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„Wir brauchen das Gästehaus am Weinberg“

Nach der Absage der Meißner Stadträte an die Baupläne des Prinzen Georg zur Lippe sprach die SZ mit Alexandra Prinzessin zur Lippe über die aktuelle Lage.

"Uns geht es darum, unser Unternehmen zukunftssicher aufzustellen": Alexandra Prinzessin zur Lippe.
"Uns geht es darum, unser Unternehmen zukunftssicher aufzustellen": Alexandra Prinzessin zur Lippe. © Claudia Hübschmann

Frau zur Lippe, was sagen Sie zur Entscheidung der Meißner Stadträte?

Wir sind schon sehr überrascht. Vor einer Woche  – im Bauausschuss – hatte unser Entwurf für ein Gästehaus und den Aussichtsturm noch eine klare Mehrheit von den Stadträten erhalten.

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Sind Ihre Pläne damit vom Tisch?

Nein. Uns geht es darum, unser Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. In Ockrilla entstehen ein neues Kelterhaus und ein Maschinenhaus, im Schloss Proschwitz die Vinothek. Wir brauchen ein Gästehaus für das Schloss, um es wirtschaftlich betreiben zu können. Immer wieder verlieren wir Aufträge für Tagungen oder Hochzeiten, weil wir die Übernachtungswünsche der Gäste nicht erfüllen können. Wer hierher kommt und  abends Wein trinkt, will das Auto stehen lassen und hier übernachten. Das Gästehaus in Zadel mit zehn Zimmern und zwei Ferienwohnungen ist zu klein geworden. Weil es nicht ausgebaut werden kann, sind wir auf die Idee gekommen, ein Gästehaus am Weinberg zu bauen, das nicht weit vom Schloss entfernt liegt.

Hätten Sie die Meißner stärker in die Planungen einbeziehen sollen?

Den ersten Entwurf hatten wir in einer Bürgerversammlung den Anwohnern von Proschwitz, Winkwitz und Rottewitz vorgestellt. Die kritischen Reaktionen auf die Pagoden-Pläne hatten uns bewogen, einen neuen Architekten zu beauftragen. Außerdem wollten wir auf Wünsche reagieren, das Mühlenareal wiederzubeleben und einen Schandfleck, auf den viele Besucher Meißen immer wieder hinweisen, verschwinden zu lassen. Auch die neuen Entwürfe haben wir den Bürgern in Proschwitz  vorgestellt. Sie waren angetan. Vor allem der Aussichtsturm am Standort der früheren Mühle, den unser Architekt als einen öffentlich zugänglichen Stadt-Balkon konzipiert hatte, fand sehr viel Zustimmung. Im Vorfeld der Stadtratssitzung hatten wir aber das Ansinnen der AfD-Stadträte abgelehnt, sich exklusiv über die Planungen zu informieren – mit dem Hinweis darauf, dass wir alle Stadträte gleich behandeln und im weiteren Verlauf des Planungsprozesses öffentlich über Stand und Details informieren.

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Erst mal sacken lassen! Wir werden unsere Planungen vorantreiben. Proschwitz ist die Herzkammer unseres Weingutes. Mein Mann und ich wollen das Areal weiterentwickeln – zum Nutzen der Stadt Meißen. Ich denke, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten hinlänglich gezeigt haben, dass wir imstande sind, Bauvorhaben zu entwickeln und dabei alle Erfordernisse des Denkmal- und Naturschutzes zu berücksichtigen.

Das Gespräch führte Harald Daßler.

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