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"Ich bin froh, überhaupt drehen zu können"

Philipp Danne steht im Elbsandstein gerade für die Serie "Ranger - Paradies Heimat" vor der Kamera. Mit Sächsische.de spricht er über Corona-Drehs und Stunts.

Allzeit bereit: Philipp Danne alias Nationalparkranger Jonas Waldek beim Dreh in Stadt Wehlen.
Allzeit bereit: Philipp Danne alias Nationalparkranger Jonas Waldek beim Dreh in Stadt Wehlen. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Er ist ein wahrer Wiederholungstäter. Der Kölner Schauspieler Philipp Danne dreht im dritten Jahr in Folge in der Sächsischen Schweiz neue Episoden der ARD-Reihe "Ranger - Paradies Heimat". Bereits seit Mitte Juli steht der 35-Jährige in seiner Rolle als Jonas Waldek in der Nationalparkregion vor der Kamera. Weitere vier Wochen sind noch angesetzt. Eine Zeit, die Philipp Danne mehr als genießt, wie er im Interview mit Sächsische.de verrät.

Herr Danne, willkommen zurück in der Sächsischen Schweiz. Wegen der Corona-Pandemie verläuft der Dreh in diesem Jahr sicherlich etwas anders. Wie muss man sich die Situation am Set vorstellen?

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Es ist tatsächlich alles anders. Nicht nur wir Schauspieler, das gesamte Team musste sich auf die Situation neu einstellen. Jeder von uns trägt beispielsweise eine Maske am Set. Auch, wenn die einzelnen Szenen geprobt werden. Das erschwert das Schauspiel - vor allem bei intensiven Szenen, in denen ich die Mimik und Emotionen meiner Schauspielkollegen lesen muss. Erst beim richtigen Dreh nehme ich die Maske ab.  

Unabhängig davon: Ich  bin sehr froh, trotz Corona-Pandemie überhaupt drehen zu können. In vielen anderen Ländern stehen derzeit die Produktionen still. Deshalb nehme ich die Einschränkungen gern in Kauf. 

Wo drehen Sie derzeit konkret?

Wir sind unter anderem wieder im Kirnitzschtal, in Rathmannsdorf und Stadt Wehlen unterwegs. Von unserem Quartier in Sebnitz fahren wir morgens manchmal zehn Minuten, manchmal eine Stunde bis zum Drehort. Die Gegend hier ist einfach riesig - und wunderschön. Die Locationscouts suchen die Orte im Vorfeld aus. Das ist ein wahrer Luxus für mich als Schauspieler: Ohne einen Reiseführer in die Hand zu nehmen, darf ich die schönsten Landschaften besuchen. 

Mit Luchsbabys am Set: die Schauspieler Philipp Danne, Liza Tzschirner und Eva-Maria Grein von Friedl (v.l.).
Mit Luchsbabys am Set: die Schauspieler Philipp Danne, Liza Tzschirner und Eva-Maria Grein von Friedl (v.l.). © www.ard-foto.de, ARD/ARD Degeto

Als Großstadtpflanze bin ich das gar nicht gewöhnt. Ich lebe in Köln. Klar, die Eifel ist auch schön. Aber das hier ist etwas ganz anderes. Manchmal erwische ich mich, wie ich am Set gedankenverloren in die Ferne schaue und die Natur in mich aufsauge. Das tut gut - mir und der Rolle. Ranger Jonas Waldek, den ich spiele, verkörpert diese tiefe Verbundenheit mit der Natur, die Liebe zur Heimat. 

Wie haben Sie sich auf die Rolle als Nationalpark-Ranger vorbereitet? 

Ich habe mich in Themen wie Naturschutz und Schutzzonen eingelesen. In der Eifel habe ich richtige Ranger getroffen und sie bei der Arbeit begleitet. Auch in der Sächsischen Schweiz war ich mit Nationalpark-Rangern unterwegs. Im Film muss ich zum Beispiel gut klettern können. Das habe ich hier, im Elbsandsteingebirge trainiert. Die Vorbereitung hat mir sehr geholfen. Vor allem das Klettertraining. 

Riskante Kletterszenen wie diese werden im Vorfeld trainiert. Manchmal mit, manchmal ohne Stuntman.
Riskante Kletterszenen wie diese werden im Vorfeld trainiert. Manchmal mit, manchmal ohne Stuntman. © MDR/HA Kommunikation

An einem richtigen Felsen zu hängen, das Seil an einer Sanduhr zu fixieren - das kann eine Kletterhalle nicht bieten. Ich habe großen Respekt vorm Klettern. Man muss Vertrauen haben - in sich und das Gestein.

Sie haben in den vergangenen Ranger-Folgen viele Actionszenen gedreht. Bei einer Flugzeugexplosion flogen Sie durch die Luft. Doubelt Sie in solch gefährlichen Szenen ein Stuntman?

Stuntman gehören mit zum Team. Ich versuche dennoch so viele Stunts wie möglich selbst zu machen. Mit dem Stuntman wird im Vorfeld verhandelt: Was kann ich, was traue ich mir zu und vor allem, was ist laut seiner Einschätzung zu gefährlich. Ich taste mich dann beim Dreh Schritt für Schritt voran. In einer der ersten Folgen gab es eine Kletterszene in einem Steinbruch. Dort sprang ein Stuntman für mich ein. Er hat sich an der Wand wie eine Spinne bewegt. Ich hätte das nicht geschafft und bin dankbar, dass in solchen Momenten echte Profis einspringen.

Bei der Flugzeugexplosion stand ich dagegen selbst vor der Kamera. Die Maschine stürzt im Film über einem Waldstück ab. Ich renne in der Szene von dem brennenden Flugzeug weg. Als es in die Luft fliegt, werde auch ich durch die Luft geschleudert. Die Szene und deren Ablauf wird lange geprobt. Im Waldboden gab es ein Trampolin. Darauf musste ich springen, eine Rolle vorwärts in der Luft machen und anschließend mit dem Rücken auf einer Matte landen. Jede Bewegung musste sitzen, immer mit Blick in Richtung Kamera. Und dabei muss man auch noch gut aussehen (lacht). Beim Film kann man zum Glück ein bisschen tricksen. Für solche Szenen werden oft mehrere Einstellungen übereinander gelegt. Also zum Beispiel erst das explodierende Flugzeug, dann ich allein bei meinem Sprung. Übereinander gelegt sieht das dann spektakulär aus. 

Wie gefährlich wird es für Sie in den neuen Folgen? 

Vor wenigen Tagen haben wir eine kleine Kampfszene im Wald gedreht. Ich muss dazu sagen: Mir war es wichtig, dass Jonas nicht wie ein Kung Fu Kämpfer die Fäuste schwingt. Er wird sich in seinem Leben schon das ein oder andere Mal geprügelt haben und dementsprechend haben wir dann die Choreographie angelegt. Der Bewegungsablauf ist genau vorgegeben, jede Sequenz aufeinander abgestimmt. Dadurch sieht es jetzt aus wie ein echter, rauer Kampf.

Wie viel von Ranger Jonas Waldek steckt eigentlich in Ihnen?

Es gibt bei meinen Rollen oft Parallelen zwischen mir und dem Charakter. Jonas ist grundsätzlich anders als Philipp. Ich bin der Großstadtjunge - er das Waldkind. Was wir gemeinsam haben ist unsere Heimatverbundenheit. Ich liebe Köln. Das wird immer so sein. Jonas ruht zudem sehr in sich. Ich bin manchmal hektischer. Das bringt der Großstadttrubel sicher mit sich. Davon spüre ich beim Dreh in der Sächsischen Schweiz aber wenig. Hier kann man richtig runter kommen. 

Durch die Corona-Pandemie müssen Sie derzeit zu Ihren Fans auf Abstand gehen. Wie gehen Sie damit um?

In der Sächsischen Schweiz haben viele Menschen von dem Dreh mitbekommen. Wir werden schon erkannt. Natürlich wird auch mal nach einem Foto gefragt. Den Wunsch erfülle ich gern – aber alles auf Abstand und nur mit Maske. Ich erkläre dann kurz, dass das im Moment nötig ist und bisher hatten auch alle Verständnis dafür. Diese Spielregeln sind momentan wichtig, damit alles problemlos weiterlaufen kann.

Wird es im kommenden Jahr ein Wiedersehen mit dem Ranger in der Sächsischen Schweiz geben?

Die Hoffnung darauf ist groß. Das Projekt  wird von den Verantwortlichen vor und hinter der Kamera geschätzt. Die Zuschauer mögen den Ranger. Das haben die letzten Einschaltquoten gezeigt. Auch von ihnen ist am Ende abhängig, ob weitere Folgen gedreht werden können. Ich komme zumindest sehr gern wieder.

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Philipp Danne stammt aus Köln. Er stand bereits mit neun Jahren vor der Kamera. In vielen Fernseh- und Kinoproduktionen hat er mitgewirkt. Unter anderem in "Polizeiruf 110", "Wolffs Revier", "Alarm für Cobra 11", "Soko Köln, "Soko Leipzig" und "Ein Fall für zwei". Seit 2015 ist er als Assistenzarzt Ben Ahlbeck in der ARD-Serie "In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte" zu sehen. 

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