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Görlitz

Wippel oder Ursu? Sie haben eine Stimme

Das Interesse an der Görlitzer OB-Wahl ist riesig, auch medial. Etwa 8.600 Görlitzer haben ihr Kreuz indes schon gemacht.

Oben oder unten? Wo die Görlitzer am Sonntag ihr Kreuzchen machen, entscheiden sie selbst – so sieht er jedenfalls aus, der Stimmzettel für die OB Wahl.
Oben oder unten? Wo die Görlitzer am Sonntag ihr Kreuzchen machen, entscheiden sie selbst – so sieht er jedenfalls aus, der Stimmzettel für die OB Wahl. © Nikolai Schmidt

Noch ein Tag und dann ist raus, wer die Geschicke der Stadt in den kommenden sieben Jahren lenken wird. Wippel oder Ursu. Diese beiden Namen sind seit Wochen in aller Munde, und nur sie stehen auf dem Stimmzettel – beinahe ein Kinderspiel im Vergleich zum Wust an Zetteln bei der Wahl am 26. Mai. Ein Kinderspiel ist die Wahl an sich freilich nicht. Sie ist eine der brisantesten seit der politischen Wende. Denn bundesweit könnte es mit Sebastian Wippel den ersten gewählten AfD-OB geben. Entsprechend ist das Interesse in ganz Deutschland, aber auch der Druck, der am Sonntag auf den Wahlverantwortlichen in Görlitz lastet. Die SZ fast noch einmal alle wichtigen Dinge zur Wahl zusammen:

Noch mehr Briefwähler als im ersten Wahlgang haben schon abgestimmt

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46.635 Görlitzer sind am Sonntag berechtigt, einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Etwa 8.600 von ihnen haben ihr Kreuz schon gesetzt – per Briefwahl. Das sind noch einmal rund 1.000 mehr als im ersten Wahlgang vor drei Wochen. Lange Schlangen in der Jägerkaserne gab es diesmal aber nicht, denn die meisten Briefwähler hatten ihren Wahlschein ja bereits und bekamen den neuen Stimmzettel automatische zugeschickt.

Neben 57 normalen gibt es 18 Briefwahllokale. Pro Wahllokal sind acht Wahlhelfer eingeteilt, die in Schichten arbeiten. Laut der Görlitzer Wahlleiterin Cornelia Herbst sind von den 575 Wahlhelfern zwar ein paar ausgetauscht worden, weil einige arbeits- oder urlaubsbedingt nicht können, aber der Gros ist dasselbe wie Ende Mai. Der größte Teil kommt dabei aus der Stadtverwaltung.

Die Auszählung soll maximal zwei Stunden dauern

Wenn beim Auszählen alles glatt geht, könnte am Sonntag bereits gegen 19.30 oder 20 Uhr feststehen, ob sich AfD-Kandidat Sebastian Wippel oder CDU-Mann Octavian Ursu freuen kann. Die letzten Ergebnisse werden erfahrungsgemäß aus den 18 Briefwahllokalen kommen. Hier dauert es länger, weil die Briefe erst nach 18 Uhr geöffnet werden dürfen. Bei 8.600 Briefen ein enormer Zeitfaktor. Zwar kommen die Wahlhelfer in diesen Wahllokalen schon 15 Uhr, jedoch öffnen sie zunächst die Briefe und überprüfen schon mal die Wahlberechtigungsscheine – nicht zu verwechseln mit dem dann noch ungeöffneten Brief, der den Stimmzettel enthält. Insgesamt sind also mehr als 17.000 Briefe zu öffnen.

Diesmal gibt es eine öffentliche Präsentation der Ergebnisse

Was beim ersten Wahlgang geplant, dann aber wieder verworfen wurde, wird diesmal umgesetzt: Ab 18 Uhr gibt es im Technischen Rathaus eine Präsentation der einlaufenden Auszählungsergebnisse. Während die Zahlen ein paar Etagen tiefer im Bürgerbüro einlaufen, werden sie dann per Computer nach oben übertragen. Dadurch bekommt man fast eins zu eins die Zwischenstände. 

Die Technik wurde am Freitag aufgebaut und wird auch am Sonntag von mehreren Technikern betreut. „Wir hoffen, der Saal reicht aus“, sagt Cornelia Herbst. Denn es ist neben vielen angemeldeten Medienvertretern, zum Teil weitgereisten, auch mit Wahlbeobachtern der Parteien zu rechnen. Wie viele Bürger darüber hinaus noch kommen, bleibt die große Unbekannte.

Der Druck, dass bei der Auszählung alles glatt läuft und dass natürlich auch die Technik funktioniert, ist groß. Das Wahlteam um Cornelia Herbst sieht dem aber gelassen entgegen. Man sei sich der Brisanz dieser Wahl bewusst, sagt Frau Herbst. Aber schließlich stehen viele Leute an ihrer Seite, die das Vertrauen in einen reibungslosen Ablauf haben.

Öffentliche Wahlpräsentation ab 18 Uhr im Technischen Rathaus (Jägerkaserne), Raum 350. Die SZ berichtet am Sonntag in einem Online-Ticker über die Wahl

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