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Wilthen bekommt ein neues Pflegeheim

In der ehemaligen DRK-Schule entstehen Plätze für 34 Senioren. Die Einzel- und Doppelzimmer bieten einige Besonderheiten.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Von der Straßenseite wirkt das große Haus nahezu unverändert. Doch in der ehemaligen DRK-Schule in Wilthen hat sich schon einiges getan, und in nächster Zeit wird noch allerhand passieren. Peggy Macher richtet in dem Gebäude, das 1920 als Hotel gebaut wurde und später viele Jahre lang als Schule des Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes diente, ein Pflegeheim ein. „Mein Ziel ist es, im Juli dieses Jahres zu eröffnen“, sagt die Bautzenerin, die das Haus gekauft hat.

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34 Betten in Einzel- und Doppelzimmern wird das Heim bieten. Interessenten dafür gibt es schon reichlich und auch etliche Anmeldungen. Weitere werden jederzeit entgegengenommen. Doch bevor die ersten Senioren einziehen können, ist noch einiges zu erledigen. „Der Grundcharakter des Gebäudes bleibt erhalten. Aber wir bauen neue Bäder ein“, berichtet Peggy Macher, die bisher als ausgebildete Altenpflegerin und Heimleitung tätig war und jetzt ihr eigenes Heim aufbaut. Im großen Saal wird eine Zwischendecke eingezogen, damit dort Zimmer auf zwei Ebenen entstehen können. Dafür entsteht im oberen Geschoss ein Veranstaltungssaal für Bewohner und Mitarbeiter. Ein Fahrstuhl wird installiert. Die Besonderheiten des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes werden in die Gestaltung einbezogen, zum Beispiel Stuckdecken und Stil-Türen. An Dach, Fassade und Fenstern muss die Investorin nichts machen; da ist alles gut in Schuss. Zum 50-jährigen Jubiläum der DRK-Bildungsstätte 2004 wurde das Äußere des Hauses saniert.

Ein Anbau, in dem Garagen untergebracht waren, ist abgerissen worden. Dadurch bietet der Garten den künftigen Bewohnern noch mehr Platz zum Aufenthalt im Freien. „Die Lage des Hauses ist wirklich günstig“, freut sich Peggy Macher. Ein Netto-Markt befindet sich wenige Schritte entfernt, und auch bis ins Stadtzentrum ist es nicht all zu weit. Um die 15 Mitarbeiter sollen künftig im neuen Pflegeheim in Wilthen tätig sein. Bewerbungen hat die Chefin schon genügend erhalten. Fast alle Beschäftigten werden aus der Stadt und der unmittelbaren Umgebung kommen. Da Peggy Macher die soziale Betreuung direkt im Haus anbieten möchte, sucht sie noch Mitarbeiter für die Ergotherapie und den Bereich Hauswirtschaft. Das Mittagessen wird nicht im Haus gekocht. Woher es kommt, steht noch nicht fest. „Ich möchte einen Anbieter vor Ort finden“, sagt die Geschäftsführerin. Auch beim Bauen setzt sie auf einheimische Kompetenz. Die Firmen, die bald im und am Haus tätig sein werden, kommen aus Wilthen und Umgebung.

Das künftige Pflegeheim diente dem DRK lange als Ausbildungsstätte. Ab 1953 fanden dort Lehrgänge für Mitarbeiter und Ehrenamtliche statt. Ende der 60er-Jahre wurde die Einrichtung zur Zentralschule des DRK der DDR. Nationale und internationale Tagungen fanden statt. Mit der Wende begann die Ausbildung von Rettungssanitätern und -assistenten, und das Haus wurde zur Landesschule des Sächsischen DRK. Auch für die Stadt spielt es eine Rolle. Eine Kleiderkammer und eine Begegnungsstätte waren darin untergebracht; Seniorengymnastik und Essen auf Rädern wurden angeboten. Im Saal gab es öffentliche Veranstaltungen. Vor reichlich drei Jahren konzentrierte das DRK die Ausbildung in Dresden und schloss die Schule in Wilthen. Seitdem stand das Gebäude leer. Nun zieht wieder Leben ein.

Kontakt: 0170 8362441