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Wilschdorfer Ortschronist auf Glasewalds Spuren

Ortschronist Rudolf Kuntzsch reist mit knapp 90 Jahren noch quer durch Deutschland auf den Spuren des Architekten.

Von Iris Hellmann

Es ranken sich viele Geschichten um „Glasewalds Ruh“ in Wilschdorf an der Jungen Heide. Ein Bad gab es dort mal, und es war ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner im Sommer. Ab etwa 1960 war es Gästehaus des Rates des Bezirks Dresden und Trainingslager von Dynamo.

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Der Wilschdorfer Ortschronist Rudolf Kuntzsch hat sich auf die Spuren der Familie Glasewald begeben. Demnach hatte sich das Landhaus der Wilschdorfer Architekt Ephraim Wolfgang Glasewald als Ruhesitz gebaut. Nicht zu verwechseln ist der Bauherr mit seinem Onkel Friedrich Glasewaldt, Dresdner Bürgermeister im Zeitraum von 1771 bis 1784. Nach ihm ist auch die Glasewaldtstraße in Striesen benannt.

Ephraim Wolfgang Glasewald hingegen ist weniger bekannt. Rudolf Kuntzsch hat sich jedoch nicht entmutigen lassen. Als er die Wilschdorfer Ortschronik in nunmehr acht A4-Ordnern zusammengeschrieben hat, befasste er sich auch intensiv mit der Familiengeschichte. Und hat herausgefunden, dass Ephraim Wolfgang als Baumeister nicht nur in Dresden, sondern in ganz Sachsen und bis nach Brandenburg gewirkt hat. Auf diesen Spuren reist Kuntzsch trotz seiner knapp 90 Jahre hinterher. „Ich möchte mir die Bauwerke selbst ansehen“, sagt er. Und erzählt von den Mühlen in Wurzen oder der Elbbrücke in Wittenberge.

Am meisten am Herzen liegt ihm aber die Geschichte von „Glasewalds Ruhe“. Denn hier, so sagt Kuntzsch, haben so viele Dresdner früher ihre Freizeit verbracht. Er selbst hat in dem kleinen Waldbad Schwimmen gelernt. Heute ist das Haus nicht mehr öffentlich. Doch dank Kuntzschs Arbeit ist seine Geschichte nicht vergessen.