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Neustart im Gymnasium

Vor einigen Tagen ist die Schule von Kleinnaundorf nach Wilsdruff umgezogen. Nun laufen nicht nur die Vorbereitungen für das neue Schuljahr auf Hochtouren.

Das Warten hat ein Ende. Schulleiterin Katja Laetsch im Wilsdruffer Neubau ihres Gymnasiums.
Das Warten hat ein Ende. Schulleiterin Katja Laetsch im Wilsdruffer Neubau ihres Gymnasiums. © Norbert Millauer

Schulleiterin Katja Laetsch hat momentan viel zu tun. Und das liegt nicht nur daran, dass am Montag das neue Schuljahr beginnt. Die 49-Jährige, die seit 2018 das damals neu gegründete Wilsdruffer Gymnasium leitet, ist seit dem 17. August außerdem dabei, ein komplett neues Schulgebäude so einzurichten, dass hier erstmals Unterricht stattfinden kann. Deshalb ist die Schulleiterin viel im Haus  unterwegs. 

"Nach dem Bauleiter und der Projektleiterin bin ich wohl diejenige, die sich im Haus am besten auskennt", sagt sie und lächelt. "Wenn ich hier irgendwo ausgesetzt werden würde, würde ich wohl ganz gut ins Schulleiterzimmer zurückfinden." Das Gebäude hat sie schon im Rohbau kennengelernt und später immer wieder besucht. 

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"Ich wurde während des Baus regelmäßig eingeladen, um bei Detaillösung für Unterrichtsräume mit zu entscheiden." Das betraf die Auswahl von Möbeln, Audiotechnik und Lampen. Auch ihre Fachkollegen wurden dabei mit eingebunden. Die Zusammenarbeit mit dem Träger der Schule, der Stadt Wilsdruff, sei sehr gut gewesen, sagt sie.

Restarbeiten werden im Herbst erledigt

Nun wird eingeräumt. "Aktuell ist es stressig", sagt sie. "Doch es überwiegt die Vorfreude. Es ist eine extrem vielseitige, anspruchsvolle Arbeit, die wir gerade leisten." Denn neben der normalen Schuljahresvorbereitung ist sie mit ihren Kollegen dabei, das Schulhaus und die Klassenräume einzurichten, Schränke einzuräumen und Bücher zu stempeln. 

"Wir wurden dabei auch von Eltern unterstützt, insbesondere am Montag." An diesem Tag zog die Schule mit ihren Lehrbüchern, Musikinstrumenten, Sportgeräten und Werkzeugen von ihrem Interimsstandort in Kleinnaundorf nach Wilsdruff. Der Umzug wurde zwar an einem Tag geschafft, das Einordnung und Einräumen brauchte aber mehr Zeit. Zum Schulstart am Montag werden aber alle Dinge an ihrem Platz sein. Um 8.05 Uhr klingelt es zur ersten Stunde. 

Die Schüler werden eine fertige Schule vorfinden. Alle wichtigen Arbeiten werden abgeschlossen sein, nicht nur im Inneren, sondern auch außen. Der Schulhof mit Bolzplatz und Spielgeräten ist fertiggestellt. "Der ist richtig schön geworden", sagt die Schulleiterin. 

An ganz viele Dinge wurde gedacht, doch ein paar Restarbeiten sind trotzdem noch zu erledigen. "Es ist wie bei einem privaten Umzug", sagt die Schulleiterin. Das, was noch gemacht werden soll, soll in den Oktoberferien erledigt werden. Das sei sowohl für die Schule als auch für die Baufirmen eine gute Lösung, findet sie. Denn so werde der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt.

So sieht der Haupteingang des Wilsdruffer Gymnasium aus.
So sieht der Haupteingang des Wilsdruffer Gymnasium aus. © Norbert Millauer
Blick in den Teil der Mensa, in dem das Essen ausgereicht wird.
Blick in den Teil der Mensa, in dem das Essen ausgereicht wird. © Norbert Millauer
Diese Treppe verbindet unter anderem den Haupteingang mit der Mensa und dem Theatron (links).
Diese Treppe verbindet unter anderem den Haupteingang mit der Mensa und dem Theatron (links). © Norbert Millauer
Blick in die Aula, die sich direkt neben der Mensa befindet.
Blick in die Aula, die sich direkt neben der Mensa befindet. © Norbert Millauer

Das neue Schuljahr beginnt mit 223 Schülern, die in je drei Klassen der Klassenstufen fünf, sechs und sieben von 20 Lehrern unterrichtet werden. Sechs Pädagogen sind neu dazugekommen. "Ich bin total glücklich mit der Personalbesetzung", sagt die Schulleiterin. Denn in ihrem Team sind ausschließlich Kollegen, die sich ganz bewusst für Wilsdruff beworben haben oder darum gebeten haben, sie an diese Schule zu versetzen. Viele ihrer Kollegen wohnen in Wilsdruff, in benachbarten Orten und in Dresden. 

Parallel zur Schule nimmt auch ein neuer Essenanbieter seine Arbeit auf. Bisher hatte das Unternehmen Sodexo die Schule versorgt. Ab Montag kocht das in Dresden ansässige Unternehmen Widynski & Roick - und das direkt in der neu eingerichteten Schulküche. "Von hier aus werden auch die Wilsdruffer Grund- und Oberschule versorgt." Beide befinden sich in der unmittelbaren Nachbarschaft.

Eigentlich sollte das 2018 gegründete Gymnasium schon im Sommer 2019 umziehen. Doch da wurde am Gebäude noch gebaut. Als bekannt wurde, dass der Umzug verschoben werden muss, war die Enttäuschung groß, erinnert sich die Schulleiterin. "Wir haben uns auf den Umzug und auf das neue Schulgebäude so gefreut."

Nach der Entscheidung musste ihre Schule improvisieren. "In Kleinnaundorf hatten wir zwar ausreichend Klassenzimmer, aber leider keine Fachkabinette". So fehlte der Schule ein Biologie-, ein Physik- und Informatikkabinett. "Wir haben uns geholfen." Die Stadt Wilsdruff als Schulträger hatte der Schule eine gute WLAN-Anbindung und Tablets organisiert. Die Provisorien haben aus ihrer Sicht gut funktioniert.

Kleinnaundorfer sind gute Nachbarn

Das Schulgebäude in Kleinnaundorf und die Nachbarn seien ein Geschenk für jede Schule, die dorthin ausgelagert werde. "Das Außengelände besitzt einen wunderschönen, großen Spielplatz mit ganz viel neuen Spielgeräten und ein Biotop, dass wir im Biologieunterricht genutzt haben." 

Zudem stehe neben der Schule eine wunderbare Turnhalle und es gebe einen sehr gut gepflegten Außensportbereich. Beides wurde der Schule von der SG Kleinnaundorf bereitgestellt. "Wir sind sehr freundlich empfangen und sehr herzlich verabschiedet worden. Es ist uns in Kleinnaundorf gutgegangen." Einzig die Schülerbeförderung sorgte für Aufregung, weil nur eine begrenzte Zahl von Bussen zur Verfügung stand. Allerdings sei es im zweiten Jahr besser geworden, so Laetsch.

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