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„Wir sind nicht mehr Herr der Zeitpläne“

Neumarkt. Vor der Weihe der Frauenkirche soll der Platz gestaltet sein. Das setzt eine komplizierte Abstimmung voraus.

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Von Bettina Klemm

Stadtentwicklungsbürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) ist derzeit der Buhmann, wenn es um den Neumarkt geht. Weil die Ämter seines Dezernates nicht garantieren können, dass das Terrassenufer gesperrt wird, musste die Sächsische Dampfschifffahrt ihr Fest im August absagen.

Besucher, die derzeit ins Hilton Dresden oder zur Frauenkirche wollen, müssen sich durch einen Bretter-Tunnel schlängeln. Am Neumarkt ist alles sehr eng: Nahezu jeder Zentimeter wird für Baugruben, Baustelleneinrichtungen oder als Zufahrt für die Baufahrzeuge benötigt. Zudem werden Wasser- und Abwasserleitungen, Strom- und Telekommunikationskabel neu verlegt. Derzeit heben Bagger Gräben neben der Frauenkirche aus. „Da sich an dieser Stelle früher alte Grabanlagen befanden, begutachten zuvor Archäologen jeden Abschnitt“, erläutert Carsten Henkel von der Stadtfirma Stesad. Auch rund um die Frauenkirche wird noch gearbeitet. Laster bringen Material für den Innenausbau heran, während Besucher auf den Kirchturm wollen.

Verbindung der Tiefgaragen

Seit Ende 2003 gebe es strenge Ablaufpläne, die wöchentlich aktualisiert werden. „Wir haben die Aufgabe, alle Wünsche der privaten Bauherren am Neumarkt – derzeit sind es acht – möglich zu machen“, sagt Feßenmayr. Nur leider, so der Bürgermeister, haben sich gleich mehrere Bauherren nicht daran gehalten. „Jetzt sind wir nicht mehr Herr der Zeitpläne.“ So habe es länger als ursprünglich erwartet gedauert, bis am Quartier Frauenkirche (QF) der Bau überhaupt begonnen hat. Zudem einigten sich erst Ende Februar das Hilton Dresden und das QF, ihre Tiefgaragen zu verbinden und unter der Töpferstraße zusätzliche Stellplätze zu schaffen. Das hat aber zur Folge, dass derzeit die Augustusstraße/Töpferstraße bis zum 2. Juli gesperrt ist. „Danach verlegen wir das Pflaster, erst dann ist die Zufahrt wieder möglich“, sagt Torsten Fischer vom städtischen Tiefbauamt. Gleichzeitig müsse Pflaster zwischen dem Café zur Frauenkirche, das gerade einen Balkon anbaut, und dem Gotteshaus gelegt werden. Stets erreichbar müssten auch die Baugruben der Firma V.V.K zu Dresden und eines privaten Bauherrens An der Frauenkirche 16/17 sein. Rund ums Coselpalais werden zurzeit Gebäudeschäden beseitigt. Wenig weiter entsteht das Hotel de Saxe und Abrissbagger beseitigen die letzten Reste vom Polizeigebäude-Anbau.