merken
PLUS Döbeln

Winterbaustelle spart nur wenig

Der Bau auf der Straße zur Wunderburg  wurden zweimal ausgeschrieben. Die Kosten bleiben hoch. Nun wird gebaut, bis das Geld aufgebraucht ist.

Mit wenig Platz müssen Anwohner und Bauleute ab November auf der Straße zur Wunderburg auskommen. Dort muss zunächst eine Stützmauer in Ordnung gebracht werden.
Mit wenig Platz müssen Anwohner und Bauleute ab November auf der Straße zur Wunderburg auskommen. Dort muss zunächst eine Stützmauer in Ordnung gebracht werden. © Lars Halbauer

Roßwein. Die Anwohner der Straße zur Wunderburg müssen sich auf eine Winterbaustelle vor ihrer Haustür einstellen. Am 4. November sollen die nötigen Arbeiten beginnen. Gebaut wird bis 28. Februar 2020 – oder, solange das Geld reicht.

Als Grund dafür nannte Bauamtsleiter Dirk Mehler den Stadträten erhöhte Baukosten. Um diese zu reduzieren, hatte die Kommune die erste Ausschreibung mit dem günstigsten Angebot von rund 333 000 Euro wieder aufgehoben. Vom Ausführungszeitraum über den Winter erhoffte sich die Verwaltung, ein spürbar günstigeres Angebot zu erzielen. Doch diese Rechnung ist nicht wirklich aufgegangen.

August Holder GmbH
Zuverlässigkeit und Erfahrung
Zuverlässigkeit und Erfahrung

Kettensäge kaputt oder Profi-Gerät für´s Wochenende gesucht? Bei HOLDER kein Problem: Onlineshop, Werkstatt und Leihservice sorgen für funktionierendes und passendes Gerät.

Das wirtschaftlicheste Angebot der zweiten öffentlichen Ausschreibung lag bei 325 000 Euro und kam von der Firma LFT aus Ostrau. Die haben die Stadträte nun trotz der höheren Kosten beauftragt. Nach den Worten von Dirk Mehler soll versucht werden, die bisher bewilligten Fördermittel aufzustocken. 

Die gab es für die Böschungssicherung und den Wegebau in Höhe von etwas mehr als 200 000 Euro. Da war die Kommune aber auch von Gesamtkosten in Höhe von knapp 250 000 Euro ausgegangen. „Sollten keine weiteren Zuschüsse bewilligt werden, schlagen wir vor, die im Haushalt berücksichtigten ursprünglichen Kosten auszugeben, auch wenn damit nicht das komplette Bauprojekt abgeschlossen werden kann“, sagte der Bauamtsleiter.

Zum „Paket“ gehört der Wiederaufbau einer teilweise eingestürzten Stützwand, der Neuaufbau der Straßenentwässerung sowie der Straßenbau. Entwässerung und Teile des Straßenbaus müssten gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt – wenn das noch fehlende Geld zur Verfügung steht – fertiggestellt werden. Die Baufirma ist Mehler zufolge darauf vorbereitet, dass es zu einer Kündigung des Vertrages kommen könnte.

Die Gartenbesitzer sollen während der Bauzeit die Möglichkeit bekommen, zu ihren Parzellen zu gelangen. Auch für die Anwohner wird das fußläufig gewährleistet. Mit Autos zu den Grundstücken zu kommen, wird wahrscheinlich nicht möglich sein. Die Straße zur Wunderburg ist kaum breiter als ein Transporter. Deshalb wird auch die Baufirma nicht umhinkommen, Kleinsttechnik auf der Baustelle einzusetzen, wie der Amtsleiter auf Anfrage von Jördis Marschner (Linke) sagte.

Die OFM Abwasserentsorgung GmbH wird sich finanziell am Bau des Entwässerungskanals sowie der Straße zur Wunderburg beteiligen. Das bestätigt Francis Kuhnke, stellvertretende OFM-Geschäftsführer.

Nicht mehr investieren werden das Unternehmen beziehungsweise der Abwasserzweckverband Obere Freiberger Mulde in diesem Jahr in den Wiesenweg im Roßweiner Wohngebiet Wanne. Dort sollte eigentlich der mehr als 80 Jahre alte Kanal getauscht werden. Doch die Bauhofmitarbeiter haben in diesem Bereich erst Straßenschäden beseitigt. Deshalb mutmaßten die Anwohner, dass der Kanalbau wohl verschoben ist. Genau das trifft zu.

„Grundlage für diese Baumaßnahme ist die Mischwasserkonzeption für unser Verbandsgebiet. Deren öffentlich-rechtliche Genehmigungen steht aber noch aus“, begründet Kuhnke. Er stellt den Tiefbau im Wiesenweg für 2020 in Aussicht. Das Aufschieben sei problemlos, da der Kanal trotz seines Alters im Moment keine Probleme bereite.

Mehr zum Thema Döbeln