merken
PLUS

Willkommen im Kuschelbahnhof

In Radeburg ist immer mehr gute Musik zu hören – am Sonnabend aus den USA, danach kommen Günther Fischer und ein Dresdner Castingstar.

Gerade noch begeisterte die kanadische Singer-Songwriterin Melanie Dekker in Radeburg. Am Sonnabend, 20 Uhr, will das nun die US-Bluesband The California Honeydrops tun.

Im Kulturbahnhof geben sich immer häufiger aufstrebende Künstler aus Amerika und auch England die Klinke in die Hand. Bahnhofsvorsteher Frank Mietzsch scheint auf einem guten Weg zu sein, mit privater, ja kuschliger Clubatmosphäre sein Haus mit der rustikalen Holzbalkendecke als Folk- und Pop-Konzertstätte im Umland von Dresden zu etablieren. „Etabliert habe ich mich noch nicht. Aber die Anfragen der Künstleragenturen werden immer besser“, sagt er. Diese empfehlen seinen Bahnhof zunehmend weiter, die Künstler fühlen sich bei ihm wohl – und kommen wieder. Das gelungene Doppelkonzert der vier US-Folk-Ladys von Blame Sally 2011 und 2012 öffnete Mietzsch Türen. Auch Alias Julius, ein weiterer Folk-Geheimtipp, flog bereits zweimal ein. Und Melanie Dekker will genauso wiederkommen.

Anzeige
Handwerk, das unbezahlbar ist!
Handwerk, das unbezahlbar ist!

Mit "Herz und Hand" heißt eine neue Kampagne im UnbezahlbarLand. Sie erklärt genau, warum Handwerker Motor und Rückgrat einer ganzen Region sind.

Nur die Publikumszahlen, die immer um die 100 liegen, sind noch verbesserbar. Zwar kommen laut Mietzsch immer mehr Besucher auch aus Dresden, Großenhain, Coswig und Radebeul und gehen zufrieden. Aber es ist noch Luft nach oben: „Da muss ich wohl noch etwas Geduld haben.“ Lobenswert ist, dass die Gäste im Kulturbahnhof neben dem Konzert immer ein kleines Interview geboten bekommen. Und dass Mietzsch den Nachwuchs fördert, auch wenn das keine Massen zieht. So darf bei ihm am 23. November die Akustikband Klangteppich aus Dresden auftreten. Neben den Konzerten hat sich im Kuschelbahnhof die Reihe „Schönes Kino – Gutes Essen“ zum Geheimtipp entwickelt. Zudem gibt’s Lesungen und Theater.

Am Sonnabend sind aber erst mal The California Honeydrops an der Reihe. Sie graben tief bis zu den Wurzeln der amerikanischen Musik. Die fünfköpfige Band aus Oakland wird nach ihrer England- und Spanientour nun auch die Traditionen des Blues, Gospel, Second Line New Orleans Jazz und frühen R&B auf die deutschen Bühnen bringen. Mit ihrer frischen Show schaffen es die Honeydrops, Menschen von ihren Sitzen zu reißen und sie zum Tanzen und Mitsingen zu bringen, heißt es. Deshalb gibt es auch im Kulturbahnhof, so Mietzsch, genügend Raum zum Tanzen.

Doch dies ist nicht das letzte Konzerthighlight des Jahres. Demnächst halten aber keine amerikanischen, sondern deutsche Künstler am Bahnhof, dafür aber bekannte. Am 24. November kommt Ausnahme-Jazzer und Filmkomponist Günther Fischer mit Band und Tochter Laura. Der 69-Jährige hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Jazz in Deutschland, musizierte mit Manfred Krug und Uschi Brüning. Unvergessen auch sein Song zum gleichnamigen Film „Solo Sunny“.

Am 7. Dezember tritt dann Michael Heinemann mit seiner Band Plattform M auf. Der Dresdner Kindergärtner wurde bundesweit bekannt, als er es in der letzten Staffel der TV-Castingshow „The Voice Of Germany“ bis unter die besten acht Kandidaten schaffte. Für 2014 kündigt Frank Mietzsch den britischen Bluespianisten Paul Millns an.Marco Mach

Karten zu 19 Euro gibt es im Vorverkauf unter  0171 5704437, an der Abendkasse kosten sie 23 Euro.

Die SZ verlost am Freitag, 15 Uhr, dreimal zwei Freikarten an SZ-Card-Besitzer:  0351 837475651.