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„Wir lassen uns nicht verrückt machen“

Fußball: Der Hainsberger SV geht ohne Niederlage in die Winterpause, aber auch Verfolger Stahl Freital ist noch im Rennen.

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Absolviert mit seinem Team die beste Stahl-Saison seit langem: Trainer Jens Wagner.
Absolviert mit seinem Team die beste Stahl-Saison seit langem: Trainer Jens Wagner. © Dirk Zschiedrich

Der FV Blau-Weiß Stahl Freital und der Hainsberger SV bestimmen zusammen mit dem amtierenden Meister BSC Freiberg, der zuletzt acht Siege in Folge feierte, den Titelkampf in der Fußball-Landesklasse Mitte. Stahl-Trainer Jens Wagner hat seine Mannschaft mit einer offensiven Ausrichtung ausgestattet, die zu 52 Toren in 13 Partien führten. Allein 24 Treffer gehen auf das Konto von Eric Zimmermann. Ob sein Trainer den Titel für machbar hält und wie er über die geplante Fusion mit Hainsberg denkt, sagt er im Interview.

Herr Wagner, wie beurteilen Sie die Hinrunde?

Als Sie mich im Sommer fragten, antwortete ich, dass es optimal wäre, wenn Hainsberg und wir eine perfekte Saison spielen und damit einen sehr guten Abschluss für die jeweiligen Abteilungen der Vereine vor der Fusion schaffen würde. Bis heute ist es ja fast so gekommen. Wir haben zwar zwei Spiele verloren, sehen aber unseren positiven Trend der letzten beiden Serien fortgesetzt. Damit meine ich nicht nur die erzielten Ergebnisse. So weit oben stand Stahl in der Tabelle schon lange nicht mehr. Aber wir lassen uns nicht verrückt machen, denn ab März geht alles von vorne los.

Stimmt, gleich mit dem Gipfeltreffen in Freital am 7. März. Wer wird Meister?

Die Hainsberger sprachen im Sommer davon, dieses Jahr mit dem Aufstieg dran zu sein und haben diese Aussage bisher sehr deutlich unterstrichen. Wir spielten eine überzeugende Halbserie, sollten in der Rückrunde nur noch etwas stabiler werden, um ganz oben zu stehen. Und Freiberg hat nach mäßigem Start enorm aufgeholt und wieder das Potenzial für den Platz an der Sonne.

Fällt im Derby eine Vorentscheidung?

Das glaube ich nicht, da das Spiel zwar schon enorm wichtig ist, aber die entscheidenden Partien dann erst folgen. Es kann immer sehr viel passieren und der Abstand zwischen den ersten drei Mannschaften ist relativ gering.

Welchen Hainsberger Spieler hätten Sie gern im Kader?

Mit Markus Weise und Philipp Seddig hatte ich zwei aktuelle Hainsberger Spieler in meinen Mannschaften beim Dresdner SC und in Possendorf. Mit beiden habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Hainsberg bietet aber ganz andere Voraussetzungen für die Spieler, als wir das bei Stahl aktuell können und wollen. Demnach stellt sich für mich die Frage nach einem Wunschzettel mit Hainsberger Spielern gar nicht. Für mich stand in Freital von Beginn an das Ziel, talentierte, junge und ehrgeizige Spieler mit einem entsprechenden Charakter zu integrieren und zu entwickeln, um auf die nächsten Jahre eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzuhaben. Dieser Prozess hält weiter an und wir werden ihn konsequent bis mindestens kommenden Sommer gemeinsam bestreiten.

Inwieweit sind Sie in die Planungen für die Fusion eingebunden?

Aktuell gar nicht, was aber auch nicht schlimm ist. Ich habe zu unserem Präsidenten und seinen Kollegen ein sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis und denke, wenn es etwas zu besprechen gibt, wird es dann auch einen geeigneten Zeitpunkt geben. In unserer letzten Mitgliederversammlung im November wurden wir alle über den aktuellen Stand informiert und das reicht erst einmal aus. Ich finde das Ganze echt sehr interessant und freue mich, wenn es die Verantwortlichen schaffen sollten und die Fusion 2020 dann auch starten kann.

Freiberg hatte zuletzt auf den Aufstieg verzichtet, Motor Wilsdruff rückte nach und ist jetzt in der Landesliga Tabellenletzter. Was sagt das über den Niveau-Unterschied beider Ligen aus?

Als die Freiberger dann doch noch zurückgezogen hatten, fand ich das mehr als unglücklich, da man so etwas einfach eher hätte lösen müssen. Dafür gibt es die Meldefrist des Verbandes, an die sich nun mal alle zu halten haben. Das dann Wilsdruff stellvertretend den Weg in die Landesliga gegangen ist, war sehr, sehr mutig. Mehr möchte ich dazu nicht sagen, da es mir nicht zusteht. Ich erinnere aber an die sehr intelligente Entwicklung der Großenhainer, welche sicherlich als Vorbild herhalten sollte, um den Unterschied zwischen Landesklasse und Landesliga zu kompensieren. Die Landesklassen-Vereine müssen in den nächsten zwei, drei Jahren aufpassen, dass der Anschluss nicht verpasst wird.

Wann startet die Vorbereitung, gegen wen wird getestet und stehen Hallenturniere an?

Wir nehmen am 4. Januar an einem Hallenturnier in Heidenau teil. Am 16. Januar steht der Trainingsauftakt an. Getestet wird danach bei Turbine Dresden, Helios Dresden, Motor Wilsdruff, beim Dresdner SC, in Goppeln und zu Hause gegen Rotation Dresden.

Wird es Veränderungen im Kader geben?

Nein, sicher nicht. Wir haben 24 Spieler, mit denen wir die sicherlich letzte Saison unter dem aktuellen Vereinsnamen bestreiten wollen. Davon haben Tino König, Stephan Ruß, Kevin Albert und Steven Mann verletzungsbedingt zumeist gefehlt. Bis auf König, der wohl erst zum Saisonende wieder bereit ist, sollten Ruß und Albert zum Start der Vorbereitung einsteigen können. Mann hat nach seiner Handverletzung bereits wieder trainiert und in der zweiten Mannschaft gespielt.

Das Gespräch führten Jürgen Schwarz.

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