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„Wir wollen altersgerechtes Wohnen fördern“

Sechs Kandidaten treten für die CDU zur Wahl an. Im Interview spricht Steffen Blaschke über Erreichtes, Versäumtes und Künftiges für die Stadt.

Von Thomas Christmann

Die Ostritzer CDU ist kleiner geworden. Zumindest treten zur Kommunalwahl nur sechs Kandidaten an und damit zwei weniger als 2009. Stadtrat Sebastian Bergmann zieht sich aus familiären Gründen zurück, Daniel Rimpler widmet sich anderen ehrenamtlichen Aufgaben in der Stadt. Als neuer Kandidat hat sich Thomas Wolff aufstellen lassen. Mit sieben von 14 Sitzen ist die Partei derzeit stärkste Kraft im Stadtrat. Das will sie auch künftig sein. Wie, das erklärt ihr Vorsitzender Steffen Blaschke.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Steffen Blaschke (großes Foto) von der CDU in Ostritz steht vor dem Markt 18/19. Für den Umbau der Häuser zu altersgerechten Wohnungen hat sich die Fraktion stark gemacht. Die Partei will das Thema auch im künftigen Stadtrat hochhalten. Für den treten auß
Steffen Blaschke (großes Foto) von der CDU in Ostritz steht vor dem Markt 18/19. Für den Umbau der Häuser zu altersgerechten Wohnungen hat sich die Fraktion stark gemacht. Die Partei will das Thema auch im künftigen Stadtrat hochhalten. Für den treten auß

Herr Blaschke, die Einwohnerzahl geht zurück, der Stadtrat schrumpft von 14 auf zwölf Sitze, der Leerstand nimmt zu. Wie schlimm steht es um Ostritz?

Nach dem August-Hochwasser 2010 war zu befürchten, dass halb Ostritz leer steht. Das ist nicht eingetroffen. Überhaupt hat sich die Stadt beim Einwohnerrückgang inzwischen auf einem niedrigen Niveau eingepegelt. Kitas und Schkola sind gut gefüllt. Viele Familien haben ihre Häuser nach der Flut saniert, einige neue gebaut. Wieder andere sind sogar in die Heimat zurückgekehrt. Aber der demografische Wandel wird vor Ostritz nicht haltmachen. Dem müssen wir uns stellen. Oberste Priorität ist dort, das Zentrum zu beleben.

Die Ostritzer haben aber den Eindruck, dass das meiste Geld ins Kloster fließt, gerade nach dem Hochwasser.

Das Kloster ist nun mal ein Denkmal von nationaler Bedeutung. Die Sanierung ist richtig. Der Ort macht Ostritz bundesweit bekannt. Durch den Tourismus bleibt Geld in der Stadt, im Internationalen Begegnungszentrum arbeiten auch Einheimische, Bäcker, Fleischer und andere Händler profitieren davon. Das ist ein Geben und Nehmen, aber sicher noch ausbaufähig.

Und wie wollen Sie die Innenstadt

wieder attraktiv machen?

Den Ostritzern fehlt vor allem ein zentrumsnaher Lebensmittelmarkt. Nachdem Edeka zumachte, gab es Gespräche mit Interessenten. Aber für diese spielt die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Wir können daher nur Wegweiser sein und uns für ein unbürokratisches Verfahren einsetzen. Eine weitere Aufgabe ist, das Konzept am Markt 18/19 zügig umzusetzen. Dafür hat sich der Stadtrat ausgesprochen. Dort sollen mit Fördermitteln altersgerechte Wohnungen entstehen. Es gibt großen Bedarf. Mir selbst ist ein Fall bekannt, in dem ein Seniorenpaar von Ostritz nach Görlitz zog, weil ihnen unsere Stadt derartige Räumlichkeiten nicht bieten konnte. Wir wollen altersgerechtes Wohnen fördern. Aber der Mix muss stimmen. So soll am Markt 18/19 auch die Bibliothek, Caritas-Sozialstation und ein Lesecafé einziehen.

Hat sich denn die finanzielle Lage

der Stadt entspannt, um derartige

Vorhaben zu finanzieren?

Wir haben inzwischen einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen, stehen nicht mehr unter Beobachtung. Auch ist es uns gelungen, die städtischen Gesellschaften zu stabilisieren. Einsparungen sind daher nicht geplant. Allerdings kann die Stadt keine großen Sprünge machen.

Also ist für Sie eine Zusammenarbeit mit Bernstadt kein Thema mehr?

Im Moment besteht dazu zumindest aus finanzieller Sicht kein Druck. Nur die Voraussetzungen für eine moderne Verwaltung sind gestiegen. Deshalb können wir uns vorstellen, dass beispielsweise Gewerbe- und Einwohnermeldeamt beider Orte zusammenarbeiten. Das spart Kosten und hilft dem Personal im Vertretungsfall. Wir wollen uns auf Augenhöhe begegnen und zeigen Gesprächsbereitschaft. Was es mit uns nicht gibt, ist eine Eingemeindung.

Dennoch stehen freiwillige Aufgaben immer wieder zur Debatte. Beispiel Mewa-Bad. Dort wächst das Defizit, eigene Rettungsschwimmer kann sich die Stadt nicht leisten, mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft gibt es

noch keine Einigung.

Solange sich Möglichkeiten finden, das Bad zu öffnen, werden wir sie nutzen. So spendet die Erbin des ehemaligen Mewa-Betriebes jährlich eine gute Summe. Das reicht natürlich nicht, um das Bad kostendeckend zu betreiben. Deshalb sind wir den Weg mit den ehrenamtlichen Rettungsschwimmern gegangen, die Stadt lässt nun sogar zwei auf eigene Kosten ausbilden. Bei den Verhandlungen mit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zu den diesjährigen Vertragskonditionen gab es Missverständnisse. Aber da wird sich eine Lösung finden

Kritik kommt auch von Leubaern, die lange auf den Hochwasserschutz gewartet haben, sich vernachlässigt fühlen.

Für den neuen Deich haben wir uns stark gemacht. Aber ein Planfeststellungsverfahren braucht Zeit, bis alle Belange abgewogen sind. Zudem ist für dieses Verfahren die Landestalsperrenverwaltung federführend. Das ist für die Betroffenen sicher unbefriedigend. Wenn der Deich steht, kann hoffentlich Ruhe einkehren. Auch setzen wir uns für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses ein. Doch so etwas nimmt einen größeren finanziellen Umfang ein. Nur kann das die Stadt aus dem eigenen Haushalt nicht realisieren. Damit müssen wir leben und auf Fördertöpfe hoffen.

Und wie stehen Sie zum Windpark?

Wir haben uns zur energieökologischen Stadt bekannt und stehen den Entwicklungen offen gegenüber. Die Investoren bringen Gewerbesteuern. Doch sollen sie nicht unkontrolliert bauen, es muss verträglich sein. Deshalb gibt es den Bebauungsplan.