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Wintergeschäft ohne Winter

Der fehlende Schnee macht nicht nur Kinder traurig. Ein Gutes hat das aber auch: das Streusalz geht nicht aus.

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Waren in manchen Wintern die Streusalzvorräte knapp – auf dem Archivfoto zeigt Robby Schönfelder in eine Halle der Firma Straßendienst und Kommunalservice – ist in dieser Saison davon keine Rede.
Waren in manchen Wintern die Streusalzvorräte knapp – auf dem Archivfoto zeigt Robby Schönfelder in eine Halle der Firma Straßendienst und Kommunalservice – ist in dieser Saison davon keine Rede. ©  SZ-Archiv / Nikolai Schmidt

Von Sandra Walter

Weiße Weihnachten – das hatten wir schon seit Langem nicht mehr, aber dass selbst im Januar nicht eine Schneeflocke vom Himmel fällt, das gab es in der Vergangenheit nur ganz selten. Doch nicht nur die Kinder vermissen einen richtigen Winter, zumal jetzt die Ferien anstehen. Auch vielen Geschäften macht der Winter ohne Schnee zu schaffen.

Adam Riahi von Intersport im Görlitzer City-Center berichtet, dass sich Winterkleidung schlechter verkauft, wenn draußen der Schnee fehlt. Skier, Skischuhe, Mützen oder Handschuhe – für all das hält sich aktuell das Interesse in Grenzen. Dafür würden sich jetzt schon wieder mehr Laufschuhe und Fitnesssachen verkaufen. Trotzdem hat Intersport nicht mehr Sommerprodukte im Sortiment als sonst.

Wo sie sonst gegen den Schnee kämpfen, macht Firmen wie der Straßendienst und Kommunalservice (SKS) jetzt der Schneemangel zu schaffen. Die SKS musste zwar schon zum Winterdienst anrücken, aber bisher nur etwa 15 bis 20-Mal, berichtet Robby Schönfelder, Mitarbeiter der SKS. „Die meisten Einsätze waren wegen Reifglätte am Morgen“, erzählt er. Deswegen mache die SKS auch Kontrollfahrten. Ansonsten hätten sie aber in diesen eher milden Tagen und Wochen nicht viel zu tun. Es ständen nur noch kleinere Reparaturarbeiten für die Stadt an. Dazu würden aber nur wenig Leute benötigt, deshalb seien viele gezwungenermaßen in Kurzarbeit.

Allerdings bekomme das Unternehmen trotzdem keine Vorhaltekosten von der Stadt. Geld wird also erst verdient, wenn wirklich Arbeit ansteht. Da aber nicht viel zu tun ist, steht die ganze Technik in der Garage und kann nicht genutzt werden. Dabei hat die SKS sowieso schon Defizite zu verzeichnen. Das ganze Salz, das sie schon vor Weihnachten gekauft hat, lagert nun in den Hallen und kostet viel Geld, sagt Robby Schönfelder.

Dem Kreis entstehen keine zusätzlichen Kosten

Beim Landkreis dagegen sieht das anders aus. Ihm entstehen keine zusätzlichen Kosten durch das lagernde Salz. Kreissprecherin Franziska Glaubitz erklärt: „Da der Salzbezug nur nach Bedarf erfolgt und der Landkreis Görlitz ohnehin gesetzlich angehalten ist, die Hallen immer voll zu befüllen, entstehen dem Landkreis somit keine Mehrkosten.“ Wegen Reif und Glätte auf der Fahrbahn müssten die Mitarbeiter der Stadt frühmorgens von 3 bis 6 Uhr und abends von 18 bis 21 Uhr Kontrollfahrten durchführen.

Die Mitarbeiter, die nicht im Winterdienst eingesetzt sind, nähmen die Aufgaben der Straßenunterhaltung wahr. Zum Beispiel müssen sich diese um die Grünflächen- und Baumpflege kümmern, um die Wartung von Verkehrseinrichtungen und das Reparieren von Schlaglöchern.

Die Stadt Görlitz kann sich freuen

Wer sich über den fehlenden Schnee freuen kann, ist die Stadt. Der städtische Betriebshof konnte, aufgrund weggefallener Aufgaben im Winterdienst, finanzielle Mittel in Höhe von etwa 16 000 Euro einsparen, teilt Sylvia Otto von der Stadtverwaltung mit. Auch das Streusalz mache keine großen Probleme, es lagere lose in Silohallen, bis es aufgebraucht ist.

Die Mitarbeiter, die für den Winterdienst verantwortlich sind, müssen jeden Morgen neu entscheiden, ob es sich lohnt, früh raus zu fahren oder nicht. Bisher wurde an 16 Tagen Winterdienst durchgeführt. Ansonsten gehen die Kollegen anderen Aufgaben nach – wie zum Beispiel Kontrollen, Wartung und Instandhaltung, Reinigung, Sicherheit oder Schließdienste.

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