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„Wir haben uns verdoppelt“

Die Firma Bürkert in Großröhrsdorf beschenkt sich zum 20. Geburtstag mit einem neuen Gebäude. Mit Standortchef René Bachmann sprach die SZ über neue Möglichkeiten und Arbeitsplätze.

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Herr Bachmann, Bürkert Fluid Control Systems hat in Großröhrsdorf kräftig investiert. Inwieweit hat sich die Firma vergrößert und was hat es gekostet?

Wir haben uns flächenmäßig verdoppelt, von 1500 Quadratmetern auf 3000 Quadratmeter. Gekostet hat das einen einstelligen Millionenbetrag, wobei das teuere nicht das Gebäude an sich ist, sondern die technische Ausstattung. Die größte Investition werden aber die Mitarbeiter. Nun müssen wir das alles mit Leben füllen.

Sind Fördermittel für den

Bau geflossen?

Nein, das widerspräche unserer Grundeinstellung, völlig unabhängig zu bleiben. Also keine Fördermittel, auch kein Fremdkapital, alles wird selbst finanziert.

Der Anbau wurde notwendig, weil…

… wir einfach keinen Platz mehr hatten und wir nun in der Lage sein werden, Kundenwünsche in Dimensionen anzugehen, an die wir uns vorher nicht herangetraut haben. Es ist toll, nun so viel Platz zu haben und so viele Möglichkeiten.

Mit solch einer Vergrößerung verbindet sich die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze. Wie viele Mitarbeiter sind jetzt am Standort und wie viele sollen es werden?

Derzeit sind wir 50. Wie viele es werden, ist derzeit aber völlig offen, aber es sollen definitiv mehr werden.

Wie lässt es sich am treffendsten für die Leser sagen, womit sich die Firma Bürkert beschäftigt?

Wir sind in allen Bereichen tätig, wo Flüssigkeiten oder Gase geleitet, geregelt deren Ströme gemessen und analysiert werden sollen. Das sind in der Regel sehr komplexe Systeme aus Rohren, Ventilen, Mess- und Steuerungstechnik inklusive Software. Wir sind in den verschiedensten Branchen tätig – in der Nahrungsmittelindustrie, Medizintechnik, Halbleiterfabrikation und vielen mehr. Wir bieten unseren Kunden speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen, ob das nun für eine Brauerei, eine Molkerei oder für Kühlsysteme in der Chipindustrie ist. Ein schöner Auftrag war jetzt der für die Firma Kjellberg, die mit Plasmatechnik Bleche schneidet. Für sie haben wir die Gasregeltechnik entwickelt.

Diese Technik wird am Standort Großröhrsdorf produziert?

Die Produktion findet zum größten Teil an anderen Standorten statt, wir hier sind hauptsächlich ein Entwicklungszentrum. Wir suchen und finden Lösungen für unsere Kunden und bringen diese Techniken zur Reife, stellen Muster oder Nullserien her. Eine hochspannende Sache, da wir für jeden ganz spezielle Lösungen bieten.

Das schafft natürlich eine hohe Kundenbindung, wenn kein anderer diese Technik beherrscht?

Ja, unsere Kunden „verheiraten“ sich quasi mit uns. Aber wir bringen ihnen zuverlässige Lösungen, für die wir gerade stehen.

Gespräch: Frank Sühnel