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„Wir wollen Emotionen wecken“

Die Narren setzen auf Ostalgie. Weil es vielen gefällt, sagt Hartmut Tittmann vom Verein – und lobt die Konkurrenz.

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Von Anja Beutler

Nach zwei Jahren Olsenbande ist jetzt „Spuk unterm Riesenrad“ für eine Doppelsaison das Thema des Großhennersdorfer Karnevalsclubs.

Herr Tittmann, Ihr Karnevalsverein hat nach zwei Jahren Olsenbande jetzt Spuk unterm Riesenrad als Programmthema. Schwimmen Sie auf einer Ostalgiewelle?

So würde ich das nicht sagen, immerhin ist die Olsenbande eine dänische Produktion. Aber es ist schon so, dass sich unser Publikum noch sehr gut an diese Figuren und Geschichten erinnern kann. Natürlich setzen wir auf diesen Effekt.

Ist das jetzt Ihr Rezept, den Fasching weiter am Leben zu halten?

Es geht bei unserer Auswahl nicht generell um Ostalgie oder alte DDR-Filme und Serien. Wir haben auch schon den Tanz der Vampire und die Rocky Horror Show auf die Bühne gebracht – also Musicals. Wichtig ist aus unserer Erfahrung, dass es sich um Themen und Figuren handelt, die berühren und Emotionen wecken. Und das tun eben auch die Olsenbande und der Spuk unterm Riesenrad.

Aber Sie spielen die Filme nicht originalgetreu nach?

Nein, nicht komplett. Wir nutzen Szenen und Teile, wir müssen ja auch ein bisschen raffen. Und unseren eigenen Stempel bekommen die Stücke natürlich auch, denn wir verlagern das Stück ja immer in die Oberlausitz, drehen das ganze Jahr über schon Szenen für das Programm. Und wir bauen Dinge ein – versteckte zwischenmenschliche Pointen zum Beispiel – die man dann wiedererkennt. Aber wir machen keine politische Satire daraus.

Hat so ein prominentes Stück nicht auch Nachteile für Sie?

Nicht direkt Nachteile. Aber es stimmt schon, dass man sehr gut sein muss und eine sehr gute Kopie von den Figuren schaffen muss, sonst wirkt es nicht und die Leute sind enttäuscht. Wir hatten das Glück, dass wir bislang immer Besetzungen für die Rollen gefunden haben, die echt gut gepasst haben. Das ist uns auch für diese Saison wieder gelungen.

Unterscheiden Sie sich mit Ihrer Herangehensweise deutlich von benachbarten Faschingsvereinen?

Ja, das ist so. Hier in der Region gibt es generell den Programmfasching, nicht das, was man aus dem Fernsehen kennt. Wir haben im Grunde eine Nische gefunden, näher am Theater. Mit den anderen, benachbarten Vereinen kommen wir uns nicht ins Gehege. Schönau-Berzdorf macht in meinen Augen beispielsweise eines der inhaltlich besten Programme in der Region. Und natürlich sind wir auch mit dem zweiten Faschings-Verein unserer Stadt befreundet – den Berthelsdorfern – das ist weniger eine Konkurrenz.

Sind denn bei Ihnen noch Karten für die Vorstellungen zu haben?

Unsere Veranstaltungen sind zum guten Teil ausverkauft. Bei der Rentner-Veranstaltung haben wir sogar eine Warteliste – das haben unsere Gäste selbst angeregt. Wenn das so weitergeht, werden wir demnächst wohl zwei Veranstaltungen einplanen müssen. Aber Restkarten gibt es noch für den 28. Februar, aber sicherer ist eine Reservierung.

Die Großhennersdorfer starten am 22. Februar.