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Willkommen in der Wohlfühl-WG

Die Wohnungsgenossenschaft Raschelberg in Freital hat sich konsolidiert und pflegt ihren Ruf als Vermieter der grünen Lage.

Die Vorstände Jeanette Effenberg und Lutz Trept sind mit der guten Lage der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg sehr zufrieden.
Die Vorstände Jeanette Effenberg und Lutz Trept sind mit der guten Lage der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg sehr zufrieden. © Andreas Weihs

Der Stahlwerker, der der Siedlung ihren ursprünglichen Namen gab, steht auf seinem Sockel an der Wilhelm-Müller-Straße. Mit Schürze, schweren Stiefeln und Arbeitsgeräten in der Hand erinnert er an Zeiten, als hier vor allem die harten Kerle mit ihren Familien wohnten und täglich zur Schicht in Richtung Edelstahlwerk ausschwärmten. Längst vorbei. „Wir sind so etwas wie der Weiße Hirsch von Freital“, sagt Lutz Trept vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Raschelberg voller Stolz und meint damit nicht unbedingt das Einkommen seiner Mieter.

Die Häuser auf dem Raschelberg sind heute das Zuhause von Senioren, jungen Familien, Alleinerziehenden. Vor allem aber steht die Wohnlage für viel Grün und Ruhe – mit guter Anbindung ans Stadtzentrum. Kein Wunder, dass die Mieteinheiten so beliebt sind. Von den fast 900 Wohnungen stehen derzeit nur 16 leer. Und davon sind 13 schon wieder nachvermietet, nur noch nicht bezogen. „Mitunter haben wir vor dem Kündigungsschreiben schon Anrufe von Interessenten, die die Wohnung gerne übernehmen würden“, berichtet Trept. Begehrt sind die Wohnungen, weil der Raschelberg ein Gebiet ist, in dem wenig Verkehr herrscht und fast immer gute Luft. Die Siedlungshäuschen und größeren Blöcke sind umgeben von Rasenflächen, auf denen noch Wäsche aufgehängt wird, von Blumenrabatten und einem immensen Baumbestand. Die WG und auch andere Vermieter vor Ort stecken viel Geld in die Pflege, am Raschelberg wirkt immer alles wie frisch geputzt. Die Wohnungen dagegen sind erschwinglich – die Kaltmiete bei der Genossenschaft beträgt im Durchschnitt 5,50 Euro pro Quadratmeter.

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Die WG Raschelberg ist Freitals jüngste Genossenschaft. Sie wurde 1996 gegründet, quasi als Abspaltung von der heutigen Freitaler Wohnungsgesellschaft (WGF) und der Freitaler Wohnungsgenossenschaft (Gewo). Beide alteingesessenen Unternehmen mussten damals einen Teil ihres Bestandes veräußern, um Altschulden aus DDR-Zeiten zu tilgen. So war es gesetzlich vorgeschrieben. Um den Bestand nicht vollends zu privatisieren und dem freien Markt zu überlassen, wurde die WG Raschelberg gegründet.

Jeanette Effenberg, heute kaufmännischer Vorstand bei den Raschelbergern, war damals als Mitarbeiterin mit dabei. „Hier war alles grau in grau. Es gab nur Ofenheizungen, teilweise hatten die Wohnungen Außenklos.“ Viel Geld musste in die Hand genommen werden, um die in den Fünfzigerjahren gebauten Häuser und das Umfeld zu sanieren. Die neue WG nahm Kredite auf und legte los. Doch die Ausgaben waren so enorm, dass die Genossenschaft zweimal vor dem finanziellen Aus stand. „Da mussten wir schon sehr gut überlegen, welche Rechnungen wir in welcher Woche begleichen“, erinnert sich Effenberg. Es sei damals ganz schön knapp gewesen, von vielen sei die WG bereits totgesagt worden.

Doch die Genossenschaft stabilisierte sich. Schrittweise wurde der Schuldenberg ab den 2000er-Jahren abgetragen, dies gelang auch durch Umschuldungen zu besseren Konditionen. Man konnte schließlich so viel Rücklagen bilden, dass in den Jahren 2017/18 sogar ein Neubau drin war. Das Gebäude mit 18 Wohnungen, verteilt auf drei Hauseingänge, entstand an der Niederhäslicher Straße.

Es sprach sich herum, dass es auf dem Raschelberg erschwingliche Wohnungen in guter Lage gibt. Die Nachfrage stieg. Es kamen auch viele Menschen zurück, die bereits vor der Sanierungswelle auf dem Raschelberg gewohnt hatten. „Noch heute haben wir viele Rückzüge, die suchen ganz speziell hier eine Wohnung, weil sie schon in jungen Jahren hier gelebt haben“, berichtet Trept. Ein junges Wohngebiet ist der Raschelberg aber bei weitem nicht – der Altersdurchschnitt der Mieter liegt bei rund 61 Jahren.

Der Vorteil: Dies sind die treuen Mieter, die nicht mehr so schnell ihre Koffer packen. So liegt die Fluktuation, also der Wegzug, gerade einmal bei sechs Prozent. Das heißt, dass im Jahr nicht mal mehr als 30 Wohnungen durch Wegzug frei werden.

Große Sprünge will die Genossenschaft aber nicht machen. „Wir bleiben auf dem Raschelberg, das ist unser Markenzeichen“, sagt Effenberg. Anders als die Gewo, wo man bewusst auch auf Besitz und Neubau außerhalb Freitals setzt, wolle man es im Großen und Ganzen bei den knapp 900 Mieteinheiten, den knapp 400 Garagen und sieben Gewerbeeinheiten belassen.

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