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Willkommensschilder in der Kritik

Fast 70 Schilder haben die Mitarbeiter der Straßenmeisterei aufgebaut. Rund 8 000 Euro hat das Projekt gekostet.

Von Maria Lotze und Jochen Walther

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Willkommen und Bis Bald im Landkreis Mittelsachsen – Schilder mit dieser Aufschrift stehen seit Kurzem an einigen Bundes-, Staats- und Kreisstraßen in der Region. An insgesamt 68 Plätzen hat das Landratsamt durch die Mitarbeiter der Straßenmeistereien in Döbeln, Mühlau, Rochlitz, Hainichen, Brand-Erbisdorf und Freiberg die blau-weißen Hingucker aufstellen lassen. „Ausgewählt wurden die Standorte in Hinblick auf ihre Verkehrsdichte“, sagt Kreissprecher André Kaiser. Im Dezember haben die Mitarbeiter mit dem Aufbau begonnen, der inzwischen so gut wie abgeschlossen ist. Knapp 8 000 Euro hat das Landratsamt für das Projekt in die Hand genommen. Dessen Ziel sei es, das Marketing zu stärken, so Kaiser. Der Landkreis soll bekannter werden. Solche Begrüßungsschilder habe es außerdem schon in den Altkreisen Döbeln und Freiberg gegeben

Schön sieht anders aus. So reagieren Leser, die kein gutes Haar an den neuen Landkreis-Schildern lassen. Steffen Morgenstern sprach von einer „Sache, die verpufft“. Der 60-jährige Augustusburger pendelt nach Chemnitz zur Arbeit und fährt an einem der Schilder vorbei. Er würde sich täglich darüber aufregen. „Wenn ich mit 100 Sachen unterwegs bin, kann ich kaum etwas erkennen“, so Morgenstern, der indes die touristischen Hinweistafeln an der Autobahn für gelungen hält. Deren Botschaft sei auch bei hoher Geschwindigkeit lesbar. Ähnlich kritisch bewertet Eberhard Heinicker aus Geringswalde die aufgestellten Schilder. „Langlebige Dinge brauchen ein solides Design“, betont der Senior. Er muss es wissen, er ist studierter Diplom-Grafikdesigner. Er verspüre hinter dem Vorhaben kein Konzept. „Hier hätte man Experten einbeziehen müssen“, sagt Heinicker, der gleich einen Vorschlag mitliefert. Der 74-Jährige hätte sich anstelle der Tafeln große Aufsteller gewünscht.

„Wir erhielten auf die Schilder positive, aber auch kritische Rückmeldungen“, sagt Kaiser. „Zwar sind die Arbeiten am Design beendet. Sollte es aber in Zukunft eine grundsätzliche Änderung am Design geben, werden wir versuchen, die Anregungen zu berücksichtigen.“

Die Schilder sind nicht die einzige Strategie, auf die der Landkreis in Sachen Marketing setzt. Erst seit Kurzem gibt es einen Einkaufsführer für die Region. In diesem sind Adressen von mittelsächsischen Händlern und Direktvermarktern angegeben. „Anregungen für den heimischen Kochtopf zeigen die Rezeptvorschläge der sechs Regionalmanagements der ländlichen Förderregionen im Landkreis und stellen so unsere Region von der kulinarischen Seite vor“, erklärt André Kaiser. Erhältlich ist die Broschüre bei den Direktvermarktern.

Mit der Kampagne „Ich schmeiß’ alles hin und werd’ Mittelsächsin“ und dem dazugehörigen Internetauftritt wirbt die Region bereits seit November um junge Frauen. Mit Postkarten, auf denen ein Paar pinke Pumps zu sehen sind sowie der Titel der Kampagne zu lesen ist, will der Landkreis zu den Frauen durchdringen. Diese Karten gelangen auf ungewöhnlichem Weg zu den Kunden. Zwar kommen sie auch in den Briefkasten, allerdings nicht durch den Postboten. Die Firma Max Knobloch GmbH mit Sitz in Döbeln legt in jeden produzierten Briefkasten, der das Haus verlässt, eine solche mit hinein. Auf der dazugehörigen Internetseite werden die Vorzüge von Mittelsachsen vorgestellt. (mit FP)

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