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Wilthenerin hilft Armen in Nepal

Michi Münzberg engagiert sich seit Jahren in dem südasiatischen Land. Dank eines Vereins kann sie jetzt ein Hospital unterstützen. Und sie hat weitere Projekte.

© privat

Von Katja Schäfer

Wilthen. Ins Krankenhaus will hierzulande niemand gern. In Nepal sind viele Menschen jedoch sehr froh und dankbar, wenn sie diese Möglichkeit bekommen. „Vor allem in den ländlichen Regionen gibt es Kranke und Verletzte, die keine Chance auf eine angemessene Behandlung haben. Gründe dafür sind, dass ihnen und ihren Familien das Geld dafür fehlt oder dass es in entlegenen Gebieten gar keine Voraussetzungen dafür gibt“, berichtet Michaela Münzberg. Diesen Menschen möchte die Wilthenerin, die sich seit reichlich fünf Jahren für Bedürftige in Nepal engagiert, mit ihrer jüngsten Aktion helfen. 1 000 Euro konnte ihr Projekt „Hope for Nepal“ jetzt an ein kleines Reha-Zentrum mit bis zu 20 Plätzen in Kathmandu spenden, in dem Opfer des verheerenden Erdbebens vor drei Jahren und andere Langzeitpatienten behandelt werden.

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Eine ganze Schule für 20 000 Euro

„Dieses kleine Hospital, in dem die Ärmsten der Armen Hilfe finden, unterstütze ich seit zwei Jahren; bisher immer mal wieder mit kleinen Spenden, zum Beispiel dem Kauf von Medikamenten“, berichtet Michaela Münzberg, die von denen, die sie kennen, kurz Michi genannt wird. Dass jetzt so eine große Summe übergeben werden konnte, ist einem Kölner Verein zu verdanken. Er trägt den Namen Second Bandshirt und vertreibt gebrauchte Band-Shirts über einen Online-Shop gegen Spenden. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Städten, haben teils selbst mal Musik gemacht oder Konzerte organisiert und engagieren sich jetzt ehrenamtlich. Der gesamte Erlös geht an gemeinnützige Organisationen oder Aktionen. „Der Verein unterstützt jedes Jahr drei Projekte. Diesmal wurde unter anderem Hope for Nepal ausgewählt“, freut sich Michaela Münzberg. Mit dieser und weiterer Unterstützung aus Deutschland werden zum Beispiel ein Teil der Miete für das Hospital abgedeckt, Medikamente und auch Pfleger bezahlt.

Die Hilfe für Kranke ist aber nicht der einzige Bereich, in dem sich die Wilthenerin engagiert, seit sie 2012 bei ihrer ersten Nepal-Reise sehr erschüttert von den Lebensbedingungen in dem südasiatischen Land war. Zum Beispiel hat sie nach dem Erdbeben Spenden für den Wiederaufbau von Hütten in verschiedenen Dörfern gesammelt. Derzeit beschäftigt sie sich mit Planungsunterlagen für eine Schule. „Die Georg-Kraus-Stiftung, die weltweit Projekte für Frauen und Kinder unterstützt, ist auf meine Arbeit aufmerksam geworden und hat angeboten, eine Schule für mich zu bauen“, berichtet Michi Münzberg und setzt dabei die Worte „für mich“ mit den Fingern in Anführungszeichen. Die Wilthenerin kennt ein geeignetes Objekt – eine Schule in einem abgelegenen Dorf, in der 100 Kinder lernen, die aber seit dem Erdbeben in sehr schlechtem Zustand ist. Mithilfe der Stiftung könnte sie wieder aufgebaut werden. „Das würde rund 20 000 Euro kosten“, schätzt Michaela Münzberg, die an der geforderten Kostenaufstellung sitzt, aber nicht so schnell vorankommt, wie sie es sich wünscht, weil manche Zuarbeit aus Nepal auf sich warten lässt. Die Schule soll vor Ort von Einheimischen gebaut werden. Denn „Hope for Nepal“ arbeitet nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“. Nachdem Michi Münzberg und ihre Unterstützer zwei Waisenhäuser zum Laufen gebracht haben, zogen sie sich dort zurück.

Aktuell bestehen 20 Schulpatenschaften. „Viele Familien sind so arm, dass sie das Schulgeld für ihre Kinder nicht aufbringen können. Es scheitert oft an wenigen Rupien. Manche Kinder müssen vorzeitig die Schule verlassen. Ältere setzen oft ein Schuljahr aus, um sich das Geld für das nächste Schuljahr durch harte Arbeit selbst zu verdienen. Viele Kinder können aber auch gar nicht zur Schule gehen“, berichtet Michaela Münzberg.

Rechenschaft über jeden Cent

Im vergangenen Jahr flossen aus Wilthen und Umgebung knapp 3 300 Euro für Schulgelder nach Nepal. Insgesamt hat „Hope for Nepal“ reichlich 6 300 Euro für verschiedene Projekte zur Verfügung gestellt. Eine detaillierte Auflistung und ausführliche Berichte findet man auf einer Internetseite. „All dies ist nur möglich durch die großartige Unterstützung meiner Familie, von lieben Freunden und großherzigen Spendern“, sagt Michi Münzberg, die mit dem Verein „Eine Welt für alle“ aus Schirgiswalde zusammenarbeitet. „Er bietet mir die rechtliche Plattform, die Organisation, das Spendenkonto“, erklärt sie und fügt an: „Allen Spendern und Unterstützern gilt ein herzliches Dankeschön, auch im Namen meiner nepalesischen Freunde.“