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Wildschweine verwüsten Felder

Die Bestände der Schwarzkittel sind so stark angewachsen, wie in den letzten 15 Jahren nicht.

Von Dieter Hanke

Kreisjägermeister Karsten Schlüter sitzt jetzt oft nachts mit weiteren Mitgliedern der Jagdgenossenschaft Nossen auf Anständen und Kanzeln in seinem Jagdrevier am Zellwald in Augustusberg. „Die Wildschweine werden zur Plage“, sagt der 52-Jährige. Erst am vergangenen Wochenende hat er wieder zwei Schwarzkittel geschossen. Aus dem Schutz des Walddickichts wagen sich die Tiere in der Dunkelheit hervor und stromern auf den nahen Feldern umher. Dort wurde Weizen ausgesät. „Die Wildschweine graben den Boden auf. Sie sind auf der Suche nach Mais, der im Vorjahr auf diesen Fluren von den Landwirten angebaut wurde“, sagt der Jägermeister.

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Die Schäden an der Saat auf den Feldern sind mittlerweile beträchtlich. Die Jagdgenossenschaft werde in diesem Jahr mehrere Tausend Euro als Entschädigung an die Landwirte zahlen müssen, so Schlüter.

Der Kreisjägermeister hat bereits seit April 2014 bis jetzt 40 Wildschweine in seinem 180 Hektar großen Revier geschossen, das sich längs des Zellwalds in Augustusberg erstreckt. Normalerweise seien es in anderen Jahren nur an die zehn bis 15 Stück. „Die Wildschwein-Bestände in der Nossener Gegend sind in der letzten Zeit enorm angewachsen. Es gibt viele große Rotten“, bemerkt Schlüter. In den vergangenen 15 Jahren habe er so eine große Bestandsentwicklung von Wildschweinen in dieser Gegend noch nie registriert. Da noch etliche der Bachen trächtig sind, ist noch mit weiterem Zuwachs zu rechnen.

Die Ursache für den gravierenden Anstieg der Wildschwein-Populationen im Nossener Raum sieht Schlüter in der guten Futtergrundlage. 2014 hatten Bauern am Zellwald auf einem 150-Hektar-Schlag nur Mais angebaut – für die Tiere war das ideal. „Wir sind mit den Bauern im Gespräch, um die Fruchtfolge zu verbessern“, so Schlüter. Auch Schneisen auf den Feldern würden den Jägern die Jagd erleichtern. Die Landwirte verweisen auf betriebswirtschaftliche Gründe, warum sie verstärkt Energielieferanten wie Raps und Mais anbauen.

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