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Gemeinde ist für drei größere Windräder

Ob es auch zwei mehr im Windpark Zodel sein dürfen, darüber ist nicht entschieden. Es sind noch Fragen offen.

Der Windpark Zodel soll drei größere Anlagen bekommen. Dafür werden drei ältere Windräder weichen.
Der Windpark Zodel soll drei größere Anlagen bekommen. Dafür werden drei ältere Windräder weichen. © André Schulze

Dass drei alte Windräder durch drei neue im Windpark Zodel ersetzt werden, damit gehen die Gemeinderäte von Neißeaue mit. Das ist am Dienstag in der außerplanmäßigen Gemeinderatssitzung deutlich geworden. In dieser diskutierten die Räte mit Bürgermeisterin Evelin Bergmann den als "Repower" bezeichneten Austausch von Windkraftanlagen. Am 25. Juni hatte der neue Eigentümer von drei der insgesamt elf Windräder sein Vorhaben im Gemeinderat vorgestellt.  

Bei dieser Vorstellung ließ die Rewind Gesellschaft die Option offen, ein oder zwei Windräder zu den vorhandenen drei stellen zu wollen. Die neuen Anlagen werden samt Rotorblättern 246 Meter in die Höhe ragen, rund 100 Meter höher als die jetzt vorhandenen Windkraftanlagen. Eine klare Entscheidung, ob man bis zu zwei Anlagen noch zulässt oder nicht, war an diesem Abend nicht zu vernehmen. Das will sich Neißeaue noch offen lassen, auch wenn der Betreiber mit viel Geld für die Kommune den Räten das Vorhaben schmackhaft macht.  

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In einem Jahr die Genehmigung

Mehr beschäftigt die Räte der straffe Zeitplan, den die eab New Energy vorgibt. Dieses Unternehmen mit Sitz in Großschirma wird das Projekt der Berliner Rewind planen und umsetzen. Nach dem Vorschlag der eab könnte der Gemeinderat im September bereits den Beschluss für einen neuen Bebauungsplan fassen. Denn dieser ist die Grundlage, um den Austausch der Windräder vorzunehmen. Ein Jahr später soll bereits dem Abriss und dem Neuaufbau der drei Anlagen zugestimmt werden. In dem Jahr dazwischen sollen alle Formalitäten einschließlich Gutachten und Anhörung erledigt sein.   

Einige Räte nennen diesen Zeitplan als "sehr sportlich". Mario Ludwig (Freie Liste) warnte davor, sich damit unter Druck setzen zu lassen. "Wir sollten erst uns und die Bürger ausreichend informieren, bevor wir weiter darüber entscheiden", sagte der Zodler am Dienstag. So wollen die Räte die Vertreter beider Firmen noch einmal nach Neißeaue einladen, damit sie das Vorhaben auch vor den Ortschaftsräten und schließlich den betroffenen Bürgern noch einmal erläutern. Eine Bürgerversammlung soll dazu im August stattfinden.  

Auswirkungen auf den Regionalplan

Ob zwei neue Windräder dazukommen, diese Option lassen sich die Räte noch offen. Denn wenn sie dem zustimmen sollten, hat das Auswirkungen auf den Regionalplan. In diesem ist die Fläche und die Anzahl der Windräder festgeschrieben. Das müsste geändert werden, auch wegen der Abstände der Windräder untereinander. Sachsen schreibt 1.000 Meter vor. So gesehen sind die Räte davon überzeugt, dass noch einiges zu tun ist, bevor an Abriss und Neubau gegangen werden kann.   

Die Rewind als Eigentümerin rechnet mit einer Energieleistung der drei neuen Windräder von 35 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das würde der Gemeinde einen Erlös von 70.000 Euro in die Kasse bringen. Mit fünf Anlagen würde sich das Ganze auf rund 100.000 Euro summieren. Grundlage dafür ist ein noch zu beschließendes Gesetz, dass den Kommunen den "Energie-Cent" sichert. Ab 2021 sollen von jeder erzeugten Kilowattstunde Windenergie 0,2 Cent für die Gemeinde sein, auf deren Gebiet die Anlage steht. 

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