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Görlitz

Wir haben es selbst in der Hand

Steffen Gerhard über die Zukunft der kleinen Bäckereien im Landkreis Görlitz.

© /André Schulze

Brot essen ist keine Kunst, aber Brot backen – so heißt es in einem deutschen Sprichwort. Leider wird das Interesse an der Kunst des Brotbackens immer geringer. Das spüren vor allem die kleinen Familienbetriebe. Zum einen fehlen die Bewerber für Lehrstellen, zum anderen mangelt es an geeigneten Nachfolgern. Siegfried Rentsch musste vor drei Jahren seine Bäckerei in Gebelzig schließen, weil sie keiner fortführen wollte. 

Glück im Unglück: Alle seine Angestellten konnten im Job bleiben, da besonders ausgebildete Bäcker noch rarer sind als Lehrlinge. Das gleiche steht in Nieder Seifersdorf bevor. Dort führt Egbert Herkner mit seiner Frau die Familienbäckerei. Zwar ist Herkner erst 52, „aber wenn wir in Rente gehen, wird Schluss sein“, sagt er. Die Kinder leben auswärts und arbeiten in anderen Berufen. Auch die Meuselwitzer Bäckerei betreibt nur ein Ehepaar. Ihre Zukunft wird wohl dieselbe sein. 

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Eine Bäckerei zu übernehmen ist das eine. Zum anderen muss investiert werden, um den alten Maschinenpark in einen modernen umzuwandeln. Nicht jeder ist dazu bereit, das Risiko aufzunehmen. Brotbacken ohne Griff in die chemische Wunderkiste ist heute eine Kunst. Und: Der Fortbestand der Bäcker liegt in unserer Entscheidung: Kaufen wir das Brot billig im Supermarkt oder mit Handwerksqualität beim privaten Bäcker?