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Windräder: Größer und leiser

Im Windpark Zodel werden drei Anlagen erneuert. Der Betreiber wirbt für das Vorhaben mit Geld für den Haushalt der Gemeinde.

Der Windpark Zodel. Drei Anlagen sollen durch größere in den nächsten zwei Jahren ersetzt werden.
Der Windpark Zodel. Drei Anlagen sollen durch größere in den nächsten zwei Jahren ersetzt werden. © André Schulze

Es kommt wieder Bewegung in den Windpark Zodel und die verursacht nicht der Wind. Nur indirekt. Denn das Unternehmen "Rewind" hat die drei südlich, zu Zodel stehenden Windräder erworben. Darüber berichtet Judith Gerlach, Mitarbeiterin in dem in Berlin ansässigen Unternehmen. Da die Siemens-Turbinen nicht mehr zeitgemäß in der Leistung sind, sollen diese durch neue ersetzt werden. Die neuen Turbinen sind nicht nur leistungsstärker, sondern den Wolken ein großes Stück näher als ihre Vorgänger.   

Die Rede ist von drei Anlagen vom Typ Enercon E-160. Die Zahl im Namen verrät den Durchmesser des Rotors: 160 Meter. Dieser wird sich in einer Höhe von 166 Metern drehen. Mit den Rotorblättern erreicht eine Anlage eine Höhe von 246 Metern. Zum Vergleich: Die bestehenden Anlagen kommen auf eine Gesamthöhe von rund 150 Meter bei einer Nabenhöhe von 100 Metern. Jede Anlage bringt eine Leistung von 4.500 Kilowattstunden. Also das Dreifache gegenüber den vorhandenen Anlagen.  

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Anlagen sind intelligent

Der Austausch der Anlagen liegt in den Händen der eab New Energy Gesellschaft mit Sitz in Groß Schirma. Sie tritt als Projektentwickler im Auftrag der Rewind auf und wird das Vorhaben umsetzen. Volker Scharf als Außendienstmitarbeiter sprach im Gemeinderat Neißeaue darüber, dass die neuen Windkraftanlagen zwar größer und leistungsfähiger sind, aber auch leiser. Sie reagieren automatisch auf zu viel Lärm beziehungsweise ungünstigen Schattenwurf und schalten sich von selbst ab. Ebenso werden sie die ganze Nacht nicht mehr blinken, um Flugzeuge zu warnen. Hintergrund ist, dass dieses Dauerleuchtfeuer in Deutschland zum 30. Juni 2021 verboten wird. Ab dann blinken sie nur noch, wenn sich ein Hubschrauber oder ein Flugzeug nähert. Volker Scharf spricht von einer bedarfsgerechten Nachtbefeuerung die durch entsprechende Technik im Windrad und im Flugzeug das erst möglich macht.    

So schnell werden die drei neuen Anlagen aber nicht stehen. Dieses Jahr wird alles vorbereitet und die notwendigen Gutachten eingeholt, erklärt Volker Scharf. Zudem muss der Bebauungsplan der Gemeinde für den Windpark geändert und die drei Altanlagen abgerissen werden. Somit wird die Montage der drei neuen Windmühlen erst im zweiten Halbjahr 2022 erfolgen, so alles dafür genehmigt ist.  

Zuschuss für Neißeaue

Damit die Umsetzung gelingt, lockt der Betreiber mit Geld die Kommune. So soll die Gewerbesteuer zu 70 oder gar zu 100 Prozent in die Gemeinde fließen, sagt Judith Gerlach. Das erhofft sich Neißeaue auch von den vorherigen beziehungsweise  weiteren Betreibern der Windräder zwischen Zodel und Deschka. Aber das soll sich ändern. Der Bund will eine kommunale Beteiligung festschreiben. In der Diskussion sind 0,2 Cent pro erzeugte Kilowattstunde aus Windenergie, die in die Gemeinde fließt auf deren Boden die Windanlagen stehen. Auf die angestrebten 35 Millionen Kilowattstunden der drei Anlagen hochgerechnet, würde das Neißeaue einen Zuschuss von jährlich 70.000 Euro bringen, rechnet Judith Gerlach vor.  

Der Gemeinderat nahm das Angebot wohlwollend zur Kenntnis. Darüber beraten wird das Gremium in seiner nächsten Sitzung. Der Betreiber plant Workshops zu diesem Thema und will auch die Einwohner einbeziehen und informieren. Denn es ist auch möglich, die finanziellen Erträge als Anwohnergeld auszuzahlen. Das, beziehungsweise auch der Zuschuss für die Gemeinde könnten steigen, wenn zu den drei erneuerten Anlagen noch zwei weitere von dieser Dimension kämen. Platz sei dafür in dem als Windpark ausgewiesenen Gebiet noch da, heißt es vom Projektentwickler.  

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