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Wir haben es immer gewusst

Grüner Punkt hin oder her: Die Verantwortung für die Umwelt bleibt bestehen.

Von Thomas Markert

Der Grüne Punkt ist Quatsch. Unser Duales Mülltrennungs- und Verwertungssystem bringt nichts. Eine großangelegte Studie hat diese Woche die ernüchternden Fakten auf den Punkt gebracht. Im Ausland wurden wir Deutschen wegen unseres deutsch-gründlichen Mülltrennungseifers längst belächelt. Nun ist es amtlich. Unsere zaghaften Versuche, im Alltag wenigstens einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, sind vergeblich.

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Wir haben es ja schon immer gewusst: Wir können da gar nichts machen. Und es wird sowieso viel zu viel von uns verlangt. Und jetzt müssen andere ran: Die Politiker müssen sich was einfallen lassen, um unsere Müllberge irgendwie sinnvoller zu verwerten. Die Industrie muss sich was einfallen lassen, um umweltfreundlichere Verpackungen zu erfinden. Und die Natur muss sich was einfallen lassen, wie sie mitten in unserer energiehungrigen Wegwerfgesellschaft trotzdem noch unberührt und romantisch bleiben kann.

Dummerweise lässt sich zumindest die Natur aber meist etwas anderes einfallen: Zunehmende Trockenheit, stärkere Wetterkapriolen wie der viel zu milde Winter, die häufiger werdenden Hochwasser, im Verschwinden begriffene Tierarten… Wann haben Sie zum Beispiel das letzte Mal einen Hamster gesehen oder eine Lerche gehört?

Auch wenn der Grüne Punkt nicht funktioniert und letztendlich wohl mehr kostet als einbringt – wir sind damit nicht aus unserer Verantwortung für den alltäglichen Umweltschutz entlassen. Wir haben es schon immer gewusst, wenn auch oft nicht wissen wollen: Wir können unsere Verantwortung nicht nach oben, an die Politik oder gar an Gott, delegieren und danach – um eine Ernüchterung reicher – weitermachen wie bisher.

Wir haben es schon immer gewusst, zumindest geahnt: Unsere tägliche Aufmerksamkeit für unseren Lebensstil kann uns niemand abnehmen. Wir sind nicht die sogenannten kleinen Leute, die nur ohnmächtig oder gelangweilt zuschauen und damit fein aus dem Schneider sind. Unsere persönliche Verantwortung für unsere (Um)Welt bleibt, auch wenn unsere Mülltrennungsbemühungen sich diesmal als Sackgasse erwiesen haben.