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Wir sollten die Gäste nicht verschrecken

über eine Bettensteuer für Görlitzer Touristen

Steffen Schreiber

Tourismus kostet Geld. Das ist vielen erst einmal nicht bewusst. Doch Werbung, Tourismusinformation oder Wegweiser zu den städtischen Attraktionen müssen aus dem Stadtsäckel bezahlt werden. Dagegen fließt ein eher geringer Teil dessen, was die Görlitzer Touristen ausgeben, wieder direkt in die Rathauskassen. Da ist es natürlich verlockend, über eine Kurtaxe oder Bettensteuer direkt etwas Geld von den Gästen abzuknöpfen. Die Landeshauptstadt macht es nun vor.

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Doch die Dresdner Variante birgt zahlreiche Gefahren. Zum einen steht da ein enormer Verwaltungsaufwand auf städtischer Seite, zum anderen droht der Zorn der Tourismustreibenden. Denn sie sind diejenigen, die die Hauptlast einer solchen Abgabe tragen. Sowohl zeitlich als auch als Vermittler gegenüber den Gästen. Denn nicht jedem Touristen dürfte verständlich sein, dass er für Dinge, die er vielleicht gar nicht nutzt, zusätzlich Geld bezahlen soll.

Auch würden mit einer Übernachtungssteuer die Gäste benachteiligt werden, die sich im Gegensatz zu den Tagestouristen mehr Zeit für Görlitz nehmen und entsprechend mehr Geld ausgeben. So sollte allem Finanzierungsbedarf zum Trotz genau abgewogen werden, ob mehr Geld die Gefahr rechtfertigt, einen Teil unserer Gäste zu verschrecken.