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„Wir sind die neuen Wirte im Trompeter“

In den Traditionshäusern auf dem Hirsch und auch im Gasthof Weissig wagen Wirte einen Neustart. 

Stefan Flügge und Alexandra Göllner sind die beiden neuen Wirte im Traditionshaus „Trompeter“.
Stefan Flügge und Alexandra Göllner sind die beiden neuen Wirte im Traditionshaus „Trompeter“. © René Meinig

Es gibt Restaurants in der Stadt, die wohl fast jeder Dresdner kennt oder sie auch schon selbst besucht hat. Zwei davon sind das Gasthaus Trompeter in Bühlau und der Gasthof Weißig.

1870 als Poststation entstanden, blickt der Trompeter heute zurück auf fast 150 Jahre Gastronomiebetrieb in fast 300 Jahre alten Mauern. Vielen Dresdnern ist das Lokal ein Begriff, viele Hochzeiten und Geburtstage oder Treffen von Politikerin fanden dort statt. Nun wagen sich zwei neue Betreiber daran, das Traditionshaus wieder mit neuem Leben zu erfüllen: Stefan Flügge und Alexandra Göllner. „Wir sind die neuen Wirte im Trompeter und wollen am 6. Oktober mit einem Tag der offenen Tür die Dresdner einladen.“ Sie betreiben das Lokal jetzt schon, aber Oktober soll dann aber der „richtige“ Neustart sein. „Wir wollen den ursprünglichen Charme des Lokals bewahren und baulich wenig verändern“, sagt Alexandra Göllner. Auf der Karte steht original sächsische Küche: Ragout fin, Schnitzel und Radeberger Biergulasch. Wer es nicht ganz so deftig mag, für den wollen die beiden Wirte jüngere und leichtere Versionen von Küchenklassikern wie Ente à l’Orange, Kalbstafelspitz oder Boeuf Stroganoff kochen. Rund 180 Plätze hat das Lokal verteilt auf drei Räume, im Biergarten finden bei schönem Wetter rund 80 Gäste Platz. Bis zum 6. Oktober haben sie Montag und Dienstag Ruhetag, ab dann soll ihr Restaurant aber täglich ab 11 Uhr offen sein.

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Die beiden sind erfahrene Gastronomen, führten vorher schon das Bacchus in Löbtau. Aus privaten Gründen schlossen sie den Laden aber 2016. „Wer uns noch aus dem Bacchus kennt, der weiß, dass für uns gutes Essen und gute Unterhaltung zusammen gehören, deshalb werden ab Oktober in regelmäßigen Abständen auch Konzerte stattfinden“, so Göllner. 2016 hatte Jürgen Sommer den Laden übernommen, Familie Rensner hatte das Lokal zuvor 30 Jahre lang betrieben.

Auch an anderer Stelle wagt ein Wirt einen Neuanfang in einem Traditionshaus. Der Gasthof Weißig macht zu – diese Nachricht schlug hohe Wellen, als bekannt wurde, dass der Gasthof zum 1. Januar diesen Jahres seine Pforten schloss. Ex-Wirt Bernd Jannasch begründete das Aus mit seinem Alter. Ab Mitte Oktober will nun Josef Micek tschechisch-böhmischen Charme in Weißig verbreiten.

Auch im Gasthof Weissig gibt es einen neuen Betreiber: Josef Micek  will böhmische Küche anbieten.
Auch im Gasthof Weissig gibt es einen neuen Betreiber: Josef Micek  will böhmische Küche anbieten. © Sven Ellger

„Ich bin sehr aufgeregt und gespannt“, sagt der gebürtige Tscheche, der mit seinem Team kräftig in den Räumen werkelt und einiges umbauen will. „Aber ich möchte den Flair des Lokals erhalten und zum Beispiel die historische Decke unbedingt drin lassen“, sagt der 42-Jährige. Auch sein Vermieter hatte vorher einiges an Geld investiert. Sven Spielvogel von Richert & Co., denen der Gasthof gehört, bestätigt, dass seine Firma 50 000 Euro in die Ballsaal-Sanierung investiert hat. Zudem werden Gastraum und Treppenhäuser erneuert. Josef Micek und sein Team wollen neben den böhmischen Klassikern wie Knödel mit Gulasch und Haxe auch vegane und vegetarische Gerichte servieren. Salat und Grillgemüse sollen auf der Karte stehen. Passend zu den Gerichten gibt es Bier aus Tschechien aber auch lokales aus der Region. Öffnen will er Montag bis Sonntag von 11.30 bis 22.30 Uhr.

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Auf die Frage, warum er sein Lokal am Stadtrand und nicht in der Inennstadt aufmacht, sagt er: „Alle wollen immer ins Zentrum, dort ist es doch überlaufen. Ich bin sicher, in Weißig gibt es genügend Kundschaft.“ Auch Micek ist kein Unerfahrener in der Gastroszene. Er führt bereits seit vielen Jahren die Läden „Praha“ und „Hurvinek“. Beide führen auch tschechisch-böhmische Küche und sind immer gut besucht. Genauso wie seine Speisen kommt auch sein Personal aus seiner Heimat Tschechien. „Klar, das Problem Personalmangel kenne ich auch, daher bringe ich meine Leute mit“, sagt er. Und als gelernter Hotelfachwirt stellt er sich auch selbst mit in die Küche oder hilft im Service mit. Schließlich ist er quasi im Lokal aufgewachsen. Seine Eltern sind auch beide Gastronomen.

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