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„Wir wollen endlich rein“

Fast zwei Jahre haben die jungen Bautzener auf die Eröffnung des Jugendklubs gewartet. Nun fehlt nur noch ein wichtiges Detail.

© Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

Bautzen. Endlich haben sie eine Antwort. Endlich wissen sie, was sie sagen sollen, wenn ihnen jene Frage gestellt wird, die sie in den vergangenen Wochen so oft gehört haben. „Wann geht denn nun los mit dem Jugendklub?“ Lisa Wendler lächelt kurz. „Noch in dieser Woche bekommen wir die Schlüssel für die Räume an Kurt-Pchalek-Straße“, sagt sie stolz. „Im Juli wollen wir dann mit allen die Eröffnung feiern“, fügt Maximilian Barthel hinzu.

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Seit Monaten kämpfen die jungen Bautzener darum, einen eigenen, selbst verwalteten Jugendklub in der Stadt zu eröffnen. Sie haben erlebt, wie lange es dauern kann, bis eine fixe Idee zur Realität wird. Zwischen den ersten Gesprächen mit der Stadt und der Schlüsselübergabe liegen fast zwei Jahre. Bei der Verwaltung würde man wohl von einem völlig normalen Zeitraum sprechen. Aus Sicht der jungen Leute ist es eine Ewigkeit. Das wird schon daran deutlich, dass einige Jugendliche, die sich anfangs stark für den Treff engagierten, inzwischen schon studieren und gar nicht mehr in Bautzen wohnen. „Doch auch sie haben versprochen, dass sie uns weiterhin unterstützen“, erklärt Lisa Wendler. Die 19-Jährige ist sich sicher, dass die Arbeit auf viele Schultern verteilt werden kann. Etwa 20 Bautzener gehören zum Jugendklub-Team. Die Jüngste ist zwölf Jahre alt, der älteste 34. Arbeit gibt es noch genug. Auf zwei Etagen dürfen sich die Jugendlichen im sonst leerstehenden Gebäude ausbreiten. Damit die Atmosphäre stimmt, brauchen die Wände Farbe. Auch in Sachen Einrichtung muss noch einiges getan werden.

Zwei Sofas haben sie schon. Mehr Möbel gibt es momentan aber noch nicht. Den Rest der Einrichtung wollen die jungen Leute selbst zusammenbauen. Damit das auch klappt, beteiligen sie sich mit ihrem Jugendklub bei der 48-Stunden-Aktion, die in einer Woche stattfindet. Alljährlich arbeiten dabei junge Leute ein Wochenende lang ehrenamtlich an einem Projekt.

Die lange Planungsphase haben die Jugendlichen auch dafür genutzt, ihrem Treff einen Namen zu geben. „Wir haben uns für Kurti entschieden – passend zum Straßennamen “, erklärt der 18-jährige Maximilian Barthel, der auch schon sehr genaue Vorstellungen davon hat, was die Besucher im „Kurti“ einmal erwartet. „Es soll ein Ort sein, an dem man in Ruhe chillen kann“, sagt er. Es geht aber auch darum, den Jugendlichen aus Bautzen und Umgebung Räume zu bieten, wenn sie zum Beispiel einen Workshop organisieren wollen. Feste Termine gibt es zwar noch nicht. Das soll sich aber alles entwickeln, meinen die Jugendlichen. Anders ist das mit der Hausordnung für den Treff. Die steht schon seit einer Weile fest. Eine der wichtigsten Regeln: Um 22 Uhr wird der Treff zugeschlossen. Lange Partys müssen die Nachbarn also nicht befürchten. Überhaupt sind die Jugendlichen sehr darauf bedacht, ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern zu pflegen. „Einige denken, dass junge Leute nur Lärm und Schmutz machen. Wir wollen die Nachbarn einladen und ihnen zeigen, dass das nicht stimmt“, sagt Lisa Wendler.

Zwar kümmern sich die jungen Leute selbst um den Treff. Doch ganz allein stehen sie nicht da. Der Landesverband der Organisation Deutsche Jugend in Europa (DJO) hilft ihnen vor allem dann, wenn es um die Beantragung von Fördergeldern für Projekte geht. Und auch ihren Vermieter, die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft (BWB), haben die Jugendlichen an ihrer Seite. „Wir freuen uns, dass es endlich so weit ist und wünschen den Jugendlichen, dass sie ihre Vorstellungen umsetzen können“, erklärt BWB-Chefin Kirsten Schönherr.