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„Winterdienst wird immer schlechter“

Langebrücker wollen die lückenhafte Räumung durch die Stadt nicht länger hinnehmen.Die Ortschaft plant deshalb, vorübergehend eigenes Geld bereitzustellen.

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Von Thomas Drendel

Richtig strecken musste sich Frank Mebus, als er den überdimensionalen Dresdner Stadtplan in im Langebrücker Bürgerhaus die Höhe hielt. Darauf waren die Straßen mit Winterdienst rot eingezeichnet. „Hier im Stadtzentrum gibt es etliche große weiße Flecken, das heißt, alle diese Straßen in dem Gebiet werden nicht geräumt. In Langebrück sieht es da noch gut aus.“ Der Mitarbeiter des Dresdner Straßen und Tiefbauamtes wollte mit diesen Sätzen den Langebrückern den Wind aus den Segeln der 50 Frauen und Männer nehmen, die zu der Einwohnerversammlung gekommen waren.

Doch die gaben sich nicht zufrieden. Ihnen brannte vor allem ein Problem unter den Nägeln: die Räumung der Neulußheimer Straße. Sie ist die einzige Zufahrt zum Wohngebiet Heidehof und war auf der Karte weiß eingezeichnet. Kein Räumdienst. „Wenn hier Schnee liegt, kommt an einigen Stellen kein Auto mehr an dem anderen vorbei. Und sollte dann noch ein Unfall passieren, dann sind 400 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten“, sagte ein Anwohner aus dem Heidehof. „Wenn dann im Wohngebiet noch ein Notfall passiert, möchte ich nicht die Verantwortung tragen“, brachte er die Situation auf den Punkt. Frank Mebus hielt dagegen. „Feuerwehr und auch Krankenwagen kommen meist durch. Wenn sie dochmal stecken bleiben sollten, werden wir informiert. Wir schicken ein Räumfahrzeug“, sagte er.

Eine Anwohnerin aus dem Heidehof beklagte die schlecht geräumten Fußwege. „Da passiert meist überhaupt nichts. Als Fußgänger muss man auf der glatten Straße laufen“, sagte sie. Hier sei die Rechtlage eindeutig, erklärt Frank Mebus. Dafür seien die Anlieger zuständig. Eine weitere Bewohnerin des Heidehofes wollte wissen, was aber mit dem vorderen Teil des Fußweges an der Neulußheimer Straße passiere, denn dort gebe es ja offensichtlich keine Anlieger. „Zum Teil sind hier die Anwohner von Siedlerweg in der Pflicht. Ihre Grundstücke grenzen mit der Rückseite an die Neulußheimer Straße. Sie müssten deshalb auch räumen“, sagte Karl-Heinz Schmidt, Leiter der Verwaltungsstelle Langebrück. Ein weiterer Langebrücker beklagte sich, dass im gesamten Ort der Winterdienst über die Jahre immer schlechter geworden sei. Im Winter 2010/11 beispielsweise, habe man nicht gewusst, wohin mit den Schneemassen. „Besonders im Heidehof wurden wegen der Schneetürme die Straßen immer schmaler“, sagte er.

Dieses Problem sei bekannt, eine Lösung habe er aber auch nicht. Ihn abzutransportieren sei zu teuer. Der Schnee müsse eventuell in die Vorgärten geschippt werden, auch wenn die im Heidehof klein sein.

Nach Ansicht von Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU) sei insbesondere die fehlende Räumung der Neulußheimer Straße ein Problem. „Es kann nicht sein, dass ein ganzes Wohngebiet von der Außenwelt abgeschnitten ist“, sagte er.

Frank Mebus machte aber wenig Hoffnungen. „Unser Budget ist ist ausgereizt. Wenn ich jetzt einer Räumung der Neulußheimer Straße zustimme, kommen auch andere Stadtteile mit ähnlichen Forderungen“, sagte er. Hartmann schlug deshalb eine politische Initiative vor. Die Stadt müsse mehr Geld für Winterdienst bereitstellen. Schon in den Diskussionen zum Haushalt 2013/14 müsse darüber gesprochen werden. Da es bis zur Umsetzung noch einige Zeit dauern kann, plant Langebrück eigene Ressourcen zur Räumung der Neulußheimer Straße einzusetzen. „Man könnte schauen, was über den Bauhof möglich ist, eventuell stellen wir auch Geld zur Verfügung“, sagte Hartmann. Eine Entscheidung soll auf einer der nächsten Ortschaftsratssitzugnen fallen.