fest steht nun aber: Auch dieses Jahr wird die Brauerei nicht dabei sein.

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Geschäftsführerin Julia Böhmer sieht die Differenzen noch nicht aus der Welt geschafft. „Es ist viel vorgefallen, was bis heute nicht bereinigt ist“, erklärt sie. Genaueres zu den Gründen für die Absage der Privatbrauerei möchte sie nicht sagen. Das Thema sei aber nach wie vor ein schwieriges. Mit ihrer Absage wollte Böhmer 2013 ein Zeichen setzen: Der Aufwand, den das Unternehmen mit dem Bierzug hatte, sei zu groß gewesen. Ihr Vorschlag, die organisatorischen und finanziellen Lasten neu zu verteilen, sei nicht ernsthaft diskutiert worden, sagte sie damals.

Steffen Dittmar, Geschäftsführer der Bergquell Brauerei Löbau, bedauert, dass sich Eibauer auch dieses Jahr nicht beteiligt. Zusammen mit dem Sächsischen Brauerbund, dessen Präsident er auch ist, sprang Dittmar voriges Jahr ein. Schließlich konnte gemeinsam mit den bisherigen Organisatoren eine Variante gefunden werden, das Fest und den Umzug zu stemmen. So präsentierten sich statt der Eibauer Brauerei zahlreiche andere, regionale Brauereien bei der dreitägigen Festveranstaltung und dem Umzug.

„Wir haben erfolgreich gezeigt, dass wir auch ohne die Teilnahme von Eibauer den Bierzug als Highlight der Region fortführen können“, sagt Steffen Dittmar. Die Zusammenarbeit habe toll funktioniert und laufe bei den Vorbereitungen für dieses Jahr ebenfalls ohne Reibereien: „Wir als Team sprechen eine Sprache“, lobt Dittmar. Einen Schaden für den Bierzug durch die Absage sieht er nicht. Durch das 2013 entwickelte Konzept und die vielen Mitstreiter habe die Veranstaltung auch weiterhin eine Perspektive, betont er.

Dazu beitragen soll am letzten Juni-Wochenende eine Reihe neuer Ideen, sagt Reinhard Zwanzig, Geschäftsführer des Brauerbundes. Näheres möchte er nicht verraten. Er freue sich aber, dass sich zahlreiche Brauereien engagieren wollen. Gleichzeitig findet er die Absage der örtlichen Brauerei schade. „Dabei haben wir versucht, die Eibauer Brauerei wieder mit ins Boot zu holen.“ So habe es mehrere Gesprächsangebote an die Brauerei gegeben, erklärt Michael Görke (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Kottmar. „Wir haben die Bereitschaft signalisiert, haben Termine vorgeschlagen. Aber leider haben wir keine Rückmeldung von der Brauerei bekommen.“ Und das obwohl er die Differenzen gern gemeinsam ausgeräumt hätte, erklärt er. Am Zuge sei die Eibauer Brauerei.

Deren Entscheidung, erneut nicht beim Bierzug mitzumachen, müsse akzeptiert werden, sagt Christfried Heinrich vom Organisationskomitee. Er hofft, dass die Differenzen irgendwann geklärt werden können. „Der Bierzug hat eine lange Tradition, zu der wir auch in Zukunft stehen wollen“, sagt Heinrich. Immerhin sei die Veranstaltung ein Ausdruck der Oberlausitzer Lebensfreude.

Ob die Eibauer Brauerei dazu 2015 wieder ihren Teil beitragen wird, ist derzeit unklar. Zumindest aber haben die Organisatoren mit dem Ausstieg von Eibauer ein gutes Konzept gefunden, sagt Brauerei-Chefin Julia Böhmer. „Es war Zeit, dass auch mal andere sich an der Organisation beteiligen“, sagt sie. Der Veranstaltung habe das keinen Abbruch getan.