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„Wir sind nicht allein“

Die Corona-Krise geht an der Kinder- und Jugendfarm nicht vorbei. Es gibt aber spannende Ideen. Wir sprachen mit Farmleiterin Liane Semjank.

Beim Zirkusworkshop haben die Kinder nicht nur viel Spaß, sondern lernen auch etwas fürs Leben.
Beim Zirkusworkshop haben die Kinder nicht nur viel Spaß, sondern lernen auch etwas fürs Leben. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Wie hat das Team der Kinder- und Jugendfarm die – nicht einfache – Zeit mit den Corona-Einschränkungen gemeistert?

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So natürlich ist unser Trinkwasser
So natürlich ist unser Trinkwasser

Trinkwasser aus der Leitung muss chemisch gereinigt werden, Mineralwasser hingegen stammt aus einer geschützten Quelle. Doch welches ist besser?

Während der zurückliegenden Monate haben wir insbesondere die Unterstützung durch den Träger, aber auch seitens der Jugendämter der Stadt und des Landkreises, erfahren. Besonders dankbar sind wir auch den Versorgungsbetrieben, die mit uns wieder einen Sponsorenvertrag abgeschlossen haben. Auch die Seenlandstiftung hat den von uns gestellten, Förderantrag zur Verbesserung der artgerechten Tierhaltung/Tierwohls im Bereich der Außenanlage positiv beschieden. Von den Bürgern aus Hoyerswerda und Umgebung gab es auch Anfragen, ob man uns unterstützen kann.All dies zeigt, dass wir in so einer komplizierten Situation nicht allein gelassen wurden. Besonders schwierig für uns war es, dass wir aber die Angebote für die Kinder, wie auch die geplanten Veranstaltungen nicht durchführen konnten.Seit Ende Mai haben wir schrittweise die Farm wieder geöffnet. Zunächst wurden Angebote mit Hortgruppen wieder durchgeführt. Das gab uns die Möglichkeit, die hygienischen Anforderungen, die die Situation nun einmal mit sich bringt, in der Praxis zu erproben.Während dieser Zeit wurden durch das Team umfangreiche Werterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Zugleich erfolgte auch die Überarbeitung der Projektunterrichtsthemen.

Die Bestrebungen von uns zur Erhaltung, der vor dem Aussterben bedrohten Nutztierrassen, lief nach Planung, was die Zucht betrifft. So haben wir unter anderem Nachzucht bei den Meißner Widdern, den Skudden und bei den Thüringer Waldziegen. Selbstverständlich haben wir auch wieder eine Schmetterlingswiese angelegt, die jetzt von den Kindern mit genutzt wird.

Haben die Einschränkungen in den zurückliegenden Monaten nachhaltig Auswirkungen auf die Arbeit erfahren?

Es wurde spürbar, dass wir miteinander solche Herausforderungen meistern können. Im Miteinander meine ich, dass wir nicht alleine waren als Team der Farm, sondern dass uns die bereits Genannten unterstützt haben. Zugleich haben wir unter anderem durch Mails frohmachende und motivierende Worte von Kindern und Familien erhalten. Zukünftig werden wir auch stärker die sozialen Medien nutzen, um unsere Angebote einer breiten Öffentlichkeit noch näher zu bringen. Wir gehen davon aus, dass wir ab Januar 2021 sicherlich nicht genau so, aber bestimmt in hoher Qualität, Angebote in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, wie auch in der Arbeit mit Familien, Senioren, für die Hoyerswerdaer und Menschen der Region anbieten können. Dass wir darauf auch eine gute Resonanz, was die Besucherzahlen betrifft, haben werden, davon bin ich fest überzeugt.

Der Zirkusworkshop findet in der zweiten Ferienwoche statt – welche besonderen Herausforderungen galt es zu meistern?

Die Vorplanungen mit den Trainern wie auch die Zusammenarbeit mit den Eltern der Zirkuskinder, haben frühzeitig eingesetzt. Es musste ein Hygienekonzept erarbeitet werden. Viele organisatorische Dinge gilt es dabei zu beachten. Auch musste die Zahl der Kinder, die am Workshop teilnehmen, auf 40 begrenzt werden. Ein Dank an alle, die uns im Vorfeld bei den Vorbereitungen unterstützt haben und auch unserem Kooperationspartner der Christlichen Schule Johanneum, welche uns unter erhöhten Hygienebedingungen wieder die Turnhalle zur Verfügung stellt.

Auf was dürfen sich die Kinder in den verbleibenden Ferienwochen freuen?

In der dritten Ferienwoche dreht sich alles um die Hexen, und in der vierten Woche geht es um Indianer. In der fünften und sechsten Woche erlernen, erfahren und erleben die Kinder Interessantes rund um die Themen Natur, Ernährung, Bewegung und Musik.Auf der Kinder- und Jugendfarm soll im 2. Halbjahr noch eine größere Baumaßnahme erfolgen. Können Sie heute schon etwas dazu sagen?Seit über zwei Jahrzehnten ist das Christlich-Soziale Bildungswerk Sachsen (CSB) bekannt für eine gute und nachhaltige grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Und im Rahmen dieser Arbeit wurde im Jahr 2018 ein Projektantrag im Rahmen des Interreg-Programms „Netzwerk für Ernährungsbildung zur nachhaltigen Entwicklung der Euroregion Neiße“ eingereicht.In diesem Projekt hat die Außenstelle des Ernährungs- und Kräuterzentrums Kloster St. Marienstern auf der Kinder- und Jugendfarm in Hoyerswerda einen besonderen Schwerpunkt. Mit polnischen und deutschen Schülern sollen hier im 1. Halbjahr 2021 lehrplanbezogene Themen, insbesondere zur gesunden Ernährung, für den schulischen Alltag in Niederschlesien und im Freistaat Sachsen getestet werden.Dazu werden im 2. Halbjahr 2020 die notwendigen Voraussetzungen geschaffen.Über Konkretes, was das Vorhaben betrifft, wird Ende August informiert.So viel steht schon fest, aufgrund der Baumaßnahmen wird es ab 3. September bis zum Ende des Jahres leider keine Angebote für Projektunterricht geben und nur sehr eingeschränkt Angebote in der offenen Arbeit, aber nicht vor den Herbstferien.

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