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„Wir drücken heute Abend die Daumen“

Familie Jähne sieht das erste Deutschlandspiel in ihrem Bistro. Zusammen mit anderen. Erst dann macht’s richtig Spaß.

© Regina Berger

Von Constanze Knappe

Zwei- oder dreimal die Woche steht Falko Jähne auf dem Fußballplatz. Zehn Jahre spielte er in der ersten Männermannschaft in Steinigtwolmsdorf. Inzwischen ist er als Übungsleiter beim TSV 90 Neukirch aktiv. Seine Frau Susanna unterstützt ihn in seinem Hobby. Ganz klar, dass für die zwei Neukircher die Fußball-WM etwas Besonderes ist. Was sie der deutschen Mannschaft zutrauen, sagen sie im SZ-Gespräch.

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Hallo, Familie Jähne, sind Sie denn schon im WM-Fieber?

Susanna Jähne: Ja. Mit zwei Fußballmännern in der Familie bleibt einem nichts anderes übrig. Solange ich ihn kenne, spielt mein Mann Fußball. Und seit unser zwölfjähriger Sohn die Töppen schnürt, gibt es bei uns kaum ein anderes Thema. Schon gar nicht zur Fußball-WM.

Wie viele Spiele haben Sie verfolgt?

Falko Jähne: Bisher drei, natürlich das Auftaktspiel mit Brasilien am Donnerstag, eins am Freitag und gestern eins.

Heute muss ja Deutschland im Spiel gegen Portugal das erste Mal ran. Wie werden Sie den Abend verbringen, allein vor dem Fernseher oder mit Freunden?

Falko Jähne: Wie immer in meinem Bistro, das ja trotz der Fußball-WM geöffnet ist. Deshalb stellt sich diese Frage für mich nicht. Auf einer Großbildleinwand können meine Gäste das Spiel verfolgen. Ich hoffe, dass viele mit uns zuschauen.

Susanna Jähne: Unser Sohn und ich werden mitgucken und Daumen drücken. Wie bei allen Spielen unserer Mannschaft.

Ihr Tipp?

Susanna Jähne: Wenn Ronaldo mitspielt, gewinnt Portugal.

Falko Jähne: Ich tippe auf 2:1 für Deutschland. Allerdings finde ich, dass das Spielsystem unserer Mannschaft nicht so zum modernen Fußball passt. Unsere Elf darf heute nicht verlieren, sonst wäre das ein schlechter Start ins Turnier.

Wären Sie jetzt gerne in Brasilien?

Susanna Jähne: Brasilien wäre schon eine Reise wert, aber nicht extra wegen der Fußball-WM. Wir hätten jetzt sowieso nicht fahren können, da unser Sohn zur Schule muss. Ein WM-Spiel haben wir uns mal in Dresden angeschaut, zur Frauen-Fußball-WM. War toll!

Ist Public Viewing für Sie ein Thema?

Falko Jähne: Wenn man die Großbildleinwand in meinem Bistro als solches ansehen will, dann schon. Eigentlich wollte ich mit unseren zwei Kindern zum Public Viewing ins Dynamo-Stadion nach Dresden fahren, nur so richtig dazu entschlossen haben wir uns noch nicht.

Was macht das gemeinsame Fußballgucken aus?

Falko Jähne: Es ist eine tolle Stimmung. Jeder gibt seinen Senf dazu und natürlich weiß es auch jeder besser als die, die auf dem Platz spielen.

Susanna Jähne: Da kochen Emotionen hoch, wenn man gemeinsam jubelt oder die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Bei einer Fußball-WM da schauen ja auch viele zu, die sonst keine Fußballfans sind.

Werden Sie alle Spiele sehen können?

Falko Jähne: Leider nicht. Ich werde mir anschauen, wenn Deutschland spielt und außerdem die Mitfavoriten wie Brasilien, Spanien oder Portugal.

Was trauen Sie unserer Mannschaft zu?

Falko Jähne: Halbfinale.

Hat Deutschland in der Gruppe G der Vorrunde mit Portugal, Ghana und den USA schwere Gegner?

Falko Jähne: Der schwerste ist Portugal, das sind für mich eindeutig die Mitfavoriten. Der Rest ist zu schaffen.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?

Falko Jähne: Lukas Podolski, der ist auch als Fußballprofi auf dem Boden geblieben.

Susanna Jähne: Mir würden ein paar Namen einfallen, aber diese Spieler sind alle nicht dabei. Das ist aber auch egal. Ich denke, wer in der Nationalmannschaft spielen darf, hat dort seinen Platz verdient.

Wie sehr sind Sie denn Fans? Schmücken Sie Ihr Auto oder bemalen sich die Wangen zu den Spielen?

Susanna Jähne: Es gibt unzählige Fanartikel. Da entscheidet jeder für sich selbst, wie er sich schmückt. Wir hängen eine Fahne raus, wenn Deutschland spielt.

Wann gucken Sie sonst noch Fußball?

Falko Jähne: Wir sind Fans von Budissa Bautzen, erst recht seit die Mannschaft den Aufstieg geschafft hat. Auch verfolgen wir die Spiele von Dynamo Dresden. Kürzlich waren wir im Olympiastadion in Berlin zum Bundesligaspiel Hertha gegen Dortmund. Wir haben unserem Sohn damit einen großen Wunsch erfüllt. Ansonsten guckt man natürlich Champions League und Bundesliga und was sonst noch so im normalen TV gezeigt wird.

Susanna Jähne: Zugeschaut haben wird auch, als Dynamo Dresden in Neukirch ein Fördercamp für 40 Kinder veranstaltet hat mit Koryphäen wie Dörner und Hauptmann. Dafür anmelden konnten sich nicht nur Mitglieder unseres TSV 90.

Fußball gilt ja als schönste Nebensache der Welt. Herr Jähne, für Sie ist das so „nebensächlich“, dass Sie sich sogar als Übungsleiter engagieren. Warum das?

Falko Jähne: Zum einen habe ich früher selbst aktiv Fußball gespielt. Zum anderen spielt unser Sohn Sven in der C-Jugend hier bei uns in Neukirch mit. Anfangs war ich immer als Vater dabei. Da hat es sich dann irgendwann so ergeben, dass ich die Mannschaft als Übungsleiter übernahm.

Haben Sie Ihr Saisonziel erreicht?

Falko Jähne: Ich denke ja. Im Mittelfeld der Kreisklasse zu bestehen, das haben wir geschafft. Wir fingen mit 25 Kindern in einer Spielgemeinschaft mit Doberschau-Gaußig an. Jetzt sind noch 15 dabei. Bei zweimal Training die Woche und dem Spiel am Sonntag muss man froh sein, wenn sich Eltern finden, die jedes Mal mitfahren oder sich bei Heimspielen um die Versorgung auf dem Platz kümmern.

Bringt so eine WM Leute in den Verein, die selber Fußball spielen möchten?

Falko Jähne: Eher nicht. Wer Lust auf Fußball hat, der kommt auch so.

Wer wird Weltmeister?

Falko Jähne: Brasilien.

Susanna Jähne: Da will ich mich lieber nicht so festlegen.

Was machen Sie am 13. Juli?

Beide gleichzeitig: Finale gucken.