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Winterspaß pur im Erzgebirge

Das Snowbike ist die neuste Attraktion in Holzhau. Aber auch das traditionelle Telemark-Skifahren wird dort betrieben. Neben Freizeitsport gibt’s auch viele Ski-Wettkämpfe.

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Von Brigitte Pfüller

Schnee, Sonnenschein und blauer Himmel – es herrschen im Erzgebirge beste Wintersportbedingungen. Außerdem lassen sich die Gemeinden, Städte und Sportvereine eine Menge einfallen, damit die Urlauber und Tagestouristen erlebnisreiche Stunden haben. „Neu sind Snowbike-Kurse“, erklärt Alexander Richter aus Holzhau. „In den USA ist dieser Sport längst trendy, jetzt kommt er nach Europa.“ Wie der Experte berichtet, können auch Anfänger auf diesem Gerät, das aussieht wie ein Fahrradoberteil mit Kufen, bereits nach Minuten herumkurven und sogar nach wenigen Stunden Übung jede Piste bezwingen – bei aktuellen Schneehöhen zwischen 60 Zentimeter und einem Meter.

„Wir haben hier oben eine schneesichere Lage.“ Außerdem gibt es Snow- und Airboard-Seminare sowie eine Skischule. Zugleich bereitet sich Holzhau auf die Airboard Fun & Challenge vor, die am 25. Februar stattfindet. Dafür gibt es kostenfreie Schnupperkurse mit Leih-Airboards sowie Wettkämpfe für Könner. „Zuvor ist unser Skigebiete im MDR-Abendprogramm“, freut sich Alexander Richter. „Mit dabei sind am 10. Februar die Airboards sowie die Sängerinnen Uta Brezan und Andrea Berg.“ Außerdem wird über eine alte Wintersportart – das Telemark-Skifahren – berichtet, die hier wieder betrieben wird und Dieter Fischer aus Nassau rast mit seinen Schlittenhunden ebenfalls ins Bild.

Kino auf der Abfahrtspiste

Am 17. Februar steht Holzhau dagegen ganz im Zeichen von „Nu pagodi“. Das heißt, am Abend werden auf der Abfahrtspiste auf einer großen Leinwand Zeichentrickfilme von Hase und Wolf vorgeführt. Tagsüber haben Kinder die Möglichkeit, von einer kleinen Schnee-Schanze zu springen. „Das ist mit allen Skiern möglich. Dafür brauchen sie keine besondere Ausrüstung.“

Noch bekannter bei Sportlern aus Deutschland ist der Schwartenberglauf, der in diesem Jahr zum 89. Mal durchgeführt wird. Er findet am 10. und 11. Februar statt und er wird von dem Skisportverein SSV Blau-Weiß Neuhausen ausgerichtet. „Unser Lauf ist noch älter als der berühmte Wasa-Lauf und wir haben in allen Zeiten unsere Tradition hoch gehalten“, freut sich Volker Langer. Der 67-Jährige ist Abteilungsleiter Ski beim SSV Blau-Weiß und er ist bis vor sieben Jahren selbst gestartet. „Ich war auch beim Wasa-Lauf und beim Engadin-Marathon. Aber jetzt macht die Gesundheit nicht mehr mit.“ Trotzdem ist er gemeinsam mit einer jüngeren Sportlerin Ski-Trainer für Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren. Besonders stolz ist er, dass in diesem Jahr sechs junge Talente seines Vereines in den sächsischen Sport-Landeskader aufgenommen wurden. Fünf von ihnen gehen sogar in Sportschulen. Zwei sind in Altenberg-Zinnwald beim Biathlon und drei in Oberwiesenthal. Außerdem kann der SSV Blau-Weiß auch erfahrene Kampfrichter für Wettkämpfe stellen. In diesem Jahr sollen zehn Neuhausener die Senioren-WM in Oberwiesenthal unterstützen.

Langlauf gerettet

Zum Schwartenberglauf erwartet Langer zwischen 200 und 300 Teilnehmer. Die Strecken bewegen sich zwischen einem Kilometer und bis zu zehn Kilometer. Am Sonnabend wird klassisch gelaufen, der Sonntag ist dem freien Stil gewidmet. Der Lauf geht über Kreisgrenzen hinweg: So sind Start und Ziel am Skistadion im Seiffener Ortsteil Bad Einsiedel, das im Erzgebirgskreis liegt. Gelaufen wird auf Neuhausener Loipen, die zum Landkreis Mittelsachsen gehören.

Langers Sportverein hat einen anderen Langlauf direkt über die Kreisgrenzen gerettet: Am 18. und 19. Februar 2012 findet der Spielzeugmacherlauf statt. Gestartet wird ebenfalls in Bad Einsiedel. Ursprünglich vom WSV Seiffen ins Leben gerufen, ging diese Tradition nach der Auflösung des Skisportvereines von Seiffen in die Hände der Neuhausener. „Dieser Lauf ist sportlicher. Hier sind schon ganz schöne Kanten zu bewältigen“., kündigt der Trainer an. Mit dem „Kanten“ meint er die Freistil-Strecke für Herren über 40 Kilometer. Kinder und Damen haben kürzere Distanzen. Wer sich nicht so fit fühlt, kann auch Freizeitsport betreiben. Die Loipen sind gespurt und an das Schwartenberg-Gebiet schließt sich das böhmische Erzgebirge an, das ebensolches Traumwetter und gute Wintersportmöglichkeiten zu bieten hat.

Anmeldungen für den Schwartenberglauf sind bis 7. Februar und für den Spielzeugmacherlauf bis zum 14. Februar bei Volker Langer, Telefon: 037361/45683 bzw. unter [email protected] möglich.