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Der lange Weg zum Rückhaltebecken

Grumbach soll vor dem Hochwasser der Wilden Sau geschützt werden. Doch das ist nicht so einfach.

Auch die Grumbacher fürchten sich vor dem Hochwasser der Wilden Sau. Foto: Andreas Weihs
Auch die Grumbacher fürchten sich vor dem Hochwasser der Wilden Sau. Foto: Andreas Weihs © Andreas Weihs

Die Stadt Wilsdruff hält an ihrem Plan fest, ein Rückhaltebecken in Grumbach zu bauen.  Der Weg dahin ist allerdings sehr kompliziert. Wie Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in der jüngsten Stadtratssitzung informierte, muss der geplante Eingriff in die Landschaft  mit einer sogenannten Kompensationsmaßnahme ausgeglichen werden. Eigentlich war geplant, das alte, nicht mehr funktionsfähige Wehr der Sparmannmühle zurückzubauen. Bei der konkreten Planung stellte sich heraus, dass diese Maßnahme für eine Ausgleichsmaßnahme zu komplex sei, erklärte Rother. Deshalb musste sich die Stadt nach Alternativen umschauen. 

Diese gebe es im Stadtgebiet. Allerdings wäre es sehr kompliziert, diese Maßnahmen umzusetzen, da die Stadt zunächst Grundstückseigentümerin werden müsste. Einen einfacheren Weg fand man im benachbarten Dresden. Dort gebe es eine fertig geplante und genehmigte Maßnahme, die man über sogenannte Wertpunkte übernehmen kann. Deren Wert entspricht dem Eingriff, den  Wilsdruff  als Ausgleich für das Rückhaltebecken erbringen muss. 

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Deshalb werde Wilsdruff diese Wertpunkte von der Stadt Dresden kaufen. "Die Stadt Wilsdruff erspart sich dadurch ein langwieriges Planungs- und Genehmigungsverfahren für eine eigene Ausgleichsmaßnahme in dieser Größenordnung", so Rother.  Ziel der Stadt sei es, die Verhandlungen um die Wertpunkte bis Ende Januar abzuschließen.

Grumbachs Ortsvorsteher Steffen Fache hoffte, dass dieses Wehr an der Wilden Sau zurückgebaut wird. Doch das wird wohl so schnell nicht passieren.  
Grumbachs Ortsvorsteher Steffen Fache hoffte, dass dieses Wehr an der Wilden Sau zurückgebaut wird. Doch das wird wohl so schnell nicht passieren.   © Andreas Weihs

Doch nicht nur die Ausgleichsmaßnahmen verzögerten den Planungsfortschritt, sondern auch die Landesdirektion. Die Behörde forderte die Stadt auf, einige Teilpläne zu überarbeiten. Dazu musste das Planungsbüro einige Pläne aktualisieren. Das sei inzwischen geschehen, so Rother. Nun kann die Zustimmung weiterer Grundstückseigentümer eingeholt werden.

Wilsdruff plant die Errichtung eines Erddammes, der später begrünt werden soll. Ähnliche Anlagen gibt es bereits in Reinhardtsgrimma, Glashütte und Lauenstein. Sie arbeiten nach demselben Prinzip. Steigt der Pegel, wird das Wasser vor dem Damm angestaut. Die Anlage ist so konzipiert, dass sie so viel Wasser abfließen lässt, dass es in Grumbach nicht zu Zerstörungen kommt.

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