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„Wir brauchen beim Technischen Hilfswerk mehr Leute“

Ringo Berg ist neuer Ortsbeauftragter des THW Kamenz. Unmittelbar nach seiner Ernennung sprach die SZ mit ihm.

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Von Toni Börner

Führungswechsel im Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) in Kamenz: Sebastian Hein (32) aus Burkau ist als Ortsbeauftragter zurückgetreten. Der Diplom-Verwaltungsfachwirt wurde in seiner Gemeinde zum Bürgermeister gewählt und kann sein Amt im THW daher nicht weiterführen. Nachfolger wird der aus Gräfenhain stammende Ringo Berg.

Die drei vom Technischen Hilfswerk: Der neue Ortsbeauftragte Ringo Berg, sein Stellvertreter Markus Renner sowie der scheidende Chef Sebastian Hein (v.l.). Am Wochenende fand der Führungswechsel statt.Foto: Toni Börner
Die drei vom Technischen Hilfswerk: Der neue Ortsbeauftragte Ringo Berg, sein Stellvertreter Markus Renner sowie der scheidende Chef Sebastian Hein (v.l.). Am Wochenende fand der Führungswechsel statt.Foto: Toni Börner

Der ebenfalls 32-Jährige wurde am Sonnabend offiziell in Amt und Würden gehoben. Die Liste prominenter Gäste bei der Verabschiedung Heins und Begrüßung Bergs war am Sonnabend lang. Barbara Wittig (Bundestagsabgeordnete, SPD), Michael Harig (Landrat, CDU), der Landesbeauftragte Sachsen/Thüringen des THW, Manfred Metzger, und der Oberbürgermeister der Stadt Kamenz, Roland Dantz. Hinzu gesellten sich weitere Vertreter des THW und der Kamenzer Feuerwehr, sowie die ehrenamtlich engagierten Helfer. Die SZ sprach mit dem neuen Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerkes Kamenz über seine Pläne.

Herr Berg, wie kommt man als Rechtsanwaltsfachangestellter zum THW, noch dazu von Dresden nach Kamenz?

Lacht. Als ich hier angefangen habe, habe ich in Gräfenhain gewohnt. Hier her gekommen bin ich über die Freistellung vom Wehr- und Zivildienst. Ich sage es mal ganz einfach: ich wollte nicht zum Bund. Da habe ich hier angefangen und das hat mir dann so gefallen, dass ich mich über die damals sechs Jahre hinaus länger engagiert habe. Wir sind ein gutes Team geworden und als mein Vorgänger, Sebastian Hein, aufgehört hat, wurde ich gefragt und mit der Unterstützung meiner Familie und meinem Arbeitgeber habe ich Ja gesagt.

Was bedeutet die neue Aufgabe für

Sie konkret?

In erster Linie Verantwortung. Aber man hat hier auch einen Stab der Führungskräfte des Ortsverbandes, den man sozusagen leitet und Entscheidungen trifft. Das geht aber alles nur zusammen, denn wir sind ja alle keine Einzelkämpfer.

Bedeutet die neue Aufgabe mehr Büroarbeit oder geht es noch mit zu den Einsätzen?

Ich war vorher Verwaltungsbeauftragter und das hat sich schon alles im Büro abgespielt - bis auf ein paar einzelne, geplante Sachen. Und das wird sich auch nicht ändern. Die Tätigkeit des Ortsbeauftragten ist vor allen Dingen repräsentativ. Man muss viel rumreisen und ist viel unterwegs, natürlich alles in seiner Freizeit. Aber ins Einsatzgeschehen greife ich zu 99 Prozent nicht ein. Dafür haben wir unseren Zugführer.

Wie kann man die Situation des Kamenzer THW insgesamt derzeit einschätzen?

Ich denke uns geht es wie allen THW-Ortsverbänden, aber auch den Feuerwehren. Wir haben einen gewissen Helfer-Stamm, aber wir brauchen einfach mehr Leute. Das ist die Situation, die allen Hilfsorganisationen blüht.

In welcher Richtung ist das Personal eher zu suchen - Führungskräfte oder Helfer in der Basis?

Es bringt nichts, einfach auf der Straße zum Beispiel nach Führungskräften zu suchen, denn die müssen ja auch ausgebildet werden. Das fängt bei uns mit der Grundausbildung und der Basisausbildung I an. Dann geht es in die Bergungs- oder Fachgruppe und erst dann kann man eine Führungskraft werden. Aber wir brauchen meiner Meinung nach mehr in der Basis und das sind die Helfer.

Es gab ja früher auch ein Konkurrenzdenken zwischen Feuerwehr und THW. Hat sich dies gebessert?

Ja, das hat es. Man sieht, dass Feuerwehr und Technisches Hilfswerk gut zusammenarbeiten. Wir haben auch Helfer, die sowohl in der Feuerwehr, als auch im THW engagiert sind. Auch zwischen den Wehrleitern besteht ein guter Kontakt. Wir machen gemeinsame Ausbildungen und die Zusammenarbeit wird nach wie vor gefestigt und erweitert.