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Windräder zu nah am Dorf?

Der Ortschaftsrat Hausdorf möchte Änderungen an den Plänen des Investors. Er bringt drei Gründe dafür vor.

Noch drehen sich fünf kleine Windkraftwerke bei Hausdorf. Diese sollen gegen drei größere ersetzt werden.
Noch drehen sich fünf kleine Windkraftwerke bei Hausdorf. Diese sollen gegen drei größere ersetzt werden. © Egbert Kamprath

Der Ortschaftsrat Hausdorf hat Bedenken gegen die Errichtung von drei neuen Windkraftanlagen angemeldet. Diese hat er in einer "ergänzenden Stellungnahme" gegenüber dem Regionalen Planungsverband niedergeschrieben und Anfang der Woche unter anderem an den Ministerpräsidenten Michael Kretschmer, an Landrat Michael Geisler und die Landtagsabgeordnete Andrea Dombois (alle CDU) gesandt. 

Die Räte erklären, dass der Investor VSB einige Vorgaben nicht einhalten wolle. So sollen die drei Windkrafträder auf Flächen errichtet werden, die der Planungsverband nicht als sogenanntes Vorranggebiet ausgewiesen hat. Die Standorte widersprächen dem Regionalplan, sagt Ortsvorsteher Andreas Dießler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma) im Namen des Ortschaftsrates. 

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Hausdorfs Ortschef Andreas Dießler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma) und seine Ortschaftsräte wollen Änderungen an den Plänen des Windkraftinvestors.
Hausdorfs Ortschef Andreas Dießler (Wählervereinigung Reinhardtsgrimma) und seine Ortschaftsräte wollen Änderungen an den Plänen des Windkraftinvestors. © Egbert Kamprath

Die Hausdorfer weisen nachdrücklich darauf hin, dass die geplanten Anlagen in zwei Richtungen den vom Gesetzgeber formulierten Abstandsregelungen widersprechen, so Dießler. Er verweist auf eine Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums vom 19. Juni dieses Jahres, in der die 1.000-Meter-Abstandsregelung beschrieben ist. Würden die Pläne des Investors verwirklicht, befänden sich alle drei Windkraftanlagen weniger als 1.000 Meter von einzelnen Wohnhäusern entfernt. Diese seien Einzelobjekte, gehören nach Ansicht des Ortschaftsrates aber zum Dorf dazu. Die betroffenen Häuser herauszurechnen, "ist nicht akzeptabel". Sie liegen eindeutig in der Ortslage Hausdorf. "Das würde eine Ungleichbehandlung der dort lebenden Familien bedeuten", so Dießler.

Windrad so hoch wie der Fernsehturm

Außerdem erneuern die Hausdorfer ihre dringende Bitte nach einer Höhenbegrenzung. Die neuen Windkraftanlagen sollen nur circa 100 Meter hoch werden. Dießler und seine Ratskollegen möchten nicht, dass die neuen Anlagen wie aktuell von der der Firma VSB geplant, die Höhe von 246 Meter Flügelspitze erreichen. Das würde der Höhe des Dresdner Fernsehturms entsprechen, rechnen sie vor. 

Die Hausdorfer erwarten, dass zumindest die Abstandsregelungen von 1.000 Meter und die definierten Flächen laut Regionalplan eingehalten werden. Abweichenden Vorstellungen der Investoren sollte der Planungsverband eine Absage erteilen. 

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