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„Wir sind nicht gefragt worden“

Die Ansetzung von zwei Fußballpartien am Sonnabend könnte zu einem Sicherheitsproblem werden. Fast zeitgleich spielen vier Vereine in der Stadt, deren Anhängerschaft unterschiedlich stark ausgeprägte Rivalitäten pflegt.

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Von A. Schneider und T. Alexe

Die Ansetzung von zwei Fußballpartien am Sonnabend könnte zu einem Sicherheitsproblem werden. Fast zeitgleich spielen vier Vereine in der Stadt, deren Anhängerschaft unterschiedlich stark ausgeprägte Rivalitäten pflegt.

Die vier Clubs verbindet keine Freundschaft. Am Sonnabend gastiert in der Regionalliga ab 14 Uhr Sachsen Leipzig bei Dynamo Dresden. Eine Stunde früher ist Anpfiff im Ostragehege für die Oberligapartie DSC gegen Magdeburg.

Die Situation ist konfliktträchtig, da zwischen den Fans der Vereine unterschiedlich stark ausgeprägte Rivalitäten herrschen. Die Polizei hat bereits eingegriffen und das ursprünglich zeitgleich angesetzte Oberligaspiel eine Stunde vorverlegen lassen. So soll vermieden werden, dass die mitreisenden Fans aus Leipzig und Magdeburg schon am Bahnhof aufeinander treffen.

Mangelnde

Abstimmung

„Wir sind vorbereitet“, sagt Einsatzleiter Bernd Pätzold, schweigt sich aber über Details aus. Die problematische Ansetzung kam offenbar auf Grund mangelnder Absprache zustande.

Für den Regionalliga-Spieltag ist der Deutsche Fußballbund verantwortlich, für den der Oberliga der Nordostdeutsche Fußballverband. „Wir sind nicht gefragt worden“, bemängelt Lars Kretzschmar, Sozialpädagoge im DSC-Fanprojekt. „Ich hätte für zwei Spieltage am Sonnabend und Sonntag plädiert.“ Kritisch dürfte die Lage werden, falls gewaltbereite Fußballfans außerhalb der Stadien aufeinander treffen. In jedem Fall wird aber beim Auf- und Abmarsch der Fußball-Fans mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen sein.

Das DSC-Fanprojekt arbeitet mit jungen Anhängern des Vereins bereits seit Jahren. Neben der Betreuung der Fans am Stadion stehen auch viele Besuche in Schulen auf dem Programm. Ganz neu im Vergleich dazu ist das Projekt „Dynamofans Dresden“. Erst vor einem halben Jahr gründeten begeisterte Dynamo-Anhänger ihren eigenen Verein, um eine sozialpädagogische Arbeit aufzubauen – das Vorgänger-Projekt hatte nur noch auf dem Papier existiert.

Inzwischen haben die Dynamofans mit mehreren Aktionen von sich Reden gemacht, etwa dem Familientag beim Schalke-Spiel vor zwei Wochen, Fahrten zu Auswärtsspielen mit einem Extra-Programm für Jugendliche unter 16 Jahren und der Begleitung von Fans zu Auswärtspartien mit geschulten Betreuern.

Ein Fan-Treff wurde aufgebaut, nun sollen sogar Mitarbeiter angestellt werden. In Planung sind auch Fußballfan-Turniere und die Teilnahme an der Woche der Gewaltprävention des Jugendzentrums Plauener Bahnhof vom 3. bis 8. November.