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Wilsdruffer Autozulieferer braucht weiteren Parkplatz

Weil zu viele Angestellte mit dem eigenen Pkw kommen, muss Eberspächer reagieren.

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Von Annett Heyse

Eigentlich verdient die Firma Eberspächer mit Autos ihr Geld. Genauer gesagt, mit Lkws. Denn an ihrem Standort in Wilsdruff werden Abgasanlagen für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen gebaut. Je mehr neue Lkws europaweit gekauft werden, desto häufiger klingelt es in der Kasse. Jetzt jedoch muss sich Eberspächer mit den Auswirkungen von zu vielen Fahrzeugen herum schlagen: Der Firmenparkplatz reicht bei Weitem nicht aus.

Besonders beim Schichtwechsel herrscht mittlerweile das reinste Chaos auf der Hühndorfer Höhe. Die Kreisstraße ist zeitweise rechts und links dicht beparkt, die Parkplatzeinfahrt überlastet. Das könne nicht zum Dauerzustand werden, monierte selbst Wilsdruffs wirtschaftsfreundlicher Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in einer Stadtratssitzung.

Das hat man auch bei der Werksleitung erkannt. Jetzt soll ein zweiter Parkplatz angelegt werden. Er entsteht aus Richtung Straße aufs Firmengebäude geblickt, rechts der Niederlassung. Die schon vorhandenen Stellflächen befinden sich genau auf der gegenüberliegenden Seite. Bisher ist dort, wo bald Pkws parken sollen, noch bewirtschafteter Acker. Die Pachtverträge wurden von Eberspächer, denen das Land schon länger gehört, jetzt vorzeitig gekündigt.

Inzwischen habe man sich auch mit dem Landwirt auf eine entsprechende Entschädigung geeinigt, ließ Werksleiter Thorsten Bick wissen. Die Verhandlungen hätten einem Baustart bisher noch im Wege gestanden. Denn die Genehmigung für den Bau des Parkplatzes hält Eberspächer schon seit Mitte Dezember in den Händen. Entstehen sollen auf dem Gelände 109 Stellplätze. 211 Parktaschen hat die Firma schon. „Wir hoffen, dass dies dann ausreichend ist“, sagt Werksleiter Bick.

Könnte sein. Denn insgesamt beschäftigt Eberspächer in Wilsdruff 400 Mitarbeiter. Gearbeitet wird rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Etliche Angestellte hätten schon Fahrgemeinschaften gebildet, berichtet Bick. Es hängt in der Firma sogar eine Tafel aus, um Mitfahrer zu finden. In der wärmeren Jahreszeit würden bestimmt auch wieder mehr Männer und Frauen mit dem Fahrrad, dem Moped oder dem Motorrad kommen. „Aber die meisten sind aufs Auto angewiesen.“ Denn etliche Beschäftigte kommen von weiter her, aus Chemnitz oder Freiberg beispielsweise. Für die sei auch der Bus keine Alternative. Zwar befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Firma Haltestellen. Aber die Busse fahren nicht immer dann, wenn Schichtwechsel ist, vom Wochenende ganz zu schweigen.

Eberspächer stellt in Wilsdruff Lkw-Abgasanlagen her, welche die neue EU-Abgasnorm 6 erfüllen. Seit Anfang 2013 laufen in dem Werk die ersten Serienprodukte vom Band, inzwischen ist die Produktion voll hochgefahren. Gefertigt werden Abgasanlagen in mehreren Hundert Varianten für Volvo-Renault, Iveco und Daimler. Sie werden in Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen eingebaut. Weil in anderen Eberspächer-Werken keine Kapazitäten frei waren und auch neue maßgeschneiderte Technologien zum Einsatz kommen sollten, wurde in Wilsdruff 2011/12 ein völlig neues Werk errichtet. 80 Millionen Euro investierte das schwäbische Familienunternehmen. Die gesamte Eberspächer-Gruppe beschäftigt rund 7 300 Mitarbeiter in 25 Ländern.