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„Wir wollen die Jugendlichen zum Nachdenken anregen“

Von Großschweidnitz nach Löbau führt morgen ein Kreuzweg für junge Leute. Sein Thema ist beklemmend.

Von Susan Ehrlich

Herr Saberniak, als Gemeindereferent der katholischen Pfarrei Löbaus sind Sie einer der Ideengeber für den Jugendkreuzweg. Wer macht noch mit?

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Gemeinsam mit Ulrike Bitterlich von der evangelischen Kirche habe ich den Jugendkreuzweg vorbereitet. Es ist bereits der zweite seiner Art und soll nun jährlich immer am letzten Freitag vor Karfreitag zum festen Angebot in der Passionszeit werden.

Wer soll mit dieser Aktion angesprochen werden?

Wie der Name es schon sagt, sind vor allem Jugendliche und deren Familien angesprochen. Geeignet ist die Thematik für junge Leute ab etwa 16 Jahre.

Der Kreuzweg steht unter dem Motto „Euthanasie-Verbrechen in Sachsen“ – ein beklemmendes Thema. Wie sind Sie darauf gekommen?

Eigentlich gibt es ja jedes Jahr zentral bereitgestelltes Material dafür. Doch uns ist das meist zu wenig. Dann lief mir sozusagen das Buch „Euthanasie in Sachsen“ über den Weg. Und mit Großschweidnitz hatten wir die Problematik ja einst unmittelbar vor der Haustür. Also lag es ganz nahe, sich beim Jugendkreuzweg dieses Mal diesem Thema zuzuwenden.

Was wollen Sie damit bei den jungen Leuten erreichen?

Wir wollen die Jugendlichen herausfordern und zum Nachdenken anregen. Der Kreuzweg soll einen Beitrag für ein besseres Geschichtsverständnis leisten. Unterwegs wollen wir uns gemeinsam die Frage stellen: Gibt es Ausgrenzung auch heute? Und damit soll nicht nur die Ausgrenzung von Kranken beziehungsweise geistig und körperlich Beeinträchtigten gemeint sein.

Wie viele Stationen wird es unterwegs geben, und was haben sie zum Inhalt?

Erste Station ist unser Startpunkt in der Großschweidnitzer Kirche. Dort wird erklärt, was Euthanasie bedeutet. Es geht weiter zum Friedhof und dann in Richtung Löbau. Unterwegs gibt es eine dritte Station. Der Alte Friedhof in Löbau ist der vierte Halt. Fünfte und letzte Station ist die Nikolaikirche in Löbau. Zeugenberichte, Wissenswertes, ein Gedicht zum Thema, die Geschichte einer jungen Großhennersdorferin und Bibeltexte werden gelesen – und natürlich an das Leiden Jesu auf dem Weg zu seiner Kreuzigung erinnert.

Ökumenischer Jugendkreuzweg, morgen, ab 18.30 Uhr, Kirche Großschweidnitz; Ende gegen 22.30 Uhr in Löbau