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Wildes Parken ist kein Zustand mehr

Großenhain. Auf dem Rasen stehen oder an einer Ausfahrt – das soll am Kupferberg und an der Villastraße vorbei sein.

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Von Birgit Ulbricht

Von „hohem Parkdruck “ sprechen die Stadtplaner in solchen Situationen. Für die Anwohner manifestierte sich im wilden Parken das ganze Chaos in ihrem Wohnviertel. Besonders betroffen waren davon bislang das Wohngebiet am Kupferberg und das an der Villastraße/ Weinbergsweg. Im Wohnviertel Kupferberg mit 373 Wohnungen gab es 2004/2005 vor der Umfeldgestaltung 28 öffentliche Parkplätze. Der tatsächliche Bedarf lag allerdings bei etwa 80 bis 100 Stellplätzen.

Der tägliche Lieferverkehr, die benachbarte Kleingartensparte, das angrenzende Naherholungsgebiet – all das sorgte für Platzbedarf. Die vorhandenen 74 Garagen konnten da nur wenig Abhilfe schaffen – sie gehören größtenteils Bewohnern anderer Straßen. Kein Wunder also, dass die Zahl der wilden Parkflächen auf 150 bis 200 gestiegen war. Bei der Umfeldgestaltung wurden 82 neue Parkflächen angelegt. Im Aufwertungsgebiet Villastraße/ Weinbergsweg hatten die Planer bereits die Anwohnerstraßen zum Parken freigegeben.

Doch dadurch mussten die Straßen als Einbahnstraßen ausgewiesen werden. Auch das sorgte wieder für Frust. Die 67 vorhandenen Parkplätze befanden sich zudem überwiegend in der Jägerstraße, Geschwister-Scholl-Straße, Schloßwiesenstraße und Am Hang. Die Besucher der Gartenanlage „Röderaue“ musste ihre Fahrzeuge hinstellen, wo es sich gerade anbot. Hier wurden jetzt 24 neue Parkplätze angelegt.

Auswärtige sollen nicht suchen

Die Stadt erhofft sich von diesen zusätzlichen Parkflächen auch, dass Auswärtige schneller einen Parkplatz finden, ohne das Wohngebiet zuzustellen. An der Villastraße verbindet die Martin-Scheumann-Straße die B 98 und die Kreisstraße, die wiederum zur S 81 weiterführt. Für die Martin-Scheumann-Straße weisen die Verkehrsplaner eine Belastung von täglich rund 4 000 Fahrzeugen aus. Die Parkflächen liegen am Rand des Wohngebietes und sind gut zu erreichen.

Ähnlich am Kupferberg: Die große Verkehrsader ist hier die Kreisstraße, die ebenfalls zur S 81 führt. Mit einem Aufkommen von 7 500 Fahrzeugen pro Tag zwischen der S 81 und dem Rostiger Weg ist die Kreisstraße in diesem Abschnitt eine der meistbefahrenen in der Stadt. Im Abschnitt vom Rostiger Weg bis zur Martin-Scheumann-Straße haben die Planer etwa 4 600 Fahrzeuge – davon 80 Lkw – gezählt. Bis zum Jahr 2015 könnte der Verkehr hier um etwa zehn Prozent zunehmen, so die Prognosen.