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Radeberg

Wieder Probleme bei der Regiobahn

Zwischen Dresden und Ottendorf fahren wieder Züge. Jetzt gibt es neue Schwierigkeiten auf einer anderen Strecke.

Ein Desiro-Zug der Städtebahn Sachsen. Solche Triebwagenzüge betreibt auch die MRB.
Ein Desiro-Zug der Städtebahn Sachsen. Solche Triebwagenzüge betreibt auch die MRB. © Archiv/Daniel Förster

Die gute Nachricht: Seit dem gestrigen Montag fahren die Züge wieder auf der Strecke zwischen Dresden Hauptbahnhof und Ottendorf-Okrilla Süd. Ab Montag, den 20. Januar, sollen sie dann auch wieder von Königsbrück ab- beziehungsweise bis dorthin durchfahren.

Nach Angaben der Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) mussten vergangene Woche allerdings zwei weitere Desiro-Triebwagen außer Betrieb genommen worden. Ihre Radsätze müssen dringend getauscht werden. „Da es sich bei diesem Ersatzteil nicht um Lagerware handelt, werden sowohl die Beschaffung als auch die Reparatur einige Wochen in Anspruch nehmen“, teilt ein Sprecher der Mitteldeutschen Regiobahn mit.

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Um den notwendigen Bedarf zu decken, hat das Unternehmen einen Ersatzzug angemietet. Anders als bei den modernen Triebwagen handelt es sich um Reisezugwagen, die von einer Lok gezogen werden. Dieser Zug wird ab Donnerstag, den 16. Januar, auf der Strecke Dresden Hauptbahnhof-Radeberg-Kamenz eingesetzt. „Trotz des geänderten Fahrzeugeinsatzes gibt es keine Fahrplanänderungen“, teilt die MRB mit. Bereits Ende vergangenen Jahres mussten Triebwagen ebenfalls wegen defekter Radsätze stillgelegt werden. Die Kapazitäten in den Werkstätten seien jedoch begrenzt, hieß es damals seitens der MRB. „Sie ist deutschlandweit auf der Suche nach Werkstätten mit freien Kapazitäten“, sagt Christian Schlemper, Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe. „Die zu reparierenden Triebwagen werden mittlerweile bis nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt geschafft, da es dort eine passende Werkstatt gibt“, sagte er.

Die technischen Probleme an den Triebwagen entstehen folgendermaßen: An den Radsätzen der Züge hätten sich Flachstellen gebildet, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Flachstelle entsteht, wenn das Rad des sich bewegenden Fahrzeugs nicht mehr rollt, sondern über das Gleis rutscht. Dazu kann es durch eine nicht bemerkte feste Bremse oder durch einen zu starken Bremsvorgang kommen. Es besteht dann die Gefahr, dass beim Fahren durch die auftretenden „Schläge“ ein Schienenbruch verursacht wird. Durch den Frost wird diese Gefahr noch größer.

Nach der Insolvenz der Städtebahn Sachsen (SBS) hatte der Verkehrsverbund Oberelbe im Sommer einen umfangreichen Ersatzverkehr organisiert. Dann erfolgte die Vergabe der Bahnstrecke an die MRB, eine Tochtergesellschaft des Unternehmens Transdev. Seitdem fahren kaum Züge. Es sind Ersatzbusse auf der Strecke unterwegs.