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Windrad liegt am Boden

Bei einer der Anlagen in Hartha muss das Hauptlager ausgetauscht werden. Dabei hoffen die Monteure auf günstige Bedingungen.

Der sogenannte Stern mit den Rotorblättern wurde in einem Stück von der Windkraftanlage heruntergehoben. Möglich war dies mit einem 800-Tonnen-Kran.
Der sogenannte Stern mit den Rotorblättern wurde in einem Stück von der Windkraftanlage heruntergehoben. Möglich war dies mit einem 800-Tonnen-Kran. © Dietmar Thomas

Hartha. Windkraftanlagen „leben“ davon, dass der Wind möglichst kräftig bläst. Am Dienstag war es aber gut, dass der luftige Geselle nicht so stark unterwegs war. Das erleichtert die Reparatur einer der beiden Anlagen am Heegweg in Hartha.

Die Windkraftanlagen wurden vor etwa 15 Jahren errichtet. Eigentümer ist die Firma EST Spezial-Technik GmbH Döbeln, die eine ganze Reihe von solchen Windrädern betreibt. Die beiden Windkraftanlagen in Hartha haben eine Nabenhöhe von 85 Metern. Der Durchmesser des Rotors beträgt 77 Meter. 

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Die Anlagen haben jeweils eine Leistung von 1,5 Megawatt und liefern etwa 2.500 bis 3.000 Megawattstunden pro Jahr. „Mit einer Anlage können etwa 850 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgt werden“, erklärt Lutz Fiedler von der Firma EST Spezial-Technik.

Beauftragt mit der Reparatur ist die Firma Connected Wind Services aus Nordfriesland. Sie betreut die Windkraftanlagen der Döbelner Firma. „Die Windräder werden in bestimmten Abständen gewartet. Dabei wurde festgestellt, dass in einem von ihnen das Hauptlager ausgetauscht werden muss“, erklärt Lutz Fiedler. 

Das war schon einige Zeit hörbar. Denn die Rotorblätter drehten sich ziemlich geräuschvoll. Deshalb wurde eine Fettprobe genommen. Auch die bestätigte: Das Lager ist kaputt. „Die Monteure schauen dabei, ob sich im Schmierfett Rückstände wie zum Beispiel Späne finden lassen“, erklärt Fiedler.

Seit Montag sind die Servicetechniker nun vor Ort. Mithilfe eines kleineren Krans haben sie neben dem Windrad einen 800-Tonnen-Kran aufgebaut. Im Laufe des Dienstags wurden mit diesem die drei Rotorblätter abgenommen und auf dem Feld gelagert. Anschließend wird das Getriebe ausgebaut und ebenfalls nach unten gehoben, damit das Lager vor Ort ausgewechselt werden kann. In umgekehrter Reihenfolge erfolgt dann die Montage der überdimensionalen Teile.

„Wir hoffen, dass die Reparatur bis zum Wochenende abgeschlossen werden kann“, so Lutz Fiedler. Dabei sind die Monteure auch auf günstige Witterungsbedingungen angewiesen. So wie am Dienstag, als der Wind nicht ganz so stark blies. Dadurch konnte der „Stern“ mit den drei Rotorblättern relativ zügig abmontiert und zu Boden gebracht werden. 

Wenn die Anlage wieder zusammengebaut wird, kommt es sogar noch mehr darauf an, dass günstige Windverhältnisse herrschen. „Umso leichter lassen sich die Teile wieder zusammensetzen“, so Lutz Fiedler.

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