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Wir schenken Politikern etwas

Um Volksvertreter glücklich zu machen, geben Sachsens Bürger auch dieses Jahr ihr Bestes.

Von Gunnar Saft

HABEN Sie das auch gelesen? Im Sparschwein von Sachsens Finanzminister Georg Unland türmen sich zurzeit mehr als eine Milliarde Euro an sächsischen Steuergeldern. Leider will er davon nichts rausrücken. Er brauche das Geld noch für wichtige Dinge, sagt er. Was aber kann wichtiger sein als wir Bürger? Klare Antwort: Nichts und niemand! Daher nehme ich mal an, dass der Minister die Kohle nur bunkert, um uns am Weihnachtsabend mit tollen Geschenken zu überraschen. Roter Kittel statt Rotstift, das nenn ich doch mal eine Superidee von unserem Finanzminister.

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Willkommen im UnbezahlbarLand
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Was ist eigentlich das Unbezahlbarland? Warum ist der Landkreis Görlitz Unbezahlbarland? Hier finden Sie alle Infos.

WENN uns aber die Regierung am heiligen Abend mit Geschenkkartons bewirft, sollten wir uns revanchieren und etwas zurückwerfen. Nur was schenkt man Politikern? Im Fall des Dresdner Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel ist das einfach. Der CDU-Politiker wurde jetzt in Berlin Leiter des hochwichtigen Arbeitskreises „Afrika“. Herr Lämmel bekommt also fünf Liter Sonnencreme sowie einen Satz kurze Hosen. Auch bei Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok gibt es keine Probleme. Nach der Eierschecke ist der FDP-Mann nämlich auf die Pfefferkuchen gekommen. Der Minister, so verkündete jetzt sein Haus per Pressemitteilung, hat jüngst eigenhändig dieses Naschwerk für seine Kollegen in den anderen Bundesländern gebacken und es bei einer gemeinsamen Konferenz verteilt. Sicher wird sich Herr Morlok über einen großen Korb (für neue Pfefferkuchen) und eine persönliche Haftpflichtversicherung (für mögliche Folgeschäden) freuen.

SEINEM Parteifreund Holger Zastrow, der sich dieses Wochenende aus der Bundespolitik zurückziehen will, um künftig nur noch als FDP-Landeschef Politik anzurichten, schenken wir ein Buch: „Dem Volk richtig aufs Maul geschaut!“ Vielleicht hilft es ja und seine Rückkehr bleibt für uns alle folgenlos. Falls nicht, haben wir es immerhin versucht. Und wir sollten auch noch an Kultusministerin Brunhild Kurth denken. Ihr schenken wir ein schwarzes Lederetui. Schließlich ist Sachsens oberste Lehrerin vor wenigen Tagen CDU-Mitglied geworden und braucht nun etwas, wo sie ihr nigelnagelneues Parteibuch ver..., äh, ...reinstecken kann. So, jemanden vergessen? Natürlich, den Ministerpräsidenten! Es ist halt wie immer. Dafür bekommt Stanislaw Tillich aber etwas sehr Schönes: Eine neue Handy-Nummer, damit ihn sein Koalitionspartner FDP nicht mehr erreichen kann.

UND, noch keine Idee? Dann verschenken Sie einfach wieder Ihre Stimme. Das ist dann unser Politiker-Präsent wie jedes Jahr.