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Riesa

Wiesenbrände beschäftigen Feuerwehren

Bei trockener Hitze kam es diese Woche nicht nur bei Röderau zu Bränden. Eine vermutete Ursache dafür scheidet wohl aus.

Kameraden der Zeithainer Gemeindefeuerwehr löschen am Dienstag einen Wiesenbrand bei Bobersen nahe der Elbe.
Kameraden der Zeithainer Gemeindefeuerwehr löschen am Dienstag einen Wiesenbrand bei Bobersen nahe der Elbe. © Feuerwehr Röderau

Region. Der Blick auf die Waldbrand-Gefährdungskarte sagte Anfang der Woche nichts Gutes: Für Mittwoch war die höchste Gefahrenstufe fünf beinahe für den gesamten Kreis Meißen ausgegeben. Gebrannt hatte es allerdings schon einen Tag vorher: Gleich zweimal mussten die Kameraden der Zeithainer Feuerwehren am Dienstagabend ausrücken. 

Zuerst hatten die Einsatzkräfte 18.40 Uhr einen kleinen Wiesenbrand unweit der Mehrzweckhalle zu löschen. Kaum war das geschafft, gingen die Sirenen schon wieder an. Zehn Pappeln gegenüber der Riesaer Hafenbrücke brennen, hieß es 18.45 Uhr. Tatsächlich aber standen 2.000 Quadratmeter Wiese in Flammen, auf der Heu zum Trocknen lag. 

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Zwei Pappeln wurden durch das Feuer angeschmort, die Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Im Einsatz waren 27 Kameraden mit fünf Fahrzeugen der Feuerwehren Röderau, Bobersen und Lorenzkirch. Sie konnten den Brand unter Kontrolle bringen.

Und auch in Meißen hatte es der Dienstag in sich. Kurz vor halb acht rückten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Meißen nach eigenen Angaben das erste Mal aus. Auf einem ungenutzten Gelände zwischen Zaschendorfer- und Fabrikstraße brannten etwa 100 Quadratmeter Ödland, heißt es weiter. Diese hätten schnell gelöscht werden können.

 Etwa zwei Stunden später meldete ein Anrufer Rauch an der Ossietzkystraße und offene Flammen in östlicher Richtung. Das bestätigte sich so zwar nicht. Vielmehr handelte es sich um ein Holzfeuer. Die Einsatzstelle wurde laut Feuerwehr der Polizei übergeben.

Kurz nach um sechs wurde erneut starker Rauch aus dem Ödland an der Fabrikstraße gegenüber des alten Krankenhauses gemeldet. Am Langen Graben brannten auf großer Ausdehnung Teile des Grünstreifens, allein am Ufer auf einer Länge von über 100 Meter. 

Im Pendelverkehr musste Wasser zu der abgelegenen Einsatzstelle gebracht werden, um die Flammen zu bekämpfen. Zwischenzeitlich holte ein Kamerad neue Getränke, da die Arbeit bei Temperaturen von immer noch 30 Grad Celsius in der Einsatzkleidung eine extreme Belastung darstellte. Brandstiftung kann, auch vor dem Hintergrund des ersten Einsatzes, nicht ausgeschlossen werden, so die Feuerwehr. Die Polizei ermittelt.

Unter Anwohnern und Feuerwehrleuten wird unterdessen diskutiert, ob die Brände in Röderau und Bobersen womöglich durch Glasscherben ausgelöst worden sein könnten. Bei Feld- oder Wiesenbränden stehen des Öfteren das Sonnenlicht bündelnde Glasreste im Verdacht, Auslöser gewesen zu sein. Auch Versicherungsunternehmen warnen davor, Glasflaschen im Wald liegenzulassen, um die Waldbrandgefahr zu minimieren. 

Allerdings haben Versuche von Experten unter idealen Bedingungen ergeben, dass die nötige Temperatur nicht erreicht wurde. Nur mit einer Lupe oder Glaskugel ließ sich das Licht so bündeln, dass es zu einer Entzündung kommen kann. Was indes als echter Risikofaktor gilt, sind brennende Zigaretten, Grills und Lagerfeuer. Ebenso heiße Katalysatoren von abgestellten Motorfahrzeugen. 

Bekannt ist auch das Phänomen sich selbst entzündenden Heus. Grund sind Verwesungsprozesse im teils noch feuchten Schnittgut. Während die Waldbrandgefahr gegen Ende der Woche zwischenzeitlich sinkt, geht man beim Land Sachsen davon aus, dass sie bis Sonntag wieder steigt – auf die Stufe drei. (SZ/csf/pa/ewe)